Orlando – das Ende der Regenbogenkoalition?

hillNoch sind viele Einzelheiten unklar, doch schon jetzt ist klar: Die moslemische Terrorattacke auf die Schwulendisko „Pulse“ in Orlando (Florida) stellt eine Zäsur dar. 50 Todesopfer forderte der größte Terrorangriff seit dem 11. September 2001 auf amerikanischem Boden, der blutigste Amoklauf in der jüngeren US-Geschichte und der schwerste Anschlag auf Homosexuelle überhaupt. Weitere rund 50 Menschen wurden verletzt und ringen zum Teil auf der Intensivstation um ihr Leben.

(Von Falko Baumgartner)

Für die vermutliche demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton ist der Anschlag der politische Super-GAU. Wie ihr Parteikollege und ehemalige Rivale Präsident Obama stützt sich Clinton auf eine weitgefächerte Koalition sogenannter „Minderheiten“ sowohl ethnischer Art (Schwarze, Latinos, Asiaten, Moslems) als auch geschlechtlicher Natur (Frauen, Schwule, Lesben, LGBT). Die einzige Klammer dieser äußerst heterogenen Allianz: Der gemeinsame Kampf gegen den angeblich „privilegierten“ weißen, heterosexuellen, männlichen Euro-Amerikaner, der diese Personengruppen an der sozialen, rechtlichen und politischen Gleichstellung hindere. Gut verstanden haben sich die meisten dieser Gruppen nie untereinander, aber das hat keine besondere Rolle gespielt, solange für alle genug Beuteanteile aus dem Bestand der historischen amerikanischen Nation herausgeschnitten werden konnten („affirmative action“). Auch Weiße wie Hillary Clinton oder der amtierende Vize-Präsident Joe Biden können nach wie vor Führungspositionen in der Partei einnehmen, sofern sie sich dem Kurs der Umverteilung und der (Selbst)entmachtung der Weißen verschreiben.

Doch jetzt könnte das Blutbad von Orlando die Regenbogenkoalition der Demokraten aufsprengen. Eine Minderheit (Muslime) massakriert eine andere (LGBT) – aus Hass auf selbige. Viele der Opfer sind überdies Latinos, eine weitere Gruppe liberaler Schutzbefohlener, denn es war „lateinamerikanische Nacht“ im Pulse. Der Täter Omar Mateen ist ein afghanischer Einwanderer der zweiten Generation mit amerikanischer Staatsbürgerschaft. Clinton steht damit ein politischer Spagat sondergleichen vor. Wie kann sie den Schwulen die wachsende Angst vor dem Import islamischer Homophobie nehmen, wenn sie gleichzeitig die moslemische Masseneinwanderung nach Amerika befürwortet?

Liberale beeilen sich, das Narrativ auf Nebengleise umzulenken. Obama versucht in seiner kurzen Stellungnahme einen Zusammenhang zum Waffenrecht herzustellen. Aber haben die strengen europäischen Waffengesetze die islamischen Anschläge in Paris und Brüssel verhindert? Welche im Handel erhältliche Waffe läuft schießend oder bombend umher und ruft dabei „Allahu Akbar“? Daß der gemeinsame Nenner von San Bernardino, Bataclan und Maalbeek die gemeinsame islamische Religionsideologie der Attentäter ist, läßt sich selbst für liberale Realitätsverweigerer immer schwerer leugnen.

Mateen wurde zweimal vom FBI wegen radikaler Tendenzen einer Befragung unterzogen – ergebnislos. Wenn aber westliche Inlandsgeheimdienste nicht einmal einen einzigen Verdächtigen effektiv überprüfen können, wie können sie dann die Terrorgefahr einschätzen, die von hunderttausenden, unbekannten „Flüchtlinge“ aus dem Nahen Osten ausgeht? Reicht es, indem man sich auf merkelsche Metaphysik verläßt („wir schaffen das“)?

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat bereits kurz nach dem islamischen Massaker in San Bernardino im Dezember mit außergewöhnlichem Mut ein Moratorium für muslimische Einwanderung gefordert. Jeden anderen westlichen Spitzenpolitiker hätte diese öffentliche Forderung erledigt, doch Trump überlebte nicht nur den beispiellosen liberalen Shitstorm, sondern legte in den Umfragen zu den republikanischen Vorwahlen sogar noch zu. Seine Warnungen wurden nun in Orlando auf tragische Weise bestätigt.

Trump erwächst damit politischer Spielraum, um sich gegen die feindseligen Massenmedien durchzusetzen und wichtige Wähler aus Clintons wackliger Koalition der Gegensätze zu gewinnen. Er kann jetzt die Initiative nutzen, um für sein Projekt einer umfassenden Sicherung des amerikanischen Nationalstaats gegen die importierte Drittwelt-Barbarei zu werben. Clinton ist dagegen erstmals in die Defensive gedrängt. Orlando wird den religiösen Glauben der Linken in die Überlegenheit der United Nations of America über die United States of America, von importierter Vielfalt über gewachsene Homogenität nachhaltig erschüttern. Nichts wird in ihrer selbstgewissen Welt wie vorher sein. Orlando ist der Anfang vom Ende der Koalition aller gegen den europäischen Mann. Der Zeitpunkt für einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der westlichen Politik rückt näher.