AfD-Meutherei: Gutachten online

maas-compact Wem es bei dem schönen Wetter am heutigen Sonntag langweilig ist, kann sich am Antisemitismus-Gedeon-Gutachten von Professors Werner Patzelt ergötzen, das vom AfD-Bundesvorsitzenden Meuthen an der Stuttgarter Fraktion vorbei bestellt worden war. Patzelt, der auch als Pegida-Begutachter durch die Presse geistert, kommt dabei trotz Untersuchung von „Antijudaismus“, „Antizionismus“ und „Antisemitismus ersten, zweiten und dritten Grades“ zu keinem eindeutigen Ergebnis, empfahl aber von Professor zu Professor als CDU-Parteimitglied dem AfD-Parteimitglied Meuthen, den Gedeon aus dem Landtag oder zumindest aus der Fraktion zu werfen:

Es ist richtig, dass Wolfgang Gedeon im untersuchten Buch nirgendwo gegen Juden hetzt und auch an keiner Stelle jenen biologisch-rassistischen Antisemitismus vertritt, der – aufgrund zumal des Holocaust und seiner inhaltlichen Begründung – bei der Rede vom Antisemitismus zuallererst in den Sinn kommt. Gedeon nennt den Holocaust auch klar ein Massenverbrechen, was offensichtlich voraussetzt, dass er die Tatsächlichkeit des Holocaust nicht bestreitet. Er macht aber ein Problem daraus, dass die Bestreitung dessen, was unzweifelhaft der Fall war, auch strafbewehrt sein soll…

Gebe zu, habe den restlichen Schmonz gar nicht gelesen, weil er mir wurscht ist, und den tieferen Sinn des Gutachtens bestätigt heute sogar die FAS. Angezeigt hatte den Gedeon ja die kommunistische Stasi-Spitzelin IM Viktoria, alias Anetta Kahane, die jetzt für den Reichsführer Justiz, Heiko Maas, arbeitet (siehe Compact-Titel), und dabei auch PI und andere denunziert (siehe Akifs Eintrag hier). Die FAS schreibt heute entlarvend (Seite 5):

Dann schaffte die Partei mit 15 Prozent den Einzug in den Landtag, und Meuthen kamen nach eigener Aussage noch am Wahlabend die ersten Zweifel, ob man mit diesen Leuten würde Politik machen können. Dann kam ihm der Konflikt um Gedeons Antisemitismus nicht ganz ungelegen – er entschied sich für eine mehrstufige Eskalationsstrategie zur angeblichen Reinigung der Partei, drohte mit Rücktritt, ließ mehrfach abstimmen und erzwang schließlich am Dienstag noch einmal eine Abstimmung, die er wieder verlor…

Wer sich hier parteischädlich zur Befriedigung eigener Machtansprüche verhält, ist völlig klar. Petry kam übrigens auf Wunsch der Meuthen-Gegner nach Stuttgart, um die AfD zu befrieden, Herr Gauland! Jetzt ist die Fraktion bekanntlich gespalten und arbeitsunfähig, Mitarbeiter haben gekündigt, und Gedeon darf nun zu jedem Thema, das im Landtag anliegt, als Fraktionsloser 3 Minuten sprechen, das Recht hat er.

Bernd Grimmer, ein früherer Grüner, will künftig mit Unterlassungsklagen gegen Meuthen vorgehen, wenn der die andere Fraktion mit Antisemitismus in Verbindung bringt. Es wird auch juristisch entschieden werden müssen, ob die AfD überhaupt zwei Fraktionen haben darf, was übrigens kein normales AfD-Mitglied will. Das lernte der selbstherrliche Abgeordnete Daniel Rottmann, der vorschnell zu Meuthen wechselte, als er nach Hause kam. Sein Kreisverband Ulm-Alb-Donau stellte sich nämlich zu 100 Prozent gegen ihn und Meuthen.

Noch andere Meutherei-Anhänger werden aufwachen. Die Parteimitglieder und Wähler wollen eine einige AfD und keinen Streit und keine Abspaltung. Im September soll es einen Sonderparteitag in Stuttgart geben. In der Zwischenzeit drängt der karrieregeile Schäuble-Schwiegersohn Strobl (CDU) als Kretschmanns neuer Innenminister auf eine Beobachtung der AfD wegen Antisemitismus und Machtergreifung. Zudem würden bereits jetzt Einzelpersonen der AfD durch den Verfassungsschutz beobachtet!

Soviel zur Meutherei heute!