Warum wirft niemand einen Schuh?

schuhattackeImmer wieder wagen sich Funktionäre der Bunten Republik, der „Herrschaft des Unrechts“, in die Öffentlichkeit und propagieren in „Diskussionsabenden“ ihre illegale Invasionspolitik. Schüchtern sitzen dann oft Hunderte von Deutschen auf ihren Stühlen und hören artig diesen Typen zu, die ihnen ganz offen erklären, wie sie mit Hilfe einer gesetzlosen Massenansiedlung wildfremder Afrikaner und Afghanen die Heimat ruinieren wollen – und niemand wirft einen Schuh. Warum nicht? Ist es Angst? Angst, für einen Augenblick im Leben im Mittelpunkt zu stehen? Angst, etwas Symbolhaftes, politisch Legitimes, aber nicht Erlaubtes zu tun? Die sprichwörtliche Angst der Deutschen, den Rasen zu betreten? Und ist diese Angst entschuldbar in einer Situation, in der Tausende von staatlichen Funktionären und Hunderttausende von illegalen Eindringlingen, ohne uns zu fragen, unseren Rasen betreten? Ein Beitrag zu einer überfälligen Debatte.

(Von Martin)

Die Szene im hessischen Lohfelden erlangte im letzten Herbst traurige Berühmtheit: Ein aufgeblasener staatlicher Funktionär mit dem Titel „Regierungspräsident“ erklärt Hunderten von anwesenden Deutschen, sie sollen ihr Land verlassen, wenn sie an Merkels illegaler, von A bis Z rechtswidriger Siedlungspolitik – laut Artikel 16a im Grundgesetz gibt es kein Asyl bei Einreisen aus Österreich – etwas auszusetzen hätten. Ein dreister Repräsentant eines lügenden, rechtsbrüchigen Staates pöbelt das Publikum an. Und obwohl damals Hunderte von Leuten im Saal waren, hat niemand einen Schuh geworfen. Was ist los mit den Deutschen?

Noch in den 70er Jahren hätte es vermutlich keine fünf Minuten gedauert, und ein paar kräftige Burschen hätten den Typen vom Podium geprügelt und dann auf dem nächsten Misthaufen abgeliefert. Das wäre ein echter Aufreger gewesen, die Bildzeitung hätte auf der Titelseite berichtet, und ganz Deutschland hätte erfahren, was für politische Kanaillen uns regieren. Vielleicht wären die kräftigen Burschen danach für ein paar Wochen in den Bau gewandert, wo sie ihre Strafe gern abgesessen hätten. Anschließend aber wären sie ihr ganzes Leben lang mit hoch erhobenem Kopf durch ihre Stadt gelaufen, und jeder hätte ihnen auf die Schulter geklopft. Der Herr „Regierungspräsident“ hätte sich hingegen nie mehr in die Stadt gewagt. Recht so.

Und heute? Zum Glück hatte ein einzelner Zuhörer wenigstens den Mut, die verbalen Unverschämtheiten des Herrn „Regierungspräsidenten“ mit dem iPhone zu filmen. Na bravo. Geholfen hat das iPhone allerdings nichts, die Bildzeitung schrieb kein Wort zu dem Vorfall, die Illegalen wurden angesiedelt, und die Einwohner von Lohfelden müssen sich nun für alle Zeit den Vorwurf anhören, ein Haufen Waschweiber und Memmen zu sein, die in einem ganz entscheidenden Augenblick ihrer Stadtgeschichte vor einem aufgeplusterten Funktionär der Herrschaft des Unrechts zu Kreuze gekrochen sind – kein nettes Urteil vielleicht, aber genau dieses Urteil werden die Enkel der heutigen Bewohner von Lohfelden der einst sprechen. Lohfelden ist und bleibt eine Schande!

Lohfelden aber ist kein Einzelfall, Lohfelden ist vielmehr ein Symbolfall: Ein Symbol für die geradezu knechtische Willfährigkeit der Deutschen in jenem schicksalhaften Herbst 2015, als ein bösartiger, verbrecherischer Staat mit Hilfe der Lüge, diese Millionen Leute da seien echte „Flüchtlinge“, nicht nur die Deutschen gezielt manipulierte, sondern auch in historisch beispielloser Art und Weise – Stichwort Artikel 16a – sein eigenes Verfassungsrecht brach. Kein anderer Staat der deutschen Geschichte hat die Deutschen so perfide hintergangen, belogen, betrogen und so offen sein eigenes geltendes Recht gebrochen, wie die Bunte Republik, die Merkelsche „Herrschaft des Unrechts“.

Dennoch: Keinem anderen Staat der deutschen Geschichte haben die Deutschen auch mit mehr Hingabe gedient als diesem. Hätte der „Regierungspräsident“ sein Publikum bespuckt – es hätte vermutlich selbst dann noch geklatscht. Der Widerstand der Deutschen gegen den bunten Lügenstaat und dessen nicht minder verlogene Repräsentanten („das sind Flüchtlinge“) ist und bleibt hühnerbrüstig. Warum?

Zum einen ist sicher nicht ganz von der Hand zu weisen, dass das traditionell, ja sprichwörtlich kriecherische Verhalten der Deutschen gegenüber dem eigenen Staat auf eine kulturell verinnerlichte Hochachtung vor allen beamteten Autoritäten zurückzuführen ist, ohne Zweifel ein Nachklang eines falsch verstandenen preußischen Erbes. Der Staat Preußen allerdings hatte sich diese Hochachtung mühsam verdient: Er hat die Deutschen nie belogen, er hat stets zum Nutzen seiner Untertanen gewirkt – dadurch unterscheidet sich Preußen ganz massiv von der heutigen Bunten Republik. Auch wenn ein Beamter der Bunten Republik daher keinen vergleichbaren – oder eigentlich gar keinen – Respekt verdient hat: die Reste der althergebrachten preußischen Achtung vor dem Staat und seinen Amtsträgern haben sich unter den Deutschen bis in die Gegenwart erhalten. Einem Beamten mit dem hochtrabenden Titel „Regierungspräsident“ begegnet man deshalb in Deutschland bis heute mit einer gewissen kultivierten Höflichkeit. Wir bleiben sogar dann höflich, wenn der „Regierungspräsident“ das Publikum mit abfälligen Bemerkungen, es soll doch gefälligst abhauen, verhöhnt. Man wirft also keinen Schuh nach einem solchen Typen, weil es in Deutschland aufgrund der preußischen Prägung und des darauf zurückgehenden kulturellen Restrespekts gegenüber staatlichen Amtsträgern generell als unschicklich gilt, einen Schuh nach einem deutschen Beamten zu werfen, selbst wenn sich dieser ganz offen als Repräsentant einer Herrschaft des Unrechts in Szene setzt.

Neben diesem preußischen Respekt scheint zudem eine gewisse Bedächtigkeit unserem allgemeinen Nationalcharakter zu entsprechen. Die Deutschen – so zeigt sich gerade in der aktuellen Lage wieder – sind wenig impulsiv. Sie murren und beschweren sich, aber sie handeln nicht, sie sind ein Stubenhockervolk. In Lohfelden ließen sich auch deshalb hunderte von Zuhörern von einem einzelnen Funktionär bepöbeln, weil man im Gegenzug mehrere konkrete, aktive Handbewegungen hätte vollführen müssen, die allesamt eine gewisse Anstrengung erfordert hätten: den Schuh ausziehen, ihn heben, man müsste zielen, und man müsste werfen. Vier Handlungsschritte also, die jeweils mit Überlegungen und Nachdenken verbunden sind: Warum einen Schuh? Warum ihn ausziehen? Direkt auf den Typen zielen oder lieber daneben? Reicht die Symbolik, oder sollte man den Kerl auch treffen? Und wenn man daneben wirft, wird man dann von den anderen ausgelacht? Und welche Versicherung zahlt, wenn der Schuh den feinen Anzug des Herrn „Regierungspräsidenten“ beschmutzt? Und warum soll man selber werfen, wenn der Nebenmann ja auch nicht wirft? Fragen über Fragen also, über die es ausgiebig nachzudenken gibt – und das kostet Zeit. Bis man sich entschieden hat, entweder absichtlich daneben zu werfen – also eine politische Symbolhandlung zu vollziehen – oder die Reinigung für den feinen Anzug zur Not aus eigener Tasche zu zahlen, ist der Moment vorbei.

Und vielleicht ist diese Denkfreudigkeit, diese Neigung zur schwachbrüstigen Introvertiertheit und Vergeistigkeit des eigenen Daseins auch eine Besonderheit des konservativen Publikums. Linke Spontis hätten überhaupt keine Probleme damit gehabt, dem Herrn „Regierungspräsidenten“ eine Torte ins Gesicht zu klatschen und ihn dann mit lautem Gejohle aus dem Saal zu brüllen. Rechte Spontis hingegen sind ein Widerspruch in sich – es gibt sie nicht, es wird sie auch nie geben. Rechte sind nicht spontan, sondern Grüblertypen. Vielleicht ist das auch gut so: Wir lesen gern Bücher über Helden vergangener Zeiten, aber selber wollen wir keine Helden sein. Wir leben in unseren Phantasien, wir träumen von einer Rückkehr eines friedlichen, sicheren, ehrlichen, rechtsstaatlichen, kurz: eines deutschen Deutschlands – aber wir unternehmen keine wirklich konkreten Schritte, dieses Deutschland auch zu erreichen. Diese Träume unterscheiden uns von den Linken, die keine Hemmungen haben, für ihre Ziele sofort, bei jedem Anlass und in aller Konsequenz, gemeinsam oder allein, zur Tat schreiten. Genau deshalb – und nur deshalb – haben sie ihre Ziele letztlich auch erreicht.

Lohfelden ist daher nicht nur ein Symbol für die Frechheiten eines manipulativen, verlogenen und rechtsbrüchigen Staates, Lohfelden ist auch ein Symbol für die knechtische Duldsamkeit des Publikums.

Heute, ein halbes Jahr später, ist Lohfelden überall – und noch immer wirft niemand einen Schuh, nicht einmal in Blankenese, obwohl man es sich dort locker leisten könnte. Ob die oben genannten Erklärungen eines fernen Tages aus Sicht unserer Enkel, denen wir ein brennendes Deutschland hinterlassen werden, ausreichen werden, diese unsere knechtische Passivität gegenüber einem politischen Unrechtsstaat zu entschuldigen, wird die Zukunft zeigen. Zweifel an dieser Hoffnung auf Entschuldigung sind sicher berechtigt.

Wer will, mag die aktuelle Stillhaltekultur, mit der wir die staatlichen Frechheiten der Gegenwart ertragen, natürlich auch als Zeichen von Selbstdisziplin bezeichnen. Vielleicht ist diese Disziplin typisch deutsch. Vielleicht ist es deshalb auch typisch deutsch, dass wir Deutsche nicht einmal in der Stunde der Gefahr, in der andere Völker die Herrscher des Unrechts schon längst vom Hof gejagt hätten, die Undiszipliniertheit besaßen, einen Schuh zu werfen. Und das ist vielleicht auch etwas wert.