Israels Geburtenwunder: Plus 65 Prozent!

geburtenrate_juden[…] Das Wall Street Journal berichtete inzwischen aber von einer „demographischen Revolution“, die „in den vergangenen zehn Jahren“ stattfand und „politische Auswirkungen mit Langzeitwirkung“ haben werde. In weniger als 20 Jahren ist die jährliche Zahl der von jüdischen Israelis geborenen Kinder um 65 Prozent gewachsen. Wurden 1995 in Israel 80.400 jüdische Kinder geboren, waren es 2013 132.000. In diesen Tagen schrieb die Tageszeitung Il Foglio: „Die Geburtenrate der Juden in Israel erlebte einen unglaublichen Sprung nach vorne, während die Geburtenrate unter den Arabern stark zurückgegangen ist“.

Die gegenläufigen Bewegungen verdoppeln den Effekt. Die Geburtenrate israelischer Jüdinnen lag 2014, jüngere Zahlen liegen noch nicht vor, bei 3,11 Kindern je Frau. Zum Vergleich dazu lag die Geburtenrate arabischer Frauen mit 3,17 Kindern (2014) nur mehr ganz knapp darüber. Schätzungen gehen davon aus, daß 2016 erstmals die Geburtenrate der Juden höher als die der Araber sein könnte.

Die Geburtenrate der Palästinenser sank im selben Zeitraum 1997-2014 im Westjordanland von 5,6 auf 3,7 und im Gazastreifen von 6 auf 4,5. Tendenz: schnell fallend. Zwischen 1994 und 2009 blieben die Geburten der israelischen Araber mit jährlich 39.000 Kindern stabil. Im selben Zeitraum nahmen die Geburten der israelischen Juden jedoch von 80.000 auf 120.000 zu. Der jüdische Bevölkerungsanteil an einem israelischen Jahrgang erhöhte sich von 1997-2014 – ohne die jüdische Zuwanderung nach Israel zu berücksichtigen – allein durch die Geburten von nur mehr 67 Prozent auf 79 Prozent.

Wo liegen die Gründe für diese Entwicklungen? Für den rapiden Rückgang der Geburtenrate unter den Palästinensern diesseits und jenseits der israelischen Grenze werden dieselben Gründen genannt wie im Westen: Familienplanung und Verwestlichung. Denselben Phänomenen wären die Juden Israels allerdings auch ausgesetzt. Dennoch zeigt bei ihnen die Entwicklung in die genau entgegengesetzte Richtung.

Demographische Eiszeit im Westen

Im Vergleich dazu liegt die Geburtenrate der europäischen Völker bei dramatischen 50 Prozent der zur Bestandssicherung notwendigen 2,1 Kinder je Frau im gebärfähigen Alter. In der Bundesrepublik Deutschland werden seit mehr als 40 Jahren zu wenige Kinder geboren. Aktuell liegt die Geburtenrate mit 1,38 weit unter dem Bedarf. Rechnet man davon noch die Kinder ab, wo beide Elternteile Migrationshintergrund haben, also zwar einen deutschen Paß besitzen, aber keine Deutschen sind, dann liegt die Fruchtbarkeitsrate noch einmal tiefer. Dasselbe gilt für Österreich (1,44), die Schweiz (1,52), Italien und Spanien (1,32) und Portugal 1,28. Aus dem Rahmen zu fallen scheinen Frankreich (2,0), Großbritannien (1,9), Belgien (1,79) und die Niederlande mit 1,72. Keines der genannten Länder erreicht jedoch die Marke der Bestandssicherung von 2,1. Wenn die Geburtenrate positiver ist, als in den Ländern des deutschen Sprachraums, dann allein aufgrund der höheren Geburtenrate der islamischen Einwanderer aus Nord- und Westafrika und Südasien. In den USA sieht es nicht anders aus. Die Geburtenrate liegt zwar bei 1,9 Kindern, aber nur, weil die wachsende hispanische Gemeinschaft von Einwanderern aus Lateinamerika den Durchschnitt hebt.

Rückgang der Geburtenrate in den Nachbarstaaten

Dazwischen liegt das kleine Israel, das häufig als „westliche Enklave“ in der islamischen Welt wahrgenommen wird. Das Land am östlichen Mittelmeer erlebt seit Jahren ein demographisches Wachstum, das einen exklusiven Kontrapunkt zum gesamten Westen bildet. Die jüdische Geburtenrate Israels liegt inzwischen höher als jene von Algerien (2,82) Ägypten (2,81), Marokko (2,71) oder Saudi-Arabien (2,7). Von Tunesien (2,17), dem Iran (1,92) und dem Libanon (1,5) ganz zu schweigen. Es gibt keinen an Israel grenzenden Staat mehr, der eine höhere Geburtenrate vorweisen kann. […]

(Auszug aus einem sehr lesenswerten Artikel von Giuseppe Nardi – weiter auf katholisches.info)