Roger Köppel zur afrikanischen Völkerwanderung

Die europäischen Grenzen gegen Afrika müssen dichtgemacht werden. In der heutigen Form funktioniert Schengen nicht. Entweder man baut eine echte zentralistische Grenz­sicherung auf in der Verantwortung Brüssels, oder aber man gibt die Verantwortung den Mitgliedstaaten zurück und führt die alten Landesgrenzen wieder ein. Heute haben Italiener, Griechen oder Spanier keinen Anlass, die Flüchtlinge aufzunehmen oder zu registrieren. Sie lassen sie weiterziehen, damit sie zum Problem der anderen werden. Die Frage stellt sich, ob man das Mittelmeer überhaupt dichtmachen kann. Viele Experten verneinen dies. Tatsache ist, dass im Ersten Weltkrieg die britische Kriegsmarine eine sehr wirksame Seeblockade gegen das von den Deutschen beherrschte Europa zustande brachte. Was damals ohne Radar und mit primitiver Navigation in der nebligen Nordsee gelang, sollte im sonnigen Mittelmeer bald hundert Jahre später durchaus möglich sein.

Folgt Europa den Empfehlungen des Papstes, der EU-Kommission, der Uno und der veröffentlichten Meinung, wird man das Asylrecht ausbauen, die Einreisegesetze lockern und die Grenzen öffnen. Die Folge wäre eine stetig bis massiv wachsende, demografiegetriebene Wirtschaftsmigration mit Flüchtlingen, die im klassischen Sinn keine an Leib und Leben bedrohten Flüchtlinge sind, sondern Menschen, die es verlockender finden, im nahe gelegenen Europa ihr Glück zu suchen, als sich zu Hause mit dem mühseligen Aufbau ihrer verwüsteten Heimatstaaten zu beschäftigen. (Dies ist der Schluss eines informativen, längeren Artikels in der WELTWOCHE!)