Das Volk meldet sich in die Politik zurück

Die bei den hessischen Kommunalwahlen fruchtlosen Aufrufe des etablierten Parteienkartells zu möglichst hoher Wahlbeteiligung haben bei den drei Landtagswahlen am 13. März doch noch Wirkung erzielt. Diese dürfte allerdings ganz und gar nicht dem Wunsch von CDU, SPD, Grünen, FDP und Linkspartei entsprechen. Denn der große Profiteur der deutlich höheren Wahlbeteiligungen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt ist eindeutig die neue Partei AfD.
Damit ist klar: Das Parteienkartell muss Nichtwähler nicht fürchten, ganz im Gegenteil.

(Von Wolfgang Hübner, Frankfurt)

Fürchten muss es allerdings wählende Nicht- oder Nichtmehrwähler. Etwas pointiert lässt sich sagen, dass sich ein nicht unbeträchtlicher Teil des Volkes in die Politik zurückmeldet. Diese Frauen und Männer wollen nicht länger passiv zusehen, wie Deutschland in ein großes Asylheim für islamische sowie afrikanische Überbevölkerung und gescheiterte Staaten verwandelt wird.

Was am Sonntag erst einmal nur ein Aufbegehren ganz im Rahmen der demokratischen Möglichkeiten war, kann sich in einen offenen Aufstand verwandeln, wenn das im Ausland inzwischen weitgehend isolierte, in seinen moralischen Größenwahn verstrickte Merkel-Deutschland nicht die richtigen Lehren aus dem Wahlausgang ziehen sollte.

Wer bei einer Talkshow am Wahlabend allerdings miterleben musste, wie die CDU-Politikerin von der Leyen bestritt, die Wahlresultate hätten etwas mit der Flüchtlingspolitik zu tun oder die hetzerischen Dummheiten des SPD-Widerlings Stegner verfolgte, der muss nicht nur an der Zurechnungsfähigkeit der amtierenden Verteidigungsministerin und eines geifernden Parteifunktionärs zweifeln, sondern an der gesamten politischen Klasse des europäischen Kernlandes.

Wenn das Parteienkartell auch künftig noch im eigenen Fett baden will, dann sollte es besser nie wieder zu hoher Wahlbeteiligung aufrufen. Denn offensichtlich ist das viel gefährlicher für die bisherige Dominanz von CDU und Co. als das bisherige langfristig zu verzeichnende Absinken der Freude an der Stimmabgabe im Wahlvolk. Das Parteienkartell ist also gut beraten, künftige Wahlkämpfe zu veranstalten, die möglichst nur die eigenen Funktionäre, Mitglieder und Stammwähler bemerken.

Das wird allerdings schon deshalb unmöglich sein, weil im Bundeskanzleramt eine Frau sitzt, die nicht nur fast schon planmäßig ihre Partei ruiniert und die Gesellschaft spaltet, sondern auch die Zukunft der Deutschen mit schwersten Hypotheken belastet. Immerhin hat Angela Merkel nun die stärkste Volkspartei im Lande geweckt, nämlich die Nicht- und Nichtmehrwähler. Und dafür muss man endlich auch der Bundeskanzlerin einmal sehr dankbar sein, oder?