schelsky1975 veröffentlichte der Soziologe Helmut Schelsky [Foto r.] eine prophetische Arbeit, in der er nicht nur die Überforderung des Sozialstaats, die Diskreditierung des jeweils herrschenden Verhältnisse und die Willkommenskultur vorhersagte, sondern auch den Hass auf alle, welche – wie Pegida oder AfD – die Diskurshoheit der Linken in Frage stellen. „Die Arbeit tun die anderen – Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen“ wurde, obwohl keine einfache Lektüre, zum Bestseller; heute ist das Buch fast vergessen, und das zu Unrecht. Denn Schelskys Thesen sind, mag man auch einiges in anderer Form schon gelesen haben, unverändert anregend wie aktuell.

(Von Nicolaus Fest)

Mit der Erosion des christlichen Glaubens und seiner Erlösungserwartung im Jenseits, so der Ausgangspunkt, sei die Erlösung im Diesseits die große Hoffnung der Menschen geworden – und dies nicht nur bei Kommunisten (Paradies als Ende aller Klassen) oder Nazis (Paradies als Ende aller völkischen Unreinheit). Auch der moderne Sozialstaat verspreche die irdische Beseitigung aller Mühen, Ängste und Leiden, ob Armut, Hunger, Krankheit, Ausbeutung, Wohnungsnot oder Diskriminierung. Und wie zuvor die katholische Kirche oder kommunistische Partei würde auch die soziale Heilslehre des demokratischen Staates ihr eigenes Priestertum erschaffen, nämlich an Universitäten, im Kulturbereich, in Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften und Medien.

Dieses Priestertum sei ebenso auf seine Macht fixiert wie früher Pfaffen oder Kader. Und weil es in heutigen Sozialstaaten bald an existentiellen Gefahren wie Kriegen, Räubern oder Hungersnöten mangele, auch Pest und Cholera verschwunden seien, müsse die Kaste der Sozialpriester immer neue Mißstände erfinden, um die eigenen, gut alimentierten Positionen als Mahner und Warner zu erhalten. Daher das unaufhörliche Entdecken angeblicher Diskriminierungen, angeblicher Armut, angeblichen Leistungsdrucks, angeblicher Gerechtigkeitslücken oder ganz generell der angeblichen Inhumanität des ganzen ‚Systems’. Wenn auch das nichts mehr hergebe, behelfe man sich mit dem Hinweis auf ferne Länder: Dem (angeblich von uns verschuldeten) Elend in Afrika, dem Krieg in Vietnam (oder heute Syrien), der Ausbeutung in Bangladesch. Schelsky spricht von „geborgtem Elend“ und „Elendspropaganda“, mit dem der „eigentliche (und das heißt: der eigentlich unsägliche, untragbare) Zustand der eigenen Gesellschaft daueraktualisiert“ werde.

Nur diese Daueraktualisierung garantiere den Einfluß der Priesterschaft. Und eben deshalb hätte jene Priesterschaft ein ureigenes Interesse, den Zustand der perfekten Gesellschaft nie zu erreichen. Wäre dies der Fall, wären alle Propheten des Elends arbeitslos. So verlagerten sie die Erlösung immer erneut in die Zukunft oder ferne Welten, während sie zugleich den konkreten gesellschaftlichen Zustand – wie heute beispielsweise in vorgeblich wissenschaftlichen Studien der Bertelsmann-Stiftung oder der paritätischen Wohlfahrtsverbände – permanent als ungenügend oder ungerecht desavouierten.

Damit aber werde das Erlösungsversprechen immer abstrakter, die christliche Nächsten- durch die soziale Fernstenliebe ersetzt. Es entstehe ein „abstrakter Humanismus, der den Tod am Hoangho (oder heute: Lampedusa) aktueller empfindet als den Tod des einsam und ohne Unterstützung sterbenden Nachbarn im gleichen Mietshaus“. Diesem oder anderen Landsleuten zu helfen, würde als bürgerlich-egoistisch oder als partikulares, letztlich unsoziales Verhalten betrachtet. Denn nur das abstrakte Leid nutze der Priesterschaft. Anders als konkrete Mißstände könne es weder beseitigt noch auf seine tatsächliche Schwere geprüft werden. Kein Denken verweigere sich der Wirklichkeit beharrlicher als dasjenige, das sich „kritisch“ nennt.

Einher mit der Betonung abstrakten Elends gehe die Verleumdung der erfahrenen, oftmals gar nicht so schlechten Wirklichkeit. Dies betreffe vor allem die privaten Glücksbedürfnisse: Konsum sei Selbstentfremdung, Autofahren Luftverschmutzung, Fernreisen unöko, Familie vorgestrig. Gestützt auf die soziale Vormundschaft der Medien vollziehe sich eine sozialreligiöse Theologisierung des Denkens. Nicht zufällig entspreche die humanitär-ökologische „Bewußtseinsänderung“, die Grüne und andere Linke seit Jahren propagieren, der christlichen Bekehrung. Und wie christliche Glaubensgemeinschaften Ketzer verfolgten und exkommunizierten, gebe es auch in der Welt der modernen Sozialreligionen die Phänomene des sozialen Exorzismus’, der Dämonologie und Teufelslehre.

Möglich sei die „Gegenkirche des Laizismus“ nur in überreichen Gesellschaften, die das Leben als leicht und sicher erlebten. Denn erst dies ermögliche den Diesseitsutopisten ihr Dasein im Spekulativen, in der Beschäftigung mit immer neuen Weltverbesserungen, heute also mit GenderMainstreaming, EqualPay, FairTrade, bedingungslosem Grundeinkommen oder Inklusion. Wo hingegen wirkliches Elend herrsche, fänden die Priester des Elends kein Gehör. Daher lasse sich die Herrschaft der Intellektuellen, welche die Gesellschaft zerstöre, nur dort errichten, wo das Bewußtsein für die grundlegenden wirtschaftlichen Abhängigkeiten des Lebens geschwunden sei. Spöttisch zitiert Schelsky Wyndham Lewis´ berühmtes Diktum: „Nur die Reichen sind revolutionär!“

Über die Folgen dieses Sozialutopismus machte sich Schelsky keine Illusionen. Hobbes habe umsonst gelebt, und auch Kant, Wilhelm von Humboldt, alle Vertreter der Aufklärung und des klassischen Liberalismus. Auch die Gesellschaft werde keineswegs lebenswerter. Jede Verbrüderung mit Fremden, wie sie der weltumfassende Humanitarismus fordere, sei notwendig eine abstrakte Verbrüderung, die auf Gesinnungen beruhe. Doch definiere jede Gesinnung immer auch Gesinnungsfeinde. Das aber steigere die Gewalt in der konkreten Lebenswelt, und nicht zufällig gingen „abstrakte Moral- und Friedlichkeitsansprüche mit Aggressionen und Feindschaften im engsten Lebensbereich perfekt zusammen“. Klarer ist der innere Widerspruch der Antifa, aber auch vieler Befürworter der Willkommenskultur kaum zu benennen. In den Worten des von Schelsky zitierten George Sorel: „Aller Idealismus und Optimismus ist grausam. Je heißer die Liebe zur Menschheit ist, je glänzender das Glück der Erde, das man erhofft und erstrebt, desto leidenschaftlicher ist der Hass gegen die Menschen, die dem allgemeinen Menschheitsglück im Wege stehen. Die charismatische emotionelle Tyrannei steigt aus der Gesellschaft empor, die dem Enthusiasmus preisgegeben ist.“

(Im Original erschienen auf nicolaus-fest.de)

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65 KOMMENTARE

  1. die kräfte des widerstandes müssen gebündelt werden, zumindest in form politischer handlungsfähigkeit.
    darum keine rand- oder splitterpareien wählen, sonderm AFD wählen.
    und dafür überall werben.

  2. Donnerwetter , ein kluger Soziologe. — Heutzutage wäre er ausgegrenzt , arbeitslos und ruiniert. — Wird je noch eine Zeit kommen , die ihm ein Denkmal setzen kann und möchte? — Lasst uns hoffen. —

  3. Priester und Berufspolitiker arbeiten oft Hand in Hand nach dem Motto: Halt du sie arm, ich halt sie dumm.

  4. N. Fest:
    Ein Kenner der Szene schickt den Bescheid einer Migrantenfamilie mit fünf Kindern nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Monatlich 3.612.- Euro werden überwiesen „zur Deckung des notwendigen Bedarfs an/für Ernährung, Bekleidung, Gesundheits- und Körperpflege“. Kostenlos wird die Wohnung gestellt, ebenso ärztliche Leistungen und Integrationskurse. Warum eigentlich noch arbeiten? (Dank an PS)

    … wer sich jetzt noch wundern sollte was die ‚Hilfesuchenden‘ aus Gesamtmohammedanistan in Germoney wirklich und nicht nur angeblich suchen … mit Millionen davon ist übrigens kein Staat zu machen, auch kein Deutscher …

  5. Habt Ihr bei Nicolaus Fest auch brav nachgefragt, ob ihr so tun könnt, als sei Fest ein PI-Autor?

  6. Oh, Schelsky! Die „Linken“ haben ihn immer als Nahtzi bekämpft, weil er ihnen ihre mörderischen Utopien zerstörte. Bolschewiki walzt das aus:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Schelsky

    Was ich nicht wußte: Daß er in Bielefeld die erste soziologische Fakultät der Bundesrepublik gründete – die, in der sich heute Heitmeyer und Epigonen rumfläzen.

    Schelsky muß ja schon seit Jahren im Grab rotieren.

  7. Habe das Buch und lese es gerade. Leider ist das Buch nur noch antiquarisch zu erwerben und der Druck ist für heutige Zeiten etwas ungewöhnlich.

    Deshalb schwierig zu lesen.

    Inhaltlich allererste Sahne und da werden die roten und grünen Glaubensfanatiker kräftig vom Sockel gestoßen, und man erkennt sie alle wieder.

    Kein Wunder, dass so viele Frauen Grüne wählen und „Welcome Refugee“ – Klatscher sind.

    Esoterik und Kirche waren schon immer Weibersache!

  8. .
    Den linken
    Schweinepriestern
    haben wir den ganzen Scheiß
    wie Gleichheitswahn, Traditionsbruch
    und Schuldkult, die ätzende politische
    Beknacktheit, Islambesoffenheit,
    Verschwulung des öffentlichen
    Lebens, kurzum den ganzen
    Minderheitenterror zu
    verdanken. Aber die
    werden ebenfalls
    geführt und mit
    Hedonismus
    geködert.

    Aber nicht
    nur Schelsky hat
    dies vorausgesehen –
    meine Großmutter damals
    ebenso; denn daß eine solche
    politische Ausrichtung, die
    alle gewachsenen Werte
    außer Kraft setzt, nicht
    gut enden kann, hat
    sie immer wieder
    deutlich zum
    Ausdruck
    gebracht.

    Und zwar
    mit den Worten –
    Deutschland, Deutschland,
    was bist du so tief gesunken !

    Sie war Jahrgang 1896 und hat
    sich alles mit wachen Augen und
    bei klarem Verstand bis 1984
    angekuckt. Und damals habe
    ich noch darüber gelacht.
    Seitdem leben wir in
    Deutschland von
    der Substanz.
    .

    http://neue-spryche.blogspot.de/2016/01/kaisers-geburtstag.html

  9. #6 Babieca,
    ja, das Mobben nahm schon vor 40 Jahren seinen Anfang. Schelsky hat dazu 1981 seine „Rückblicke eines Anti-Soziologen“ verfaßt.

  10. Ein heute erst erfundener Missstand ist die Klimakatastrophe. Die gibt es nur in den Hirnen der herrschenden Politpriester, die ausschließlich Angst schüren und mit dem ZehOhZwo-Ablasshandel ihre hoch bezahlten Positionen sichern.

  11. Immer wieder erschreckend, sich vor Augen zu führen, wie lange diese verhängnisvolle Deformation des Denkens und der Gesellschaft nun schon währt. Die Ergebnisse sind entsprechend verheerend. Und das Scheuch-Zitat am Schluß ist sogar schon von 1968. Die 68er brauchten also gar nicht erst langwierig durch die Institutionen zu marschieren; der Überbau stand schon 1968.

    ps: Schön, endlich mal wieder etwas von Nicolaus Fest zu lesen, seit dem 4. August war Funkstille.

  12. OT: Heute 22.10 Uhr „Donnerstalk“ im ZDF mit der Halali:

    Beatrix von Storch(AfD) gegen ALLE aber speziell gegen Heiko Maas (SPD)!
    Wenn von Storch einen guten Tag hat, so kommt sie durchaus klug und eloquent rüber, ansonsten wird man wohl versuchen sie zu filetieren.

    Hoffen wir das Beste.

  13. Gute Analyse dieses visionären Denkers. Dazu passt folgendes:

    Wieder einmal sind die bunten Multi-Kulti-Träume einer Gutmenschenfamilie zerplatzt wie Seifenblasen. Obwohl sie einen gebildeten Vorzeigeflüchtling aufgenommen haben, sind sie jetzt enttäuscht und desillusioniert, weil sie erfahren mussten, dass die Orientalen unmöglich in die abendländische Kultur passen:

    „Aus Optimismus ist Ratlosigkeit geworden.“

    Sami lebt bei uns. Doch leider: Der anfängliche Optimismus und das gute Gefühl, das Richtige zu tun, hat sich inzwischen in Rat- und Hilflosigkeit verwandelt.

    Nach seinem Schulab- schluss in der Wiener Albertus-Magnus-Schule, wo sich Lehrer bewundernswert um Flüchtlinge kümmern, hat Sami weiter Deutschkurse belegt, nunmehr in der Volks- hochschule. Er wird demnächst die „A2+“-Prüfung für Fortgeschrittene ablegen kön- nen. Er ist beim Rugby-Club Donau in die Kampfmannschaft aufgenommen worden und in unser Familienleben integriert. Aber: Sami ist 22 Jahre alt, beherrscht die Grundrechnungsarten, kann Farsi und Turkmenisch und hat bei den Amerikanern Eng- lisch, vor allem aber unser Alphabet gelernt. Darüber hinaus hat er aber keinerlei Bil- dung – oder besser gesagt keine Information über die Welt.

    Was Sami hat, ist eine uns sicher überlegene Fähigkeit des Überlebens, sich in jeder Si- tuation zurechtzufinden. Er ist anpassungsfähig, sein Bemühen, angepasst zu sein, ist für mich sehr berührend.

    Das sind doch die idealen Typen für den großen Bevölkerungsaustausch. Gerade so „gebildet“ und „angepasst“, dass man sie für einfache Arbeiten gebrauchen kann, aber darüberhinaus so dumm, dass sie sonst weiter nix kapieren, außer dass sie nach seiner Einbürgerung bei den Wahlen ihr Kreuzchen immer bei den Parteien machen müssen, von denen sie gehätschelt und alimentiert werden.

    http://dossier.kurier.at/de/QrXNg10D/aus-optimismus-ist-ratlosigkeit-geworden-an-sami/?_ga=1.41596065.2055501600.1461871819&in=R1iCbjIn&page=1

  14. Nur diese Daueraktualisierung garantiere den Einfluß der Priesterschaft. Und eben deshalb hätte jene Priesterschaft ein ureigenes Interesse, den Zustand der perfekten Gesellschaft nie zu erreichen. Wäre dies der Fall, wären alle Propheten des Elends arbeitslos.

    Aktuelles Beispiel Jungerfernstieg in HH: Das friedliche, wunderschöne Schaufenster Hamburgs an der Binnenalster. Es war perfekt: Ein schöner Ort am Wasser für jedermann zum Flanieren, Spazieren, Sonnenuntergänge gucken.

    Das ist aber igitt. Unerträglich, soviel freidliche Normalität. Also mußte der massenhafte Mordimport aus der 3. Welt her, der jetzt das Ding genauso unsicher und lebensgefährlich gemacht hat wie Kapstadt/Johannisburg bei Nacht:

    http://www.welt.de/regionales/hamburg/article157852289/Vom-Wohnzimmer-Hamburgs-zur-gefaehrlichen-Kampfarena.html

  15. Spöttisch zitiert Schelsky Wyndham Lewis´ berühmtes Diktum: „Nur die Reichen sind revolutionär!“

    Oder die, „denen es zu gut geht“. (Wie ja auch diese 68er-„Revolutions“-Albernheiten bekanntlich ein Projekt verwöhnter Bürgersöhnchen waren.) Dazu dies von Anfang der 70er Jahre, ein Zeitbild aus dem westlichen Ruhrgebiet, hieraus:
    https://www.amazon.de/Tresen-gehen-die-Lichter-aus/dp/B003CP4FWY

    Erst hatte meine Gemeinde einen Bürgermeister, alter Sozialdemokrat, der ausgesprochen bildungsfeindlich war, er konnte weder Lehrer leiden noch das, was mit der Schule zusammenhing, aber mit seiner Initiative entstanden Schulen, die zu den modernsten des Landes gehörten, ein Schwimmbad und vorbildliche Sportstätten.

    Als er starb, verehrt und gehaßt, rückte ein neuer Sozialdemokrat nach; ein Zecheninvalide wurde Bürgermeister. Bei einer Parteiversammlung rebellierten die Jungen – neue Kandidaten wurden aufgestellt und auch gewählt.

    Nun sind Lehrer im Gemeindeparlament – im Volksmund auch Lehrerparlament genannt – und für viele stellt sich die Frage, ob künftig auch so viel für die Gemeinde getan wird wie unter dem lehrerfeindlichen Bürgermeister, der noch an Klassenkampf glaubte und der Ansicht war, Intellektuelle hätten bei den Sozis nichts zu suchen.

    Kurz vor seinem Tod stand ich einmal mit ihm am Tresen, wir unterhielten uns, bis am Tresen die Lichter ausgingen. Er sagte damals: Laß mal andere rankommen, wirst sehen, was die aus der Gemeinde machen – kaputt machen sie die, weil sie nie böse Zeiten erlebt haben. Nur wer die Not nicht kennengelernt hat, der träumt von der Revolution.

  16. Daher das unaufhörliche Entdecken angeblicher Diskriminierungen, angeblicher Armut, angeblichen Leistungsdrucks, angeblicher Gerechtigkeitslücken oder ganz generell der angeblichen Inhumanität des ganzen ‚Systems’.

    Klar, gehört ja auch zum Geschäftsmodell (sagt Schelsky ja auch). Dem Heer von Gleichstellungs- Integrations- etc. -Beauftragten darf die Arbeit ja nicht ausgehen. In diesem Sinne Martenstein:

    In Baden-Württemberg dürfen ab dem 1. März die Tankstellen nachts keinen Alkohol mehr verkaufen. Wenn ich mich an meine Jugend erinnere – da ging es einerseits im Alltag oft autoritär zu, andererseits war, von heute aus gesehen, fast alles erlaubt. Heute sind wir total locker, und alles ist verboten.

    Gleichzeitig gibt es diese verlogene Rhetorik des „immer mehr“, immer mehr Gewalt, immer mehr Missbrauch, immer mehr Antisemitismus, immer mehr Steuerbetrug, alles immer mehr. Demnach wären die sechziger Jahre das Paradies gewesen. Damals, als Rauchen, Trinken, Nazireden in der Kneipe und Steuerflüchten kein Problem gewesen sind.

    http://www.zeit.de/2010/12/Tagebuch-Harald-Martenstein/seite-4

  17. #6 Babieca:

    Oh, Schelsky! Die „Linken“ haben ihn immer als Nahtzi bekämpft, weil er ihnen ihre mörderischen Utopien zerstörte.

    Weil Schelsky ein Nazi war! Hat ihm im Verlauf seiner akademischen Karriere zeitweise sehr zu schaffen gemacht. Wobei ich das gar nicht bewerten will, weil ich nicht weiß, wie ich mich damals verhalten hätte, Schelsky: ab 1932 Mitglied der SA, ab 1933 des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB) und 1937, mit 25, also nicht mehr grün hinter den Ohren, Eintritt in die NSDAP, alles Weitere bei Wiki. Interessant übrigens, was für Schelsky damals „sozialistische Lebenshaltung“ war: „Die Unfruchtbarmachung von unheilbar belasteten Menschen oder die Erziehung einer Presse, die ihre Aufgabe für die Volksgemeinschaft nicht erfüllt, durch Zensur.“

  18. #25 Biloxi (25. Aug 2016 13:51)

    Klar. Und das hat ja auch Schelsky erkannt, wie es jeder Realist erkennt: Wenn eine Aufgabe erfüllt ist, müßte der Verein, der das ermöglicht hat, sich mangels Aufgabe auflösen. Tut er aber nicht. Er erfindet (und lenkt ab mit) Scheinaufgaben. Oder – noch schlimmer – er zerstört bewußt, was er geschaffen hat, um unter seiner alten Litanei mal wieder von vorne anzufangen: „Seht ihr, alles Schei$$e!“

    So funktioniert auch das Abwracken Deutschlands, vor allem der alten Bonner Republik: Je bombiger es lief, je entspannter es lief, je mehr alle alten Konflikte verschwanden, – Schulen, Bafög, riesiges soziales Netz, gute Löhne, innerer Friede, Laiizität, sexuelle Ausrichtung Wurst, der finanzielle Luxus, sich um Umweltschutz zu kümmern – desto schrecklicher wurden die erfundenen Szenarien (Waldsterben, Ozonloch, Kinderarmut, „Ungleichheit“, „Rassismus“ etc.

    Aus einer entspannten, sicheren Gesellschaft wurde ein (die Weichen dazu wurden von der Politik gestellt) fragmentiertes Hauen und Stechen am ständigen Rande des Zusammenbruchs, in das – damit es richtig knallt – jetzt auch noch die Dritte Welt reingerührt wird.

    Auf daß der Priesterherrschaft die Arbeit nie ausgeht.

  19. Wie pathologisch verlogen und heuchlerisch die Priester des Sozialutopismus tatsächlich sind, zeigt auch dieses Video deutlich.

    https://youtu.be/LPjzfGChGlE

    Statt den wirklich Bedürftigen 99,99% VOR ORT zu helfen, werden unsere Gesellschaften mit 0,01% des Weltelends geflutet und ebenfalls zum Zusammenbruch bzw. zur völligen Zerstörung gebracht.

    Nur sind diese 0,01% des Weltelends die Stärksten unter den Elenden.

    Man sitzt sozusagen in einem kleinen aber feinen Boot und kommt an einem großen, überaus maroden Passagierschiff vorbei, das völlig überladen ist und daher ständig droht, zu kentern.

    Und weil man ja so hilfsbereit ist, nimmt man die kräftigsten und stärksten Passagiere auf, so zahlreich, dass auch das eigene Boot langsam Schlagseite bekommt. Um die anderen Passagiere, die zu schwach waren oder schlicht nicht zum Boot schwimmen konnten, kümmert sich dann wahrscheinlich der liebe Gott.

    Man hätte ja auch den Passagieren auf dem Schiff zeigen können, wie sie ihren Ballast verringern und wie sie das Schiff selbst wieder flott machen können.

    Vermutlich wäre das aber auch rechts und unsozial.

  20. Dieser Kommentar sei mir noch erlaubt. In meiner Diplomarbeit in Soziologie (ich ja zum Glück noch eine weiteres, dass mir das Brot geliefert hat) in der ich u.a die linke Ideologie auseinander genommen habe, habe ich 1980 u.a. Schelsky als Kronzeugen gegen den „Frankfurter Schüler“ Jürgen Habermas zitiert. Schelsky war damals einer der einzigen echten Soziologen (sonst gabs noch Scheuch und Bolte, aber das wars u.w.), nachdem die Linken längst die Herrschaft übernommen hatten.

    Es was glücklicherweise (zur Zeit des Radikalenerlasses) so eben möglich am Fachbereich noch 2 Leute zu finden (eigentlich ursprünglich auch Marxisten), die nicht DKP oder schlimmer waren. Der Beisitzer in einer mündlichen Prüfung, ein schlimmer linker Ideologe hat nach der Prüfung gelächelt über meine Ansichten. Aber damals gings noch nicht um Leben und Tod.
    Kann mich an den Inhalt des Buches nicht mehr erinnern. Müßte nachsehen, was ich vor 36 Jahren zitiert habe.
    Im wesentlichen gings um ein Thema meines Lebens: die Ideologien (allgemein und am Beispiel das linken Denkens und um die Objektivität, weshalb ich immer sehr böse bin wenn man mit mir unsachlich diskutiert).
    Deshalb weiß ich so genau was Ideologien sind, weil damals viel Wissenschaftstheorie gemacht habe.
    (Popper, Feyerabend usw.)

    Und deshalb können mir auch die Frauen ihre Ideologie nicht unterjubeln. Denn die verhalten sich wie alle anderen Ideologen auch; wenn sie ihre angebliche Gleichwertigkeit in Männersachen behaupten. Ja so war und ist das alles. Und das mit die Arbeit tun die Anderen, das fand ich damals sehr treffend.

  21. #25 Biloxi:

    „Immer mehr“ ist die journalistische Allerweltsfloskel, wenn man nichts Genaues nicht weiß, oder „zunehmend, „Focus“-Überschrift, ganz aktuell: „Nach Verbot in Frankreich: Aus diesem Grund tragen jetzt immer mehr nicht-muslimische Frauen einen Burkini.“ Wie viele sind „immer mehr“? Weiß man nicht, man erweckt nur den Eindruck, dass es eine bedeutende Menge ist, sonst würde man ja „einige“ schreiben. Im Vorspann erfährt man dann allerdings, die Frauen kaufen den Burkini nicht aus Solidarität mit den Moslemfrauen, sondern weil sie sich vor Hautkrebs schützen wollen: „Denn sogar nicht-muslimischen Frauen kaufen nun Burkinis, wie die australische Designerin Aheda Zanetti berichtet – vor allem der Gesundheit wegen.“ Das ist Dilettantenjournalismus.

  22. Der tiefste, elementarste, „philosophischste“ Gedanke dieser Betrachtung ist wohl der: Alle politischen Ideale und Utopien führen zwangsläufig ins Verderben und ins Verbrechen. Eigentlich ein alter Hut, aber die Menschen lernen`s halt nicht.

    Im Prinzip gilt das übrigens nicht nur politisch, sondern auch privat und allgemein. Dazu ein wunderbarer Satz von Friedrich Nietzsche:

    „Der Einwand, der Seitensprung, das fröhliche Misstrauen, die Spottlust sind Anzeichen der Gesundheit: alles Unbedingte gehört in die Pathologie.“
    Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886

  23. #28 Babieca:

    Und das hat ja auch Schelsky erkannt, wie es jeder Realist erkennt: Wenn eine Aufgabe erfüllt ist, müßte der Verein, der das ermöglicht hat, sich mangels Aufgabe auflösen.

    Mit genau dieser Zielsetzung sind die Grünen Anfang der Achtziger angetreten, ich kann mich noch gut erinnern, wie Jutta Ditfurth damals rumgetönt hat: „Wenn wir den grünen Gedanken in die anderen Parteien getragen haben, sind wir überflüssig geworden und werden uns wieder auflösen.“ Von wegen! Heute sitzt sie als „ÖkolinX“-Minifraktion im Frankfurt Römer, mit Lebenspartner Manfred Zieran an ihrer Seite. Dessen Lebenslauf übrigens extrem lustig ist: Von einer „Initiative“ zur anderen durchgemogelt, die er alle einzeln aufführt, um emsige „politische Arbeit“ vorzutäuschen:

    http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=715792&_ffmpar%5B_id_inhalt%5D=30499691

  24. Hmmm, ganz prinzipiell bin ich auch schon auf die Idee gekommen, dass die Funktion des Klerus in unserer Gesellschaft auf die Journaille übergegangen ist. Inclusive der Privilegien des Ersten Standes. (Wenn man das weiter denkt, verzettelt man sich aber schnell.)

    Interessanter finde ich die Frage, wie dieser Klerus als Inkarnation der Dummheit eine solche Macht erlangt, wenn doch die meisten Menschen mit diesem ganzen Quatsch an sich (oder jedenfalls von sich aus) nix am Hut haben bzw hätten. Ich habe immer aus der doch recht flächendeckenden Existenz von Religion gefolgert, dass sie (egal wie scheiße ich sie finde) wohl ein menschliches Grundbedürfnis bedienen muss. Andererseits stelle ich aber fest, dass ich dieses Grundbedürfnis nicht habe und nie hatte. Ich bin ja katholisch erzogen, aber ich habe den ganzen Unfug nie geglaubt, und ich kenne etliche Leute, die auf einen ähnlichen Lebensweg zurückblicken können, mit gleichem Resultat.

    Wen also bedient der Klerus, bei wem rennt er offene Türen ein, wem drängt er sich auf, wen bekämpft er?

  25. Der Katholizismus bzw. das Christentum haben nie ausschließlich das Paradies im Jenseits versprochen, sondern stets die Gläubigen auch zum genießen, wenn auch nicht maßlosen, irdischen Dasein ermuntert.

    Menschliche Maßlosigkeiten, wie Neid, Eifersucht, Faulheit, Praß- u. Prunksucht, Hurerei, Saufen, Fressen u. kriegerische Überfälle sind Sünden. …wenn sie bereut, gebeichtet u. bestmöglichst wiedergutgemacht werden, werden durch Gott vergeben, denn Jesus Christus hat durch seinen Kreuzestod prinzipiell das Himmelstor wieder geöffnet. Der Mensch kann also für seine eigene Himmelfahrt was tun, wenn er ein ehrlich reuiger Sünder ist, ist ihm der Himmel gewiß.

    Jesaja 1;17-19

    17 lernet Gutes tun, trachtet nach Recht, helfet dem Unterdrückten, schaffet dem Waisen Recht, führet der Witwe Sache.
    18 So kommt denn und laßt uns miteinander rechten, spricht der HERR. Wenn eure Sünde gleich blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden; und wenn sie gleich ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden.
    19 Wollt ihr mir gehorchen, so sollt ihr des Landes Gut genießen.…
    http://bibeltext.com/isaiah/1-18.htm

    +++++++++++++++++

    Nur der Islam verspricht den Moslemmännern u. nur diesen, orgiastische Maßlosigkeiten im Jenseits. Im Dieseits ist für Moslems allerdings „ungläubiger“ Leute Eigentum zu rauben u. genießen gedacht, Kloran 8;69^33;27^24;29^48;20^48;21

    Und nur wenn Allah gerade Bock hat, Kloran 9;27 Wenn Allah keine Lust hat, dann kommen auch die, bei ihm auf höchster Stufe stehenden, Mudschahiddin nicht in den Islam-Himmel. Alles im Islam ist unter Allah-Laune-Vorbehalt, Kloran 3;26. Es gibt im Islam keine Heilsgewißheit, Kloran 22;14. Die ganze Bückbeterei u. Kriegerei für Allah kann vergeblich sein, wenn Allah nicht will, Kloran 5;18.

  26. #6 Babieca (25. Aug 2016 13:08)

    Schelsky hat zum Ende noch sehr darunter gelitten, dass man ihn an seiner Gründungsuni abserviert hat. Ich weiß nicht mehr was ich damals in dem Buch gelesen habe. Dass der Kommunismus eine Heilslehre (diesseitige Religion) ist wußte ich seit 1977 (hatte ich an mir selbst erkannt). Schelsky hatte für meine Zwecke eben vor allem die Thesen gegen Kulturmarxisten wie Jürgen Habermas, der die Fankfurter Schule vulgarisiert hat.
    Um 2000 rum habe ich versucht der FAZ das klar zu machen, wurde aber nicht veröffentlicht.

  27. Zu Schelsky und „Nazi“ möchte ich mal folgendes bemerken.

    Wenn der organisierte Mord an den Juden so statt gefunden hat wie heute behauptet (dass auch was erfunden wurde ist unstrittig; denn mit Auschwitz war und ist Deutschland beliebig erpreßbar, aber ich will die sonstigen Fakten nicht in Frage stellen), auch dann heißt das nicht, dass das Nazi-System nicht eines der effizientesten und am bestengeführten Systeme war, dass es je gegeben hat (nicht umsonst haben mir meine Eltern (JG 1925) immer erzählt, dass sie eine schönere Jugend hatten als „ihr heute“.
    Klar es war erbarmungslos gegen den politischen Gegner (leider) und rational betrachtet auf gigantischen Pump gebaut und die Bevölkerung hat die Schulden mit den Krieg, indem sie alles verlor zurückgezahlt (wir werden übrigens die Euro-Schulden auch noch zahlen! egal ob wie den Islam überleben), aber es hat enorme Höchstleistungen vollbracht, eigentlich mit genetisch demselben „Menschenmaterial“ was wir heute haben. Insofern ist es kein Wunder wenn Menschen sich damals auch begeistert zu diesem System bekannt haben. Es ist ja gar nicht erforscht, wie die Effizienz des damaligen Systems bei seinen Anhängern damals gegen dessen Verbrechen (so weit bekannt) gegen gerechnet wurde.

  28. Wir haben verstanden: Der Enigma-Journalismus

    MEM – Mobile ethnische Minderheit

    Ein anderer Schlüsselbegriff, der aus dem Fundus der Polizeipressestellen stammt, schafft es dagegen häufig in die Blaulicht-Spalten der Tagespresse. Wenn eine „Hochzeitsfeier“ mit ungefähr 300 Gästen in Hamburg, Berlin, Mainburg oder sonst wo plötzlich „eskaliert“, wenn Messer blitzen, Knochen knacken und die Polizei mit mindestens 20 Streifenwagen anrücken muss, weil die Beamten anderenfalls vom feierfrohen Mob vermöbelt würden, dann ahnt der geübte Medienkonsument, aus welcher Ecke von Bunteuropa die Hochzeitsgäste stammen könnten.

    http://www.achgut.com/artikel/wir_haben_verstanden_der_enigma_journalismus

  29. #14 Haremhab (25. Aug 2016 13:21)

    Angeklagter nennt Claudia Roth „ekelhaft“ und wedelt nach Urteil mit Geldscheinen

    http://www.focus.de/politik/deutschland/prozess-in-bruehl-angeklagter-nennt-claudia-roth-ekelhaft-und-hat-eigenwillige-erklaerung_id_5859811.html

    ____________________________________

    Dafür gibt’s dann 3000 Euro Geldstrafe! Also, wenn die „Frau Roth“ „ekelhaft“ genannt wird, dann ist das ja wohl die mildere Variante bei den Kommentatoren hier (mich selbst eingeschlossen). Ich zitiere hier den klugen Kommentar eines Lesers bei Focus-online, dem ich mich voll und ganz anschließe:

    „Meinungsfreiheit ade!
    von Herman Fuller

    Dieses Urteil ist ein Skandal und beweist nachdrücklich, dass es so etwas wie Meinungsfreiheit in Deutschland nicht mehr gibt. Wenn man jemanden ekelhaft findet, und bei dieser „Politikerin“ kann ich das wirklich verstehen, hat niemand, auch nicht die so betitelte, das Recht, ihm zu verbieten, das auch zu sagen. Mit solchen Lapalien Gerichte zu beschäftigen, müsste hingegen bestraft werden. Eine Ungeheuerlichkeit, die mir Frau Roth noch unsympathischer macht als ohnehin schon. Hätte nicht gedacht, dass das möglich ist.“

  30. Das einzige, was da helfen würde, eine „Kameradschaft“, die ordentlich auf den Putz haut. dann wäre Ruhe, für längere Zeit

    You took the words right out of my mouth

    Aktuelles Beispiel Jungerfernstieg in HH: Das friedliche, wunderschöne Schaufenster Hamburgs an der Binnenalster. Es war perfekt: Ein schöner Ort am Wasser für jedermann zum Flanieren, Spazieren, Sonnenuntergänge gucken.

    Das ist aber igitt. Unerträglich, soviel freidliche Normalität. Also mußte der massenhafte Mordimport aus der 3. Welt her, der jetzt das Ding genauso unsicher und lebensgefährlich gemacht hat wie Kapstadt/Johannisburg bei Nacht:

    http://www.welt.de/regionales/hamburg/article157852289/Vom-Wohnzimmer-Hamburgs-zur-gefaehrlichen-Kampfarena.html

  31. Wow, was für ein Artikel! Deutsche Sprache, die in jedem einzelnen Satz unumstößliche Wahrheiten ausdrückt und das von Nicolas Fest in virtuoser Weise niedergeschrieben.

    Wenn Schelsky ein Nazi sein soll, dann besorge ich mir noch heute ein Braunhemd und ziehe dann im Fackelschein in unser schönes Danzig ein 🙂

  32. #38 Heta (25. Aug 2016 14:27)

    wie Jutta Ditfurth damals rumgetönt hat: „Wenn wir den grünen Gedanken in die anderen Parteien getragen haben, sind wir überflüssig geworden und werden uns wieder auflösen.“

    Wie passend. Danke für die Erinnerung. Der Lebenslauf ihres Männes ist ja auch possierlich. Operative Hektik ersetzt geistige Windstille.

  33. Erwin K. Scheuch! Den hatten sie auch am Wickel. Köln 1968, hat sich aber wacker geschlagen. Das war das Jahr, in dem eine Horde von APO-Aktivisten – aufgestachelt von Henryk Broder – die Kölner Oper besetzten, weil die Stadt Köln dem unappetitlichen Otto Mühl ein Happening verboten hatte, man gab den „Troubadour“.

    Der Intendant eilte herbei, die Sänger traten vor den Vorhang, solidarisierten sich mit den APO-Forderungen, es wurde diskutiert, die Diskussion wurde schließlich in die Kammerspiele verlegt, und der „Troubadour“ ging weiter. So war der Zeitgeist. Und eine Brokatfrau sagte: „Geht erstmal auf die Bonner Hofwiese euch waschen!“ Henryk Broder, damals noch schwarzgelockt, so:

    http://henryk-broder.com/hmb.php/blog/article/1046

  34. @ #49 Babieca (25. Aug 2016 15:31)

    Wenn die Grünen erst mit Mutti Merkel zwecks Einheitspartei koalieren, sind sie bald assimiliert. Die gierige Große Mutter verschlingt alle u. alles.

  35. @ #50 Heta (25. Aug 2016 16:08)

    Im Gegensatz zu anderen Linken, hat sich Broder verändert, betreibt Islamkritik u. nicht zu knapp.

  36. „priesterherrschaft-durch-elendspropaganda-

    Sehr schöner Artikel.

    Ich müßte jetzt aber zu viel zitieren, um diesem Artikel -ob dieser wahren Worte- dankenderweise
    gerecht zu werden.

    Deshalb verliere ich nur ein Wort darüber:

    KLASSE!

  37. Schelsky war neben Luhmann der fähigste Soziologe in der Nachkriegszeit.Sachlich, präzise und nüchtern in ihren Werken, ohne pseudowissenschaftliche Phraseologie,wie wir sie heute teilweise ertragen müssen.

  38. @ #44 Kapitaen Notaras (25. Aug 2016 15:00)

    „Während der Verhandlung zeigte er keinerlei Reue.“ (focus.de)

    Weshalb denn, wenn es die Wahrheit ist? Und wenn ich es recht verstehe hat er es nicht mal direkt zu Roth gesagt oder ihr geschrieben, sondern bloß indirekt in einer E-Mail an:

    „Der Mechaniker beleidigte Roth laut Anklage in einer E-Mail an den ehemaligen Flüchtlingskoordinator in Brühl.“

    Ich finde Roth schon alleine für ihre Sauferei ekelhaft, ihr nuttiges Outfit u. Auftreten in der Öffentlichkeit; Liebeserklärung an die Türkei:
    https://www.youtube.com/watch?v=h9CK0TQ1RAM
    (Videolänge 1:36 Min.)

  39. Servus,
    so wie man nach 1945 über die Nazis empört war und sie zu recht als Verbrecher ansah und behandelte ,so wird man in der Post-Merkel Zeit die Gutmenschen,Grünen,Ökofritzen,Flüchtlingshelfer für ihre Verbrechen zur Rechenschaft ziehen!
    Die heutige Staatsverbrecher denken Sie seihen die „Guten“ die Nazis dachten damals ebenso!

  40. #54 Aussteiger (25. Aug 2016 17:16)

    Und Schelsky hat sich dafür eingesetzt, Luhmann an die „Sozialforschungsstelle an der Universität Münster“ zu holen.

  41. „Die Arbeit tun die anderen – Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen“

    Die Intellektuellen sind nicht das alleinige Übel, das andere sind für Schelsky die Funktionäre, denen er 1982 ein Buch widmete:
    https://www.booklooker.de/B%FCcher/Schelsky-Helmut+Funktion%E4re-Gef%E4hrden-sie-das-Gemeinwohl/id/A01JOcHN01ZZd

    „Funktionäre“ sind keine „Klasse“ oder „Machtgemeinschaft“, sondern Organe der Entmündigung der Menschen dadurch, daß sie ihnen die Lebendigkeit ihrer Interessenvertretung nicht nur abnehmen, sondern sie zu vormundschaftlich von ihnen erregten und gesteuerten Konflikten führen. Der „Klassenkampf“, die Sage des 19. Jahrhunderts, ist schon deshalb unwirklich geworden weil die „Klassenkämpfe“ inzwischen unsere Funktionäre übernommen haben.

    (Seite 13). Offenbar haben die „Arbeiter“, die ja heute in Scharen zur AfD überlaufen und den Sozen den Rücken kehren, wie man hört, eine dumpfe Ahnung davon. – Man könnte aber auch sagen: Nichts Neues unter der Sonne:

    „Die Plebs verliert stets, die Chefs der Plebs gewinnen immer.“
    Nicolás Gómez Dávila (1913 – 1994)

  42. #52 Maria-Bernhardine:

    Heute würde Broder sich auch nicht mehr für den unappetitlichen Otto Mühl einsetzen, damals, 1968, war er auf dem Pornotrip.

  43. Danke! Sehr guter Beitrag. 🙂
    Nichts anderes kritisiere ich hier schon Jahre an den Kirchen und ihrer Lehre zum Missfallen einiger!

    Wenn ich bedenke wie vielen Christen ich auch angesprochen hatte in Sachen Grauen des Islam direkt was zu unternehmen und wie kalt man mir die Schulter gezeigt hat, selbst die Leute von Open Doors usw.

    All diesen Leuten unterstelle ich unlautere Absichten.
    Die wollen etwas damit bezwecken und haben kein Problem größter Not und Elend zuzusehen.
    Erst wenn sie selbst frontal damit konfrontiert werden, wie eigene Kinder dann wird es eng, aber nicht mal dann unbedingt!
    Wer so vorgeht und ein Geschäft daraus macht, wenn auch ein Mitleidsgeschäft gehört zum Schweigen gebracht.
    Und dieser Krieg, dieses Elend ist für faktisch alle Christlichen Gruppen ein großartiges Geschäft.
    Da fliesen viel mehr Spenden, der Stadt gibt bei Betreuungsarbeiten gutes Geld.
    Verabscheuungswürdig!
    Einfach nur widerlich!!!

  44. DER SPIEGEL sprach mal in Zusammenhang von Claudia Roth, Katrin Göring-Eckhard und Margot Käsmann von „Hohepriesterinnen der Betroffenheit“.

    Dieser Artikel führt diesen Gedanken in brillianter Weise fort.

  45. #45 Heta (25. Aug 2016 15:01)
    Ingres, Sie reden sich um Kopf und Kragen.

    —————————
    Können sie das irgendwie rational begründen. Es wäre sehr interessant für mich, wenn sie mir die damalige Zeit objektiv näher bringen würden. Es kann ja sein, dass das was ich sage falsch ist. Natürlich gab es die Vernichtung der Juden. Aber es gab auch unglaubliche Leistungen. Die Nazis waren nicht kastriert wie die heutige Männerwelt. Sie waren in der Lage gegen die ganze Welt Krieg zu führen, ein einziges Land. Die Leistung als solche ist grundsätzlich vom Rest der damaligen Politik zu trennen. Oder es heißt, das nur Unrechtssyteme solche Höchstleistungen vollbringen könnnen.

    Mich interessiert die Parallelität von Verbrechen und Höchstleistung und die Höchstleistung an sich. Aber es kann sein, dass ich irgend etwas falsch sehe. Aber dann bitte sachlich begründen. Sonst ist das für mich unergiebig. So bin ich nun mal beschaffen. Über den Mord an den Juden muß ich nicht reden. Das macht das aktuelle verkommenste System aller Zeiten täglich heuchelnd und verdient gut daran.

  46. @#63 INGRES (26. Aug 2016 12:43)

    Übrigens würde ich in offizieller AFD-Funktion das natürlich nicht sagen. Aber ansonsten laß ich mir wahre Gedanken nicht nehmen. Außer man veröffentlicht das nicht. Selbstverständlich habe ich der FAZ anläßlich 9/11 der FAZ die Vernichtung das Islam per Atombomben vorgeschlagen. Anders geht das ja nicht. Wenn ich auf die Wahrheit verzichte muß ich auch gar nichts schreiben.

  47. Dieser Artikel war mein „missing link“ in bezug auf die Herleitung des sich hier entwickelnden Kollektivselbstmords. Das Buch kaufe ich mir. Hoffentlich andere auch. Eigentlich Pflichtlektüre!

  48. Also ich habe das Buch 1979 in der UB ausgeliehen. Ich weiß nicht mehr wieviel ich davon gelesen habe. Interessant für meine Zwecke war Schelskys Aussage von der Priesterherrschaft der Intellektuellen, hatte ich doch ebenfalls die totale Ideologisierung der Soziologie durch die Linken festgestellt. Den Rest des Buchs kann ich nicht erinnern, d.h. dass mir die ganze Tragweite der 100% korrekten Analyse in ihren Implikationen für die Zukunft nicht klar war oder ich habe diese Passagen damals nicht gelesen.

    Aber ist es nicht interessant, dass ausgerechnet ein ehemalige Nazi eine perfekte Analyse der gesellschaftliche Zustands und der zu erwartenden Folgen geliefert hat.

    Für mich das keineswegs überraschend. Schelsky war ein Schüler der letzen wissenschaftlich orientierten Soziologen, d. h. der Soziologen die die Welt so beschrieben und theoretisch erfaßt haben wie sie ist und nicht wie sie sein soll. Freilich gelten diese Gesellschaftstheoretiker als Vorläufer des Nationalsozialismus, wie Nietzsche als Philosoph. Daraus ergibt sind für mich schon immer folgendes Dilemma. Natürlich folgt aus dem Erkennen der Welt wie so ist, auch eine Vorstellung wie sie sein sollte, weil man bestimmte Dinge dann ja nicht verändern kann, sondern sie nur kontrollieren kann.
    Und nun folgte darauf der Nationalsozialismus. Und die damaligen Theoretiker waren durchaus darin verstrickt.

    Bedeutet das, dass die Erkenntnis der Welt wie sie ist, unweigerlich in Abgründe führt? Wie dem auch sei, ich bin zeitlebens dabei geblieben die Welt so zu beschreiben wie sie ist. Geht nicht anders für mich. Außerdem scheint die Welt so zu beschrieben wie sie sein soll auch zum Untergang zu führen wie Schelsky 1975 schon gezeigt hat.

    Wir haben die Linken halt nicht ausgeschaltet, jetzt vernichten sie uns.

  49. Übrigens die Soziologen vor 1933 waren keine Soziologen im Sinne der Nachkriegszeit. Das waren einzelne brillante Köpfe,Universalwissenschaftler. Nur der Analyse verpflichtet. Die hatten mit dem Arbeiter und Utopien nichts am Hut, jedenfalls dann nicht wenn sie keine Sozialisten waren. De wollten erforwchen wie Gesellshaft möglich ist.
    Schelsky war ein Schüler davon und insofern nach dem Krieg ein Geistesverwandter. Kaputt ging die Soziologie, nachdem sie total überlaufen wurde.
    Aber wie korrekten Analysen besagen eben, dass es schlechtere und bessere Menschen gibt. Und dass es keinen Sinn macht die Schlechteren (im Sinne von Leistungsfähigkeit) zu fördern und sie analysieren auch das Freund-Feind Schema als grundlegend. Mit Utopia war da nix. Die Nazis haben davon sicher vieles übernommen und die Theoretiker waren theoretisch vielem eben nicht abgeneigt. Aber sie hatten ihre Gründe.

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