Flagge zeigen

Demokratie, war da nicht mal was? Alle Macht geht vom Volke aus? Viele von uns müssen in das hinterste Hinterstübchen gehen, so richtig tief in den grauen Zellen graben, um den Geschichtsunterricht aus der Kindheit hervorzuholen. Der Lehrer erzählte damals von der Weimarer Republik und der verwundbaren Demokratie, als Dunkeldeutschland noch hell war.

(Von destructivus)

Heute ist es so dunkel in der Republik geworden, dass sogar die Kirche den Kampf gegen die Finsternis einstellt und die Dombeleuchtung abschaltet, wenn dunkle Gestalten in Dresden oder Erfurt demonstrieren und mit ihrem ¨Hass¨ die Gotteshäuser anstrahlen. Dies tun sie mit Hilfe ihrer Mobilfunkgeräte. Zusätzlich kommen noch Deutschlandfahnen zum Einsatz, was nun wirklich absolut niederträchtig ist.

Moment, Deutschlandfahnen? Wie sehen die denn aus? Den jüngeren Lesern müssen wir dieses Stück Stoff näher bringen. Die Revolutionäre des 19. Jahrhunderts trugen die Deutschlandfarben in Form ihrer Kleidung. Sie verbanden damit Hoffnung, Freiheit und Gerechtigkeit. Am 23. Mai 1949 wurde der ¨Dreifarb¨ dann offizielle Bundesflagge. Seither konnten alle Bürger dieses Landes den zu Stoff gewordenen Patriotismus überall bewundern und sogar selber hissen.

Doch heute ist das dreifarbige Gewebe im öffentlichen Raum unerwünscht. Nur wenn Brot und Spiele für die Untertanen anstehen, vorzugsweise in Form von Europa- oder Weltmeisterschaften, darf die Trikolore herausgeholt und offen gezeigt werden. Leider stößt das so manchem Zeitgenossen dennoch sauer auf und so kann es in Dunkeldeutschland, an einer dunklen Ecke, zur dunklen Jahreszeit, wenn es draußen dunkel ist, passieren, dass Fahrzeuge von begeisterten Landesanhängern entfahnt werden. Ja auch so mancher Fahnenmast musste seinen Stolz einbüßen, damit anschließend auf das Symbol der freiheitlich, demokratischen Grundordnung uriniert werden konnte. Eilige Verfechter der Demokratie, vermutlich mit eigener Fahne, zündeten ¨den Fetzen¨ gleich ganz an.

Genehm und akzeptiert ist nur noch die Europaflagge. Sie symbolisiert wahrhaftig die Demokratie der Europäer! Wir erinnern uns ein paar Sätze zurück, dass alle Macht vom Volke ausgeht. Die neuen Volksvertreter in Brüssel, die sogenannten Kommissare, die nicht vom Souverän legitimiert wurden, entscheiden heute was gespielt wird. Nicht sportmäßig, sondern gesetzestechnisch! Da stört die Deutschlandfahne nur und muss daher, am besten im Keller, ganz verschwinden. Eben ein Relikt aus alten Zeiten. Wenn die Europafahnen gerade knapp oder vergriffen sind, tun es zur Not auch türkische Flaggen. Vor ein paar Jahren muss die Verzweiflung in Würzburger Amtsstuben so groß gewesen sein, dass man die Innenstadt damit festlich ausschmückte. Da keimte bei den Stadtbewohnern so richtig Heimatgefühl auf, ist doch bekannt, dass die Türkei durch und durch demokratisch ist.

Ups, Heimatgefühl? Steht denn dieser Begriff nicht auf der schwarzen, oder vielmehr roten Indexliste? Ja, so ist es und selbst Katzenkrimis sind dort mittlerweile zu finden. Die ausgegebene Parole lautet heute, alle heimatlos zu machen. Der Begriff Heimat oder Vaterland sind sowieso völlig überbewertet. Damit auch der letzte aufrichtige und anständige Bürger dies begreift, wurde eine Einladung an die gesamte Welt ausgesprochen, sich hier heimatlich zu fühlen. Jeder ist, aus welchem Grund auch immer, herzlich bei uns in der Solidargemeinschaft willkommen. Wer das nicht so sieht und Bedenken äußert, dem wird schon mal näher gebracht, dass hier nicht mehr seine Heimat ist, er jeder Zeit auswandern kann und am Ende doch nur ein mieses Stück Scheiße ist, dass endlich verrecken soll. Bei solch heroischen Zielen zeigt man doch gerne Flagge, oder nicht? Die Frage ist nur, welche?

In Dunkeldeutschland gibt es helle Flecken. Diese erkennt man daran, dass sich alles in ein rotes Flaggenmeer verwandelt, wenn dunkel vermummte, Pardon, hellerleuchtete Heiligenfiguren durch die Straße ziehen. Da das Banner, unter welchem sie zu Felde ziehen, so richtig Kraft und Freude verleiht, teilen sie auch jedem argumentativ und ausdrucksstark mit, wo sich die ¨richtige¨ Seite befindet. Staatliche Vertreter und Anhänger des Abendlandes stehen definitiv immer auf der falschen Seite. Eine beliebte Methode ist es, Abtrünnigen die Autos mittels Flammengewalt zu nehmen oder, quasi als letzte mögliche Option, per Schusswaffengebrauch zu verdeutlichen, das dunkle Gedankengut zu überdenken.

Apropos Schusswaffen. Da hat doch diese dunkle Partei, Sie wissen schon, die mit den blauen Farben in Form des personifizierten Bösen, tatsächlich gefordert, die nicht mehr vorhandenen Grenzen, die wir nur noch mit Klatschen und Blumensträußen sichern, notfalls und als Ultima Ratio selbstverständlich, mit Waffengewalt zu verteidigen. Der mediale und parteiübergreifende Shitstorm ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Die Parteien, die 650 Soldaten nach Mali per Bundestagsbeschluss entsenden, um dort mit Waffengewalt das Land zu schützen, geifern und zetern jetzt wie wild gewordene Hühner, dass so etwas natürlich gar nicht geht. Nicht zu vergessen, die Stationierung der Bundeswehr an der türkisch-syrischen Grenze. Merke, wenn zwei das Gleiche tun oder fordern, ist es noch lange nicht dasselbe.

Da die Unwilligen unter uns nun nicht bereit sind, unter der ¨richtigen¨ Flagge mitzuziehen, muss die neue Buntheit notfalls auch unter ¨falsche Flagge Operationen¨ erzwungen werden. Da werden aus geistigen Brandstiftern, so mir nichts dir nichts, richtige Zündler. Noch bevor der erste Ermittler den Tatort begutachten konnte, stehen die nach Brüssel ausgerichteten Politiker und Medien Gewehr bei Fuß und verteufeln das Teuflische. Natürlich hat immer nur einer Schuld. Sie ahnen es bereits, die Dunkeldeutschen. Die, die friedlich demonstrieren und es wagen, bei einer anstehenden Wahl vom Systemkreuz abzuweichen. Ja, diese Menschen zünden oder stechen immer mit.

Am Ende möchte ich dennoch wieder an den Anfang zurückkehren und zu mehr Mut aufrufen. Sie wissen schon, die Eigenschaft, die uns seit der Wiege aberzogen wurde. Die Demokratie muss heute mehr verteidigt werden als jemals zuvor. Die Freiheit schwindet unaufhörlich, jeden Tag. Freiheit? Ja, das ist jene teuer und blutig erkämpfte Errungenschaft, die man uns täglich als für immer, überall verfügbar und gegeben verkauft, aber hinten rum ständig weiter beschneidet! Denken Sie nur an das Überbleibsel aus dem Grundgesetz, dem Post- und Fernmeldegeheimnis. Schnee von gestern, nicht mehr vorhanden und natürlich auch unerwünscht. Zumindest für die, die gerade am Drücker sind. Freie Meinungsäußerung? Pssst, bitte nur das sagen, was andere auch hören wollen. Wenn dann doch mal das ¨Falsche¨ rausrutscht, kann es durchaus passieren, dass ein Arbeitsplatzwechsel ansteht oder man bestenfalls zur Persona non grata ¨geadelt¨ wird.

Es liegt an uns, am Souverän, wie die ganze Sache ausgehen wird. Entweder mit wehenden Fahnen gemeinsam, am Bahnhof, in den Untergang zu tanzen oder endlich den Mut zur Wahrheit aufzubringen und dieses großartige Land wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen.

Unsere Kinder und Enkelkinder werden es uns danken …