BVB-Fanclub diskriminiert AfD-Sympathisanten

Manche Fans der „BVB-Freunde Deutschland“ scheinen die Hellsten nicht zu sein, wenn man dem Fan-Blog „Faszination Fankurve“ glauben darf. Es ist nicht wirklich schlimm, dass sie den Merkel-Märchen glauben, dass die Flüchtlinge alle politisch verfolgt oder Bürgerkriegsflüchtlinge sind. Wer weiß das schon so genau, ob in Marokko Krieg ist oder in Tunesien, der letzte Urlaub ist ja schon etwas länger her.

Es geht auch in Ordnung, dass für diese BVB-Fans kein Mensch illegal ist: „Jeder, der in Deutschland leben will, ist den Dortmunder Fans willkommen“, so haben sie es sich in die Satzung schreiben lassen und so rufen sie es jetzt als gute Fans begeistert nach.

Wenn dann eine Partei wie die AfD von einer Begrenzung spricht, passt das in dieses vorgeformte Weltbild allerdings nicht mehr mit hinein. So eine Partei muss abgelehnt werden. Gründe für die Ablehnung haben ihnen ihre Vordenker aber nicht mitgeliefert, außer vielleicht, dass die AfD „rechts“ ist. Da haben sie also nachgedacht und sich folgendes überlegt:

Die AFD Partei ist nach unserer Auffassung „Ausländerfeindlich“ und „Radikalisiert“. Diese Dinge können, dürfen und werden wir nicht unterstützen.

Wir stehen für ein tolerantes Miteinander ein und schließen dabei weder Flüchtlinge, noch sonstige Personengruppen aus, die in unserem Land leben oder leben wollen.

Die AFD Partei artikuliert Hass und ermöglicht so klaren Rechtsextremismus. Das werden wir nicht unterstützen.

Um das so umzusetzen, haben die Dortmunder eine umfangreiche Schnüffelarbeit eingeleitet. Ihre Mitgliederlisten werden ab sofort abgeglichen mit Personen, die in der AfD sind oder mit ihnen „sympathisieren“. Darin scheinen sie geübt, das macht noch keine Schwierigkeiten:

Wir werden uns unsere Mitgliederliste genau anschauen und offensichtlichen Mitgliedern und Wählern der AFD die Mitgliedschaft entziehen. […] All unsere Mitglieder haben mit dem Eintritt die Satzung unseres Fanclubs akzeptiert. Wer dann eine rechte Partei wählt, verstößt gegen unsere Satzung und unseren Grundsätzen und darf ohne weitere Begründung ausgeschlossen werden.

Jetzt gibt es aber ein Problem: Woher weiß man, wer eine rechte Partei wählt? Müssen die Fans eine Erklärung abliefern: „Hiermit versichere ich, dass ich niemals die AfD gewählt habe“? Irgendwie hat es ihnen da wohl gedämmert, dass das nicht unbedingt funktionieren wird. Was ist, wenn einer lügt bei der Erklärung? Die Gedanken sind frei, hier stößt die Schnüffelei an ihre Grenzen. Der Fan-Club eiert herum:

Wer dann eine rechte Partei wählt, verstößt gegen unsere Satzung und unseren Grundsätzen und darf ohne weitere Begründung ausgeschlossen werden. […]

Aber wenn wir eine solche Einstellung vertreten, können wir es doch nicht zulassen von rechtsdenkenden Menschen unterwandert oder begleitet zu werden.[..]

Wir tasten mit unserem Ausschluss auch nicht das Wahlrecht an, sondern in der Botschaft liegt lediglich die Aussage drin, dass wir Menschen, die mit einer rechten Überzeugung in unseren Raum / Club treten nicht haben wollen.

Das passt schon. Als Menschen mit konservativen („rechten“) Auffassungen wollen wir mit euch auch nichts zu tun haben. Aber ihr BVB-Fans könntet jetzt wenigstens mal ab und zu einen Refugee mit ins Stadion nehmen oder mit nach Hause. Sonst solltet ihr konsequenterweise die nächsten Sporthallen zur Verfügung stellen oder das Stadion zu einer Zeltstadt umbauen, wenn der Platz knapper wird. Schließlich soll ja demnächst wieder ein freier Zugang per Flieger aus der Türkei geschaffen werden. Also Sportsfreunde, zeigt, dass es euch ernst ist.

Kontakt:

» 1. Vorsitzender des Fanclubs: matthias.saathoff@bvb-freunde.de
» Facebook-Seite „BVB-Freunde“ Deutschland