Der freundliche Polizist und die „Neonazis“

Einen „erfolgreichen Tag“ wünschte am Montag ein Polizist in Dresden den Pegida-Demonstranten und dachte dabei wohl an nichts Böses, sondern wollte wohl nur freundlich sein. Für Pegida würde ein „erfolgreicher Tag“ u.a. auch bedeuten, frei und ohne Angriff von gewalttätigen Neo-Faschisten die grundgesetzlich verbürgte Meinungsfreiheit wahrnehmen zu dürfen, selbstverständlich, ohne dabei irgendjemand anders als durch die abweichende eigene Meinung zu bedrängen.

Da aber polizeiliche Neutralität heutzutage bedeutet, dass man Merkelkritikern gegenüber mit eisiger Distanz und Verachtung entgegenzutreten hat, hat sich nun ein Mediengewitter der Merkelschen Parteipresse über den Staatsbeamten in Sachsen entladen. Der arme Polizist wird für seine Höflichkeit gescholten und er wird dafür sicher auch noch weiter büßen müssen.

Der offizielle Anlass für die Hexenjagd sieht wie immer mehr als nur vorgeschoben aus, irgendetwas Offizielles muss man ja bieten. Unter den Demo-Teilnehmern hätten sich, Zitat Süddeutsche Zeitung, „zahlreiche Neonazis“ befunden. Da fragt man sich natürlich erstens, hätte der Polizist die angeblichen Neonazis alle kennen müssen, vielleicht aus einem Lehrgang von Kahanes Amadeus-Antonio-Stiftung?

Oder: Wenn die SZ dort so viele Neonazis gesichtet haben will, warum hat sie die nicht den Veranstaltern gemeldet oder gleich Anzeige erstattet? Propagierung des Nationalsozialismus ist in unserem Lande verboten, auch dafür steht Pegida. Warum schritt die SZ also nicht ein? Wollte die Süddeutsche nicht, dass die angeblichen Neonazis aus der Demo verschwinden oder – sehr viel wahrscheinlicher – gab es sie vielleicht gar nicht?

Warum die aalglatte merkel-hörige Lügenpresse diesen Neonazi-Hinweis im Kontext mit dem höflichen Polizisten gebetsmühlenartig verwendete, liegt auf der Hand: Es darf dem zeitungslesenden Otto-Normalbürger nie in den Sinn kommen, dass dort in Dresden Woche für Woche Ihresgleichen auf die Straßen gehen und friedlichen Protest leisten. Sonst käme womöglich so mancher auf die Idee, sich dem Widerstand anzuschließen. Und auch die normalen Polizeibeamten, die innerlich längst auf der Seite der Merkel-Gegner stehen, werden aus der medialen Inquisition gelernt haben: Eine „Wir-wünschen-einen-erfolgreichen-Tag-für-Sie“-Durchsage von einem Polizeibeamten in Richtung Volk wird es jedenfalls nie wieder geben!