Was auf uns zukommt

sattoufDer neue »Spiegel« bringt eine große Geschichte über den »IS im Kinderzimmer«: Minderjährige Nachwuchs-Extremisten seien »der neue Schrecken der Behörden«. Tja, so ist das, wenn man die Etablierung von Parallelgesellschaften hinnimmt und kein Auge auf leicht zu beeinflussende junge Menschen in einem zunehmend radikalen Umfeld hat.

Was den Einblick in die Vorläufergeneration dieser Menschen zwischen zwei Welten – dem freiheitlichen Westen und dem archaischen Orient – angeht, so hat mit Riad Sattouf (Foto oben) der Sohn einer Französin und eines Syrers ein bedeutendes Werk geschaffen. Der ehemalige Zeichner der französischen Satirezeitschrift »Charlie Hebdo«, der zwischen Paris, Tripolis und Homs aufgewachsen ist, hat seine Kindheit in einem zweibändigen Comicwerk niedergeschrieben.

»Der Araber von morgen« heißt das Ganze, und wie Ellen Kositza, Literaturredakteurin der Zeitschrift »Sezession«, in Besprechung festhält: Die Bücher lassen direkt in Leben und Seele eines Kindes schauen, das dort aufwächst, spielt und zur Schule geht, von wo mittlerweile Massen sogenannter »Flüchtlinge« zu uns strömen. Wer (im Gegensatz zu unseren menschlichkeitsbesoffenen Regierenden) wissen will, was der Hintergrund dieser Menschen ist und welche Vergangenheit sie mit sich herumtragen, der sollte zu Riad Sattoufs autobiografischen Zeichnungen greifen. Schonungslos wird dort alles offengelegt, vom Antisemitismus im Bildungskanon bis hin zu fast selbstverständlichen Ehrenmorden. Die Video-Rezension findet sich hier:

Bestellinformationen:

» Riad Sattouf: Der Araber von morgen. Eine Kindheit im Nahen Osten (1978–1984), Band 1, München 2015. 160 Seiten, 19,99 Euro – hier bestellen!
» Ders.: Der Araber von morgen. Eine Kindheit im Nahen Osten (1984–1985), Band 2, München 2016. 160 Seiten, 19,99 Euro – hier bestellen!