München: Iraner soll Breivik-Nachahmer sein

ali-sonbolyDer „Deutsch-Iraner“ Ali Sonboly (18, Foto), Sohn eines Taxifahrers, hat gestern, am 22. Juli neun Menschen getötet. 16 Verletzte sind noch in Krankenhäusern. Drei Opfer schweben in Lebensgefahr, darunter ein 12-Jähriger mit einer Schussverletzung am Kopf. Die meisten Opfer sind zwischen 14 und 21 Jahre alt. Heute gab es eine Pressekonferenz von Polizei, Staatsanwaltschaft und Landesregierung Bayern. Es wurde gesagt, der Täter sei ein Amoklauf-Fan und es sei vermutlich kein Zufall, dass die Tat am 5. Jahrestag des Breivik-Attentats geschah. Außerdem sei er psychisch krank. Ein politisch-islamistischer Hintergrund wurde verneint.

Informationen aus der Pressekonferenz der Polizei und Staatsanwaltschaft München:

Täter: Der Täter ist 18 Jahre alt, in München geboren und aufgewachsen, Schüler, ein Bruder. Doppelte Staatsbürgerschaft deutsch und iranisch. Es gibt nach Polizeiangaben keine Anhaltspunkte für einen Bezug zum IS. Bisher wurde kein Abschiedsbrief gefunden. Das Umfeld muss noch aufgeklärt werden. Zur Schule will die Polizei trotz mehrfacher Nachfragen der Presse keine Auskunft geben.

Tathintergrund: Der Täter hat sich intensiv mit dem Thema Amok beschäftigt, wie eine Zimmerdurchsuchung ergab. Gefunden wurde unter anderem das Buch „Amok im Kopf – Warum Schüler töten“ sowie entsprechende Zeitungsartikel. Ein Journalist fragt, ob der Täter sich auch mit dem Attentat in Würzburg beschäftigt hat. Die Polizei kann das weder ausschließen, noch bestätigen. Der Polizeisprecher macht darauf aufmerksam, dass gestern der 5. Jahrestag des Breivik-Attentats war. Es läge auf der Hand, dass der Täter sich auch mit diesem größten jemals stattgefundenen Amoklauf beschäftigt habe. Journalisten sprechen immer wieder einen möglichen Facebook-Aufruf des Täters an. Es gibt Hinweise darauf, dass er einen Facebook-Account gehackt hat, um Jugendliche zu einem McDonalds einzuladen, sagt die Polizei.

Tatablauf: Genauer Ablauf der Tat wird gerade aufgeklärt. Es gibt noch keine zeitlich-räumliche Rekonstruktion.

Tatwaffe: Er hatte eine Pistole Marke Glock aus Österreich, 9 mm Waffe, illegal beschafft, Seriennummer ausgefeilt. Er hatte keinen Waffenschein. Im Magazin war noch Munition. Im Rucksack Patronen, über 300 Schuss. Anzahl seiner Schussabgaben bisher unbekannt. Ob er ein geübter Schütze war, kann noch nicht gesagt werden. Eltern wurden bezüglich Waffenbesitz noch nicht verhört.

Opfer: 9 erschossene Menschen, darunter viele Jugendliche (14, 15, 15, 17, 19, 20, 45), drei weibliche Opfer. 27 Verletzte, davon 10 schwer verletzt, 4 Personen mit Schussverletzungen. Die überlebenden Opfer sind noch nicht vernehmungsfähig. Auch die Eltern des Täters stehen unter Schock.

Einsatz: 2300 Einsatzkräfte. Zur Zeit 800 mit Aufklärung beschäftigt. Eine Zivilstreife hatte Kontakt zum Täter und hat auf ihn geschossen, kein Treffer (zur Freude von Frau Künast). Es gingen 4300 Notrufe ein. Es hat auch Einsätze am Stachus, Marienplatz und anderen Orten gegeben, weil dort ebenfalls Schießereien gemeldet wurden. Die GSG9 wurde von München aus angefordert und vom Bundesinnenminister bewilligt. Es gab keine Festnahmen (obwohl die englische Presse entsprechende Bilder veröffentlichte, hier und hier) und keine Personen, die unter Polizeischutz gestellt wurden.

Staatsanwaltschaft: Staatsanwalt ermittelt wegen Mordes. Man geht von einem Täter aus, der sich selbst gerichtet hat. Gesucht wird auch nach dem Waffen- und Munitionshändler. Es handele sich um einen klassischen Amoktäter ohne jegliche politische Motivation. Bundesanwaltschaft lehnt daher Verfahren ab. Obduktion ergab 1 Schussverletzung im Kopf, aufgesetzter Schuss eines Linkshänders, Suizid. Nicht von einem Polizei-Pojektil getroffen. Befand sich in psychiatrischer Behandlung wegen Depressionen. 2010 und 2012 als Opfer einer Körperverletzung und eines Diebstahls  bekannt. Toxikologische Untersuchung nach Drogen dauert noch an.

Beweismittel Video Parkhausdach: Dazu kann die Polizei noch nichts sagen.

PK Horst Seehofer: Bayern durch zwei Attentate innerhalb weniger Tage erschüttert. Weltweite Reaktionen. Wir müssen herausfinden, was den Täter getrieben hat. Unschuldige Menschen sind in ihrer Alltagsumgebung zum Opfer gefallen. Wir müssen unser Leben und unsere Werte weiterleben. Wir müssen alles dafür tun, unsere Freiheit zu verteidigen. Ohne Sicherheit gibt es keine Freiheit. Wir haben einen handlungsfähigen und starken Staat – spricht dabei ausdrücklich über die bayrische Polizei. Er war persönlich nachts im Polizeipräsidium dabei. Bevölkerung kann sich darauf verlassen, dass alles Erdenkliche zu ihrem Schutz getan wird. Wir müssen bestmöglich vorsorgen. Stand im Kontakt mit Merkel, die heute Nachmittag einen Kommentar abgeben will. Seehofer will den Tatort für eine Gedenkminute aufsuchen, zusammen mit OB Reiter und Landtagspräsidentin. Am Sonntag in 8 Tagen Trauerakt im bayerischen Landtag. Alle Parteiveranstaltungen (Bierzelte) werden bis dahin abgesagt, ebenso Empfang bei Bayreuther Festspielen. Fordert Zurückhaltung bei öffentlichen Veranstaltungen.


Viele Fragen der Journalisten beziehen sich auf „Ballerspiele“, den Amoklauf von Winnenden sowie einen Facebook-Account. Hierzu finden sich im Netz Hinweise wie dieser:

iranischer-attentaeter-muenchen

Ein Sreenshot vom FB-Account vor der Löschung:

Die deutsche Presse bemühte sich schon vor der Pressekonferenz, das grausame Attentat aus dem Blickfeld des islamischen Terrors zu rücken. Beispiel tz:

Eine religiös oder politische motivierte Tat kann aber offenbar ausgeschlossen werden.

Der Iran beeilte sich, das Attentat zu verurteilen.

In der internationalen Presse befinden sich Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund:

Mirror:

Reports have named Ali David Sonboly as the 18-year-old gunman who killed 9 people in a shooting spree at a McDonalds and shopping centre in Munich last night.

In footage he was seen bursting from a McDonald’s restaurant toilet before opening fire on children he reportedly screamed ‚Allahu Akbar‘ before shooting them at close range.

He then pushed through the front doors into the street and carried on shooting, killing at least one pedestrian whose body was later pictured covered on the ground.

Witnesses reportedly heard the man, who appeared in the footage to be carrying a red Pokemon rucksack, screaming: “Ich bin Deutsch, scheiss Ausländer” – “I’m German, f*** foreigners” before opening fire.

Daily Mail:

Did Munich killer Ali Sonboly lure children to their deaths on Facebook?

Witnesses said the shopping centre gunman screamed ‚I’m German‘ and ‚Allahu Akbar‘ before shooting

He has been identified as an 18-year-old Iranian, who has been living in Munich for more than two years

He lured some of his young victims to their deaths with a promise of free McDonald’s food.

A fake Facebook page reportedly told youngsters to gather in a specific fast food restaurant yesterday afternoon for the special offer. At around 5:50pm, the black-clad shooter burst from the restaurant’s toilets and began ‚killing the children‘ with a pistol, witnesses said.

He confirmed the attacker had dual nationality and had lived in Germany for some time – at least two years, possibly much longer.

The motive for the attack, which was captured in numerous dramatic videos, remained unclear this morning, however police were investigating footage posted online which showed the gunman talking of being ‚bullied for seven years‘, raising fears it was a revenge attack on youngsters who had wronged him.

But just a week after another teenager attacker launched an ISIS-inspired axe attack on a German train, witnesses in McDonald’s described hearing yesterday’s attacker shouting ‚Allahu Akbar‘, or ‚God is Great‘, a cry used by Islamist terrorists during previous attacks. And ISIS supporters took to social media in the hours after yesterday’s atrocity to celebrate the killings.

She told CNN: ‚I come out of the toilet and I hear, like an alarm, boom, boom, boom. He’s killing the children. The children were sitting to eat. They can’t run.‘

Loretta said she had been in the restrooms at the same time as the shooter, with her eight-year-old son. As he started shooting, he yelled ‚Allahu Akbar‘, she said.

The gunman claimed to have been born in Munich and brought up in a tough working class area on benefits. He ends the discussion by firing a shot towards those taunting him, sending them diving for cover.

One employee said: ‚Many shots were fired, I can’t say how many but it’s been a lot.

He said he saw only one attacker, who yelled an anti-foreigner slur and was wearing jack boots and a backpack.

He walked around there and screamed that he was German and grew up here.

Hier der CNN-Bericht mit der Aussage der Zeugin:

Auch türkische Medien, wie raa 5 berichten (Google-Übersetzung):

Nach ersten Berichten sind bei dem Vorfall drei Türken getötet worden. Der Angreifer hat möglicherweise anti-türkische Parolen angehoben. Aber die Polizei hat diese Informationen nicht bestätigt.

Vor dem Angriff der Angreifer: „Ich bin ein deutscher Allahu Akbar“ wurde angeblich gesagt.

Ein möglicher Anlass für die türkenfeindliche Äußerung („Scheiß Türken“) könnte zum Beispiel der schiitische und/oder ein kurdischer Hintergrund der aus dem Iran eingewanderten Familie sein. Sowohl die Schiiten (Iran) und Sunniten (Türkei) sind miteinander verfeindet, als auch die Kurden und die Türken.

Was man in dem Video vom Parkhausdach deutlich vernehmen kann, ist, dass der junge Massenmörder angibt, sieben Jahre lang gemobbt worden zu sein. Er sagt dort sogar, dass er in Behandlung war. Er sagt außerdem sehr vehement, dass er Deutscher sei. Da er sehr großen Wert darauf legte, als Deutscher anerkannt zu werden, ist es dann sehr wahrscheinlich,  dass er sieben Jahre lang von deutschen Jugendlichen gemobbt wurde? Hätte er in dem Fall nicht mehr Wert auf seine iranische Herkunft gelegt?

Auch steht noch die Frage im Raum, ob er den Facebook-Account im Stil eines türkischen Mädchens angelegt hat, um speziell türkische Jugendliche in das McDonalds zu locken. Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP hat er drei Kosovo-Albaner, drei Türken und einen Griechen erschossen. Sieben seiner Opfer sind also männliche ausländische  Jugendliche. Auf sie hatte er es wohl abgesehen. An einen Zufall kann man da kaum glauben. Merkels Meltingpot beginnt zu explodieren.