+++EILMELDUNG+++ Ein Toter, mehrere Verletzte bei Sprengstoffanschlag in Ansbach

ansbach2Kurz nach 22 Uhr kam es am Sonntag in der Innenstadt von Ansbach in Mittelfranken vor dem Eingang einer Musikveranstaltung zu einer Explosion. Dabei wurde ein Mann getötet und etwa zehn Personen verletzt. Erst ging man von einer Gasexplosion aus. Die Bürgermeisterin von Ansbach sprach bereits früh von einem Sprengsatz. Nun geht auch das bayerische Innenministerium nicht mehr von einem Unfall, sondern von einer geplanten Detonation mindestens eines Sprengkörpers aus. Die Innenstadt ist komplett abgeriegelt. Die Einsatzkräfte sind im Großeinsatz, auch ein Helikopter und das Spezialeinsatzkommando der Polizei (SEK) sind vor Ort. Die Polizei hat im Stadthaus eine provisorische Einsatzzentrale eingerichtet. Die Musikveranstaltung mit rund 2.500 Besuchern wurde abgebrochen.

Die PI-Berichterstattung wird hier fortgesetzt.

Update 16.40 Uhr: Bayerns Innenminister Herrmann geht von einem „islamistischen Hintergrund“ der Tat aus. Auf einem Laptop und sowie zwei Handys des Täters wurden „Gewaltvideos mit islamistischer Ausrichtung und salafistischem Inhalt“ gefunden.

Update 15.25: Bundesinnenminister de Mazière gab auf einer PK bekannt, dass sowohl der Bomber aus Ansbach, als auch der Macheten-Schlächter aus Reutlingen „sicherheitsüberprüft“ waren. Der Bomber aus Ansbach heißt Mohammed D.

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Sein Asylantrag wurde am 2.12.2014 abgelehnt und die Abschiebung angeordnet. Dies wurde in einer einstweiligen Verfügung des Amzsgerichtes bestätigt. Daraufhin reichte de Asylbewerber ein ärztliches Attest wegen „psychischer Labilität“ ein. Er soll zwei Suizidversuche mit entsprechender Klinikbehandlung hinter sich haben. Die Abschiebung wurde aufgehoben. Am 13.7.2016 erhielt er eine erneute Ausreisaufforderung mit einer Abschiebeandrohung nach Bulgarien, falls er nicht selbstständig ausreist. De Mazière wurde gefragt, ob er weiterhin den Flüchtlings-Optimismus der Kanzlerin teile und bejahte dies. Die meisten Flüchtlinge kämen nicht in böser Absicht, sondern weil sie verfolgt seien oder „ein besseres Leben erwarten“. Auf die Frage, ob die Identitätsverschleierung der Flüchtlinge ein zunehmendes Problem sei, sagte der Minister, man müsse mehr gegen die Radikalisierung der hier lebenden Flüchtlinge tun. Für Terroreinsätze würde laut „Weißbuch“ in Zukunft auch die Bundeswehr zur Verfügung stehen. Dies sei laut BVerfG ohne Verfassungsänderungen vom GG gedeckt.

Update 13.50: Insgesamt 15 Verletzte, vier davon schwer, drei konnten nach Hause gehen. Einige Opfer seien erheblich traumatisiert. Innenminister Hermann: „Meine persönliche Einschätzung ist, dass ich es leider für sehr naheliegend halte, dass hier ein echter islamistischer Selbstmordanschlag stattgefunden hat.“ Laut Herrmann war der Täter polizeibekannt. Justizminister Bausback: „Islamistischer Terror hat Deutschland erreicht.“ Der Täter soll dabei gewesen sein, den Rucksack abzustellen, als die Bombe explodierte. Er hatte mehrere Handys dabei und telefonierte vorher. Die Bundesregierung warnt vor Generalverdacht gegen Flüchtlinge. Laut Bundesinnenministerium sollte der syrische Attentäter Mohammed D. eigentlich nach Bulgarien abgeschoben werden. Sprecher: „Ich kann Ihnen zur Stunde nicht sagen, warum diese Abschiebung nicht vollzogen worden ist.“ US-Kasernen in Ansbach erhöhen ihre Sicherheitsvorkehrungen.  Die Spurensicherung hat die Sachen des Täters aus einem Hotel in Ansbach geholt. Der abgelehnte Asylbewerber im Duldungsstatus war regelmäßiger Kunde des Sozialamts und dort als „freundlich, unauffällig und nett“ bekannt. Außerdem hatte er sich erfolglos in einem Schnellrestaurant beworben.

Update: 03.46  UhrPressekonferenz mit dem bayerischen Innenminister: Beim Attentäter handelt es sich um einen 27-jährigen, polizeibekannten Syrer, einen „Flüchtling“ aus einer Ansbacher Unterkunft, der sich seit zwei Jahren in Deutschland aufhielt und dessen Asylantrag bereits vor einem Jahr abgelehnt worden war. Der Innenminister bestätigt, der Attentäter wollte mit einem Sprengstoffrucksack das Festgelände betretet, wurde daran gehindert und zündet dann vor dem Eingang die Sprengladung. Er starb infolge der Detonation und 12 Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Weiteren Berichten zufolge wurden im Umkreis des Explosionsherdes Metallteile gefunden, möglicherweise handelte es sich um eine Nagelbombe.

02.55 Uhr – Innenministerium bestätigt, der Tote ist der Tatverdächtige
02.10 Uhr – Unbestätigten Berichten zufolge sprechen Einsatzkräfte von einem explodierten Rucksack. Kurz vor der Detonation sei einem Mann mit einem Rucksack der Eintritt zum Musikfestival verweigert worden. Ob das im Zusammenhang steht ist auch nicht geklärt

Zweite Pressekonferenz mit Innenminister Herrmann:

Erste Pressekonferenz von unmittelbar nach dem Geschehen mit der Bürgermeisterin von Ansbach und der Einsatzleitung: