Köszönöm szépen!

vorbanDie EU und ganz vorneweg Deutschlands Refugee-Queen – ihre Majestät Angela Merkel die Alternativlose – spielen sich gerade derart als wandelnder moralischer Zeigefinger gegenüber ungehorsamen osteuropäischen Staaten auf, dass einem als Deutschem nur das Grausen kommt. Ungarns Regierungschef Viktor Orban hat vor wenigen Tagen auf den unverschämten Ton der Deutschland beherrschenden Regierung aus Berlin mit diesen Worten reagiert: „Wir schulden Deutschland gar nichts.“ Nein, liebe Ungarn, Ihr schuldet uns in der Tat garnichts. Im Gegenteil: Wir Deutschen haben euch Ungarn viel zu verdanken!

(Von Selberdenker)

PI hatte heute auf den Artikel des Schriftstellers und unabhängigen Journalisten Michael Klonovsky verlinkt. Darin fand sich dieses Zitat:

Jener [der NS-Schrecken] hub erst 1933 an, vertrieb unter anderem Nabokov nach Amerika, und endete bekanntlich 1945. Zwölf Jahre von tausend.

Als einer der heutigen Nazi-Paranoiker, würde ich Klonovsky aus diesen „1000 Jahren“ den gleichen Strick drehen, wie er neulich Björn Höcke gedreht wurde – obwohl der Kontext jedem Halbgebildeten ins Gesicht springen muß: Viele Historiker betrachten die Schlacht auf dem Lechfeld von 955 als Geburtsstunde Deutschlands und somit auch der deutschen Geschichte. Das ist jetzt 1061 Jahre her – ok nicht genau 1000 Jahre aber so etwa. Damals ging es gegen die einfallenden Ungarn oder deren berittene Vorfahren, die als unbesiegbar galten und nur durch gemeinsame Anstrengung aller deutschen Fürsten unter Otto dem Großen aufgehalten werden konnten.

Nein, weder Höcke noch Klonovsky haben mit ihren „1000 Jahren“ Hitlers „Tausendjähriges Reich“ gemeint. Beide haben, unabhängig voneinander, lediglich ausdrücken wollen, dass da sehr wohl noch eine deutsche Geschichte vor 1933 existiert.

Tja, die Ungarn…

Die Ungarn spielten überhaupt immer mal wieder eine wichtige Rolle für die Deutschen. In der jüngeren Geschichte könnte man den WM-Sieg 1954 gegen die legendäre „Goldene Elf“ der Ungarn um Ferenc Puskás anführen, das „Wunder von Bern“, das dem gesamten Land, nach dem Krieg, nach Hitler, nach Tod, Leid, Zwietracht und Schrecken, einen wichtigen psychologischen Aufwind und eine positive, harmlose Selbstidentifikation gab. Ereignisse wie das „Sommermärchen“ von 2006, tausende Deutschlandfahnen, von vielen Linken verhasst, an den Autos bei Fußball-WMs, eine Entkrampfung in der Identifikation mit Deutschland. 1954, 1974, 1990, 2006, 2014 – wichtige Eckpunkte bei der Normalisierung des Umgangs der Deutschen mit sich selbst.

Wieder Ungarn: War es nicht die Grenzöffnung Ungarns, die den Weg zur deutschen Einheit 1990 einleitete oder zumindest eine wichtige Rolle dabei spielte? Naja, könnte man sagen, da haben uns die Ungarn nicht immer freiwillig „geholfen“ – aber eine Rolle gespielt haben sie doch, oder?

Heute tun die Ungarn uns Deutschen wieder einen Gefallen, wieder ohne es vielleicht direkt zu wollen, indem sie uns vormachen, wie verantwortungsvoller, wie rationaler Umgang mit einem nie dagewesenen Massenansturm auf Europa, im Sinne und unter Mitbestimmung des eigenen Volkes ablaufen muß.

Die Ungarn bauten zuerst Zäune, was auch uns Deutschen nutzt, sie überwachen ihre Grenzen, was ebenfalls uns Deutschen nutzt – und sie lassen das eigene Volk nun in einer demokratischen Abstimmung über die Bevormundungsbestrebungen der EU in der „Flüchtlingskrise“ entscheiden, was uns Deutschen unbedingt als Vorbild dienen sollte.
Verfolgten, besonders Kindern, muss zunächst an unseren Grenzen geholfen werden, solange der Ansturm stattfindet – aber in dieser extremen Lage sind physische Grenzen wohl das notwendige, das einzig wirksame Signal, dass für die Einreise nach Europa jetzt wieder Regeln durchgesetzt werden.

Geschichte ist Geschichte, in diesen Zusammenhängen von Dankbarkeit zu sprechen, wäre Blödsinn. Die Überschrift „Köszönöm szépen!“ („Danke Ungarn!“) bezieht sich auf die aktuelle Politik Ungarns. Die Deutschen haben dafür zu danken, dass die Ungarn bei der Bestrebung zur Wiederherstellung der Ordnung Vorreiter sind – ihr Ungarn schuldet uns garnichts!