AfD profitiert von Kritik an ihren Positionen

medien_afdVor den Berliner Senatswahlen zeichnet sich ein weiterer Erfolg der AfD ab. Die tonangebenden Medien sehen im Aufstieg der AfD zur „zweiten Kraft“ in Mecklenburg-Vorpommern eine derart schwerwiegende Niederlage für die CDU, daß sie das gesamte politische Gefüge der Bundesrepublik erschüttert. Diese zeigt eine aktuelle Analyse des Forschungsinstituts Media Tenor International. Diese Erfolgsmeldungen nutzen der AfD – trotz oder gerade wegen der heftigen Medienkritik an der Ausrichtung und den Positionen der Partei.

„Die Stilisierung der Flüchtlingswelle zu einer existenziellen Krise der Republik im September 2015 hat die AfD vor dem Untergang gerettet“, erklärt Dr. Christian Kolmer, Leiter Politikanalyse bei Media Tenor International. Dabei berichten die Medien nur zurückhaltend und kritisch über die Politikvorschläge der Partei – aber die Dauerberichterstattung über die Probleme der Integration und die terroristische Bedrohung hält den Alarmpegel der Bevölkerung konstant. Die internen Auseinandersetzungen in der Großen Koalition und der Union über den richtigen Kurs in der Integrationspolitik sind ebenfalls Wasser auf die Mühlen der AfD.

„In dieser Situation führt die öffentliche Kritik an der AfD sogar dazu, daß sich deren Anhänger bestärkt und motiviert fühlen“, erläutert Dr. Kolmer. „Denn die Selbstwahrnehmung als einzige ‚echte‘ Opposition in einem ‚gleichgeschalteten‘ Politik- und Mediensystem findet in der breiten Ablehnung in den Medien ihre Bestärkung.“ Für diese Untersuchung hat Media Tenor International alle 86.548 Berichte über die deutschen Parteien und ihre Vertreter in 22 tonangebenden TV-, Radio- und Printmedien zwischen dem 1. Januar 2015 und dem 14. September 2016 analysiert.