Asyl: Warum das Handwerk nicht profitiert

qualitaet-kommt-nicht-aus-dam-ping-oder-afrikaDas deutsche Handwerk wirbt immer aufwändiger um Nachwuchs. Dabei denken junge Leute nur wirtschaftlich. Vergleicht man die Ausbildungsvergütungen zwischen Handwerk und Industrie, so liegen dazwischen Welten. Für den normalen Elektriker beispielsweise fangen die Ausbildungsvergütungen bei 360 Euro an. Im vierten (!) Lehrjahr verdient der Azubi maximal 910 Euro. Das gilt für den normalen Elektriker wie auch für den Elektriker in der Automatisierungsbranche. Lernt man den selben Beruf allerdings in der Industrie, fängt die Vergütung bei 860 Euro an! Sie liegt im vierten Lehrjahr bei mindestens 1000 Euro. Bringt es dem Handwerk angesichts dieser Zahlen etwas, nach offenen Grenzen zu rufen? Ganz im Gegenteil!

1. Mangelhafte Ausgangsqualifikation

Ein ausführlicher Bericht von Peter L. Pedersen über das Bildungswesen im orientalisch-asiatischen Raum fördert  zutage, dass eine exorbitante Nachqualifizierung nötig wäre, damit Einwanderer aus dieser Sphäre überhaupt dem Berufsschulunterricht folgen können :

Ludger Wößmann vom Münchner Ifo-Institut stellte im Mai 2016 fest, dass syrische Schüler nach der 8. Klasse ca. fünf Jahre im Vergleich zum deutschen Schulniveau hinterherhinken. Sprich: Ein mittlerer Schulabschluss in Syrien entspricht nicht einmal dem deutschen Grundschulniveau.

Die Schulbildung orientiert sich in nahezu allen arabischen Ländern vornehmlich an der Religion und oftmals auch an der Shari’a-Gerichtsbarkeit.

Schon 2015 wies Wößmann darauf hin, dass 65 Prozent der syrischen Schüler nicht den Sprung über das, was die OECD als Grundkompetenzen definiert, schaffen. In Albanien liegt die Quote bei 59 Prozent – gegenüber 16 Prozent in Deutschland. Weiter schrieb er: „Das heißt, dass zwei Drittel der Schüler in Syrien nur sehr eingeschränkt lesen und schreiben können, dass sie nur einfachste Rechenaufgaben lösen können.“

Tatsächlich gibt es in Syrien dreijährige „technische Sekundarschulen“, die so etwas Ähnliches wie Berufsausbildung anstreben sollen. Allerdings stehen auf dem Lehrplan auch Fächer wie Religion, Arabisch und – für die Berufsbildung offenbar unverzichtbar – Patriotismus. Der fachliche Rest wird grundsätzlich im Klassenraum in Frontalunterricht und mittels Auswendiglernen geübt. Das selbständige Entwickeln von Wissen, wie wir es (oftmals) kennen, ist weder in Südeuropa noch in der arabischen Welt üblich. Und die Durchfallquoten in syrischen Berufsschulen betragen 30-35 %.

In den 330 irakischen Berufsschulen (Stand 2008) wurden gerade einmal 68.000 Schüler ausgebildet und das bei einer Gesamtbevölkerung von knapp 34 Mio. Menschen (zum Vergleich: In Deutschland besuchen im Schnitt 2,4 Mio Schüler im Schuljahr 2015/16 eine Berufsschule). Die Durchfallquoten bei den Abschlussprüfungen der Sekundarstufe II im Irak beliefen sich zugleich auf bis zu 70%.

Diese Quote deckt sich mit den Erfahrungen der Handelskammer München und Oberbayern, wonach 70 Prozent der Azubis aus Syrien, Afghanistan und dem Irak, die vor zwei Jahren in Deutschland eine Lehre begonnen haben, diese bereits wieder abgebrochen haben.

Selbst im superreichen Saudi-Arabien, das nach eigenen offiziellen Verlautbarungen überdurchschnittliche Investitionen in die Berufsqualifikation der Bevölkerung tätigt und alle Schulen kostenfrei besucht werden können, verfügen lediglich neun Prozent der Bevölkerung über eine Berufsausbildung, während der OECD-Durchschnitt bei 45 % liegt.

In Afghanistan gab es bis 2011 gar keine Berufsschullehrerausbildung und kein Weiterbildungssystem. Vielmehr spielen bis heute die Islamschulen eine wesentliche Rolle. An den heute existierenden ca. 330 Berufsschulen sollen zwar 60 % des Unterrichtsstoffes in der Praxis vermittelt werden, was jedoch oft nicht eingehalten wird, weil die Schulen schlecht ausgestattet sind und den Lehrern die Fachpraxis fehlt. Nicht für alle Bereiche gibt es Ausbildungsordnungen und Lehrbücher. Der Bevölkerungsanteil mit abgeschlossener Berufsausbildung ist entsprechend marginal.

Auf einer meiner zahlreichen Reisen in die arabische Welt erklärte mir ein (sehr weltoffener und in Deutschland studierter) Staatssekretär in der omanischen Hauptstadt Muskat das einmal so: „Arabische Jungen werden zu Königen erzogen und Könige arbeiten nicht.“

2. Konkurrenz durch Schwarzarbeit

Viel eher wird die ungezügelte Einwanderung in unsere Sozialsysteme dazu führen, dass sich die Schwarzarbeit weiter ausbreitet. Es wollen Konsumansprüche erfüllt werden, für die 399 Euro Hartz IV und kostenloses Wohnen nicht ausreichen. Die Familie in Afrika oder dem Orient will auch etwas vom Kuchen abkriegen. Für eine reguläre Ausbildung reicht aber die mitgebrachte Qualifikation nicht aus. Selbst zwei Jahre durchgängiger Unterricht holen diesen Abstand in den meisten Fällen nicht auf. Was also tun? Der eine geht dealen, der nächste geht klauen und der übernächste verdingt sich als „Handwerker“.

Der Schwarzmarkt ist es, der den Handwerksbetrieben den Profit absaugt und die Preise drückt. Die Industrie hat kein Problem damit. Das Handwerk sehr wohl. Und diese Probleme verstärken sich mit jedem jungen Mann, der ohne vernünftige Grundbildung und beruflichen Background – aber mit hohen Erwartungen – in unser Land kommt.

Dass ausgerechnet das Handwerk sich fleißig daran beteiligt hat, Merkels Politik der offenen Grenzen gutzuheißen, war eine ausgemachte Milchmädchenrechnung. Man hat sich damit ins eigene Fleisch geschnitten. Der Schwarzmarkt wird boomen und das Handwerk zahlt wieder drauf.

Schon die fleißigen und oft gut gebildeten Flüchtlinge aus Ex-Jugoslawien sind im Nachhinein ein Problem. Viele sind hiergeblieben und ins Handwerk gegangen, haben sich ausbilden lassen und arbeiten nebenher schwarz. Wo sie herkommen ist das gang und gebe, weil dort niemand alleine durch einen regulären Job den Unterhalt für seine Familie verdient. Das in Deutschland erworbene Schwarzgeld wird in Immoblien in der Heimat gesteckt, so dass die ehemaligen Flüchtlinge in Deutschland rundum sozialversichert sind und dazu noch über ein südländisches Ferien- und Altersdomizil verfügen. Damit ist im Alter ein Lebensstandard möglich, den der brave deutsche Handwerksmeister, der dem Flüchtling den Berufseinstieg finanziert hat, sich nie wird leisten können.

Deutschland hat den Hang dazu, sich ausplündern zu lassen wie eine Weihnachtsgans. Deutschland war einst das Land der Denker. Da hat man noch im Voraus überlegt, was passiert, wenn man an einem Hebel zieht. Diese Tage scheinen endgültig vorbei zu sein.

Im Moment ist man allerdings noch benebelt von den vielen staatlichen Aufträgen, die durch die Bautätigkeiten in der Asyllandschaft fließen. Wenn diese Boom vorüber ist, muss man sich wieder auf dem freien Markt um Aufträge bemühen. Dort, wo die Konkurrenz aus der migrantischen Schattenwirtschaft einem längst das Wasser abgräbt und die Gewinne wegfrisst und damit Löcher in die Lohntüten der Azubis reißt.

Soeben hat Schäuble Stipendien für das Handwerk verlangt! Damit will er nicht nur der Azubi-klammen Branche helfen, sondern in erster Linie die Folgen des Euro abmildern. Der Euro hat im Süden Europas breite Schneisen in die berufliche Zukunft der Jugend geschlagen. Junge Spanier, Italiener und Griechen sollen dann wohl wie die MUFL unter die Fittiche unserer Jugendämter genommen werden?

Bei der Welt heißt es:

Für den europäischen Arbeitsmarkt brachte Schäuble „Stipendien“ für einwandernde Auszubildende ins Gespräch. Eine ganze Generation dürfe nicht über Jahre hinweg in Perspektivlosigkeit gelassen werden, sagte er mit Blick auf die Jugendarbeitslosigkeit in südeuropäischen Ländern bei gleichzeitig unbesetzten Ausbildungsplätzen etwa in Deutschland.

Mobilität müsse nicht nur im Urlaub, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt gelingen – etwa mit einem Stipendium, das Auszubildenden fern der Heimat bei der Deckung der höheren Lebenshaltungskosten helfe.

Unter „Auszubildenden fern der Heimat“ kann man alles mögliche verstehen, zumal Merkel erst gestern von Berufsausbildung für Nigerianer sprach.