Le Pen rügt Türkei-Deal von Merkel scharf

le penMarine Le Pen (Foto), Chefin des französischen Front National, wirft in einem Interview mit dem russischen Sender Lifenews der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel im Zusammenhang mit dem Türkei-Deal „echten Verrat“ vor. Erdogan zeige eine nicht akzeptable Haltung gegenüber dem IS und kaufe sogar Öl von den Terroristen. Das Abkommen, wonach Europa syrische „Flüchtlinge“ aus der Türkei übernehme und diese im Gegenzug jene Eindringlinge zurücknehme, die ab dem 20. März von da aus in die EU kamen, sei ein ernsthaftes demokratisches Problem, findet Le Pen.

„Zunächst einmal verfügt Frau Merkel nicht über die notwendigen Befugnisse. Zweitens handelte sie gegen den Willen der Mehrheit der Menschen in Europa. Sie führte Gespräche mit Erdogan zu inakzeptablen Bedingungen, wie zum Beispiel die sechs Milliarden Euro Subventionen, Visafreiheit für Türken und sogar die Aufnahme der Türkei in die EU – etwas, das Frankreich nie wollte. Dies ist ein echter Verrat und Verrat an den Menschen“, sagt Le Pen.

„Wir sind gegen eine Aufnahme der Türkei in die EU und bestehen auf der Freiheit der Franzosen, sich zu weigern, der von Merkel auferlegten Richtung zu folgen“, führte die Parteichefin aus. Sie warf den Türken Erpressung vor und macht klar, dass die Türkei nicht in die EU gehöre. „Die Türkei ist dabei, die Beziehungen zu islamischen Fundamentalisten zu etablieren. Das ist gegen die Interessen unseres Landes. Außerdem, es tut mir leid das zu sagen: Die Türkei ist kein europäisches Land, weder historisch, noch kulturell oder geographisch. Das bedeutet, sie kann kein Teil der Europäischen Union sein“, so Le Pen. (lsg)