M. Paulwitz: Der Westen hat ein Islam-Problem

13510788_10154970420334942_3304952770928643376_n[…] Der aus Ägypten stammende Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad hat das Kernproblem zuletzt klar benannt: „Der Islamische Staat ist das legitime Kind von Mohammed.“ Es gebe nichts, was der IS tue, was Mohammed und seine Gefährten seinerzeit nicht auch getan hätten. Die Aufteilung der Welt in Gläubige und Ungläubige, die Verherrlichung von Grausamkeit gegen letztere und der Aufruf, den Islam mit Krieg und Gewalt auszubreiten, das alles steckt im Vorbild des Propheten.

Der zur Ablenkung gern bemühte Hinweis auf entsprechende „Stellen“ in der Bibel ist zweifach irreführend. Faktisch, weil es in unseren Breiten nun mal keinen religiös fundierten und von breiten Strömungen getragenen christlichen Terrorismus gibt; und übrigens auch keinen buddhistischen, hinduistischen oder konfuzianischen. Und geistesgeschichtlich, weil die islamische Überlieferung weder eine neutestamentliche Läuterung noch eine Rationalisierung durch Reformation, Aufklärung oder Säkularisierung kennt.

Junge Moslems feiern Anschläge

Ohne einen solchen Filter bleibt die Differenzierung zwischen „Islam“ und „Islamismus“ ein müßiges, von außen bemühtes Konstrukt ohne Erkenntniswert, das von den meisten Moslems abgelehnt wird. „Islam und Islamismus sind so lange nicht voneinander zu trennen, wie Koran und Sunna als absolut und für alle Zeiten wahr ausgegeben werden“, bringt es der Islamwissenschaftler Tilman Nagel auf den Punkt.

(Auszug aus einem Artikel von Michael Paulwitz, der komplett in der JUNGEN FREIHEIT gelesen und hier auf Facebook geteilt werden kann)