Dallas: Fünf Polizisten bei Demo erschossen

dallas_polizeiNachdem in den vergangenen Tagen zwei Schwarze bei Polizeikontrollen von Beamten erschossen worden waren gingen am Donnerstagabend in Dallas, im US-Bundesstaat Texas nach einem Aufruf der Bewegung „Black Lives Matter“ mehrere hundert Menschen auf die Straße, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. Der Protest wurde ordnungsgemäß von Beamten begleitet als mehrere Heckenschützen, laut Polizei von erhöhten Positionen aus, das Feuer auf die Polizisten eröffneten. 12 Uniformierte wurden getroffen, fünf davon tödlich.

(L.S.Gabriel)

Einer der Täter hatte sich in einem Parkhaus verschanzt und gedroht mehrere Bomben in der Stadt hochgehen zu lassen. Bisher wurde ein verdächtiges Paket gefunden. Laut Aussagen des Polizeichefs David Brown, starb einer der Täter durch einen Sprengsatz der Polizei, die damit seine Salven auf die Beamten unterbinden wollte. Drei weitere Verdächtige, darunter auch eine Frau, wurden verhaftet.

Einer der Schützen gab gegenüber der Polizei an, er sei über die beiden zuletzt von Beamten getöteten Schwarzen so verärgert, dass er möglichst viele Polizisten töten wolle.

Die Polizei twitterte dieses Foto eines Verdächtigen mit Gewehr und bat um Hilfe:

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US-Präsident Barack Obama sprach von einer „bösartigen, berechnenden und verabscheuungswürdigen Tat“, bei der es sich „nicht um Einzelfälle“ handle und sicherte der Polizei vollste Unterstützung zu. „Es gibt keine mögliche Rechtfertigung für diese Art von Attacken.“ Jeder der Beteiligten werde zur Rechenschaft gezogen, so Obama in einem Statement.

In Amerika kommt es immer wieder zu Protesten, vor allem der schwarzen Bevölkerungsgruppen, gegen die Polizei, von der sich die Afroamerikaner brutal verfolgt und diskriminiert sehen.

Sicher ist das Vorgehen der Polizei in den USA, speziell in Texas, etwas ganz anderes, als die Deeskaltionspädagogik unserer Ordnungshüter. Aber es muss eben auch gesehen werden, dass die Art und das Ausmaß der Kriminalität in Amerika (noch) nicht mit unseren Verhältnissen zu vergleichen ist. Die Waffen sitzen locker, vor allem bei den Verbrechern in den USA und Polizisten stehen, auch bei simplen Verkehrskontrollen, oft mit einem Bein schon im Grab. Demnach ist die Nervosität erhöht, aber auch der finale Schuss oft nur eine Frage der Eigensicherung oder aber der, der bedrohten Bürger.

Bereits vor Jahren ergab eine Studie der Universität Boston, dass Schwarze öfter durch Kugeln sterben, weil sie schlicht auch öfter die schussbereiten Täter seien. Schwarze Jugendliche seien unverhältnismäßig kriminell. Die Statistik zeigte, dass mehr als die Hälfte der wegen Mordes oder Totschlages Verhafteten Schwarze waren, diese machten zu dem Zeitpunkt aber nur 13,4 Prozent der Bevölkerung aus. Dennoch stilisiert sich diese Bevölkerungsgruppe stets als erstes Opfer von Polizeigewalt.

In vergangenen Jahren war es in Städten wie Ferguson (PI berichtete mehrfach), Baltimore oder New York zu zum Teil gewalttätigen Exzessen der Schwarzen bei Demonstrationen gegen die Polizei gekommen.

Hier Videos vom Zeitpunkt des feigen Angriffs: