Die große Migrationswelle kommt noch

Derzeit leben etwa 370 Millionen Menschen in den 19 Ländern der Mena-Region, die sich von Marokko bis nach Jemen und Iran erstreckt. Bis zum Jahr 2030 dürfte die Zahl um fast 100 Millionen steigen, so die Prognose der Demographen. Allein die Zahl der Ägypter wächst in fünfzehn Jahren um etwa 28 Millionen, die der Algerier um 10 Millionen und die der Jemeniten um rund 9 Millionen, ein Drittel mehr als heute. „Das Hauptproblem ist, dass das Bevölkerungswachstum viel schneller ist als das Jobwachstum“, sagt Reiner Klingholz, der Direktor des Berlin-Instituts.

Der „Youth Bulge“

Jedes Jahr drängten etwa 5 Millionen junge Menschen neu auf den Arbeitsmarkt. Doch nur eine Minderheit von etwa 40 Prozent findet eine Stelle, die meisten schlecht bezahlt im Dienstleistungssektor und ohne soziale Absicherung. Es sind bloß einfachste Anstellungen, etwa als Obstverkäufer. Die Mena-Region und Subsahara-Afrika sind die Regionen mit der höchsten Jugendarbeitslosigkeit weltweit. Besonders gering ist die Beschäftigungsquote der Frauen. Umso höher sind die Geburtenraten.

Noch dramatischer erscheinen die Zahlen für Afrika und Arabien zusammen. Derzeit leben dort 1,3 Milliarden Menschen. Bis 2050 dürfte sich die Zahl auf 2,7 Milliarden verdoppeln, so die mittlere UN-Bevölkerungsprognose. Vor allem in den ärmsten und am schlechtesten entwickelten Ländern ist die Kinderzahl weiterhin extrem hoch, so dass sich dort die Bevölkerungszahl verdreifachen wird. Frauen in Niger bekommen im Durchschnitt 7,6 Kinder, in Somalia und in der Republik Kongo mehr als sechs, in Uganda knapp sechs, in Nigeria 5,6. Allein Nigeria könnte so bis 2050 auf 440 Millionen Menschen, bis 2100 gar auf kaum vorstellbare 900 Millionen Menschen wachsen, heißt es in der UN-Bevölkerungsprognose. Unter den arabischen Ländern haben der Jemen, der Irak und die Palästinenser-Gebiete die höchsten Fertilitätsraten. Bei knapp über vier liegt dort die Kinderzahl je Frau.

Die Folge der hohen Geburtenzahlen ist ein gewaltiger Jugendüberschuss. Dieser „Youth Bulge“ gilt – gerade in politisch ohnehin instabilen Ländern – als wichtige Ursache von (Verteilungs-)Konflikten. Ein sehr hoher Anteil von Jugendlichen und jungen Erwachsenen wirkt destabilisierend, wenn die jungen Leute keine Arbeitsplätze finden. Ihr Frustrationspotential wächst, das Risiko von Unruhen und Aufständen bis hin zu Bürgerkriegsgefahren nimmt zu. Auch in den Ländern Nordafrikas, in denen die Geburtenraten seit einiger Zeit deutlich gesunken sind, ist der Anteil der jungen Leute, die auf den Arbeitsmarkt drücken, bedenklich hoch. Die als „Arabellion“ bekannt gewordenen Aufstände gegen autoritäre Herrscher in der Region brachen bezeichnenderweise in einer Zeit aus, als die Jugendüberhänge einen Höhepunkt erreichten.

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Und diese Konflikte und die wirtschaftliche Perspektivlosigkeit führen dann dazu, dass ein erheblicher Teil der Menschen ans Auswandern denkt. In den Subsahara-Ländern würden 39 Prozent gerne ihre Länder dauerhaft verlassen, ergab eine große Gallup-Befragung von 2009. In dieser sehr armen Region leben bis heute etwa 600 Millionen Menschen ohne elektrischen Strom, erinnert Heinsohn. In Nordafrika und im Nahen Osten waren es 23 Prozent Auswanderungswillige. Laut einer Umfrage des Doha-Instituts von 2015 liegt der Anteil in Arabien immer noch bei etwa einem Viertel. In den islamischen Länder Asiens, von Afghanistan über Pakistan und Bangladesch bis Indonesien, möchte laut Gallup-Umfrage mindestens ein Zehntel gerne emigrieren. Heinsohn rechnet mit insgesamt bis zu 600 Millionen Wanderungswilligen auf der ganzen Welt.

(Auszug aus einem Artikel von Philip Plickert in der FAZ)


Es wird also niemals enden, dass sich Millionen von jungen Männern auf den Weg Richtung Europa machen werden. Europäer stellen weltweit schon jetzt eine ethnische Minderheit dar. Sie werden eher kurz- als langfristig auch zu Minderheiten in ihren eigenen Ländern und dann als Völker aus der Geschichte ausradiert. In diesem Zusammenhang verweisen wir wie stets auf den PI-Artikel „Was ist ein Völkermord gemäß UN-Defintion?“ und auf nachfolgendes Video des Gründers der einwanderungskritischen Non-Profit-Organisation NumbersUSA, Roy Beck: