Der Kuzy hat wieder zugeschlagen

kuzyWie, Sie wissen nicht, wer der Kuzy ist? Nach Stefan Niggemeier ist der Kuzy „der Hofnarr von Spiegel Online“ und verfasst Artikel, in denen er das Kunststück fertig bringt, sich von sich selbst zu distanzieren. Und zwar so regelmäßig, dass Niggemeier darin eine neue journalistische Textgattung erkennt, die er konsequenterweise nach dem Kuzy benannt sehen möchte.

(Von Yorck Tomkyle)

Der Kuzy wäre damit also gleichsam das, was das Purpurweiden-Jungfernkind für die Lepidopterologie ist. Nun kommt das aktuelle Werk des Kuzy, der im richtigen Leben zu den Leuten gehört, die Meinen mit Wissen verwechseln und deshalb auch dem Meinungsressort des SPON vorstehen darf, nun nicht gerade auf grazilen Schmetterlingsflügeln daher. Mit diesen hat es höchstens die Dicke gemeinsam.

Der Kuzy nimmt uns unter der Überschrift „Reden bringt da nichts“ mit auf eine Reise durch die dunklen Parallelwelten von PEGIDA, AfD und Co., wobei er dabei die aktuelle Lage in seinem Land – Deutschland – relativ treffend wiedergibt.

So treffend, dass ihn am Ende womöglich die Angst packt, man könnte ihn ernst nehmen. Aber da sei der Kuzy (hier gemeint: neue Textgattung, nicht der Erfinder) vor: am Ende distanziert er sich natürlich davon. Ist ja alles Quatsch! Verschwörungstheorie! Geschwurbel! Geraune! Hass! Pöbelei!

Man kann nur mutmaßen wie er sich gefühlt hat, der Kuzy (diesmal: der Erfinder des Kuzy), als er endlich auch mal wie ein richtiger Journalist das schreiben durfte, was so in Wirklichkeit abgeht in seinem Land – Deutschland. In jedem Fall war klar, dass nur ein vollendeter und besonders radikaler Kuzy (Textgattung), also die Kunst der Autodistanzierung, ihm diesen Ausflug in die Welt des echten und nicht nur imitierten Journalisten erlauben würde.

Reden bringt da nichts!

Sollte man einem Hofnarren so einen Satz übel nehmen? Ein beliebiger Ausflug in eine beliebige Talkshow dieser Tage bestätigt den Kuzy, so dass ihm beizupflichten ist: Reden bringt tatsächlich nichts in einem Land, in dem die BuStaBras, also die Bunt-statt-Braunen, jedes gute und berechtigte Argument der Andersdenkenden im Bewusstsein ihrer moralischen und Machtmittel-Überlegenheit mit empört hochgezogenen Augenbrauen statt mit Gegenargumenten parieren.

Es bringt nichts, mit Leuten zu diskutieren, die ihre intellektuellen Defizite so lange mit Parolen und Gefühligkeit überschminken, bis sie zu traurigen Clowngesichtern der sterbenden Demokratie in diesem Land – Deutschland – werden.

Diese Leute wollen nicht reden, sie wollen lediglich die Argumente der anderen so lange kaputtreden, bis diese endlich schweigen. Es ging ihnen nie um Diskussion, es ging immer nur darum, sich durchzusetzen und die anderen zu diskreditieren.

Was aber, wenn unter all den Kampf-gegen-Rechts-Ablenkungs- und Erziehungsmanövern der BuStaBras mal ein Argument, ein Lösungsvorschlag für die aktuelle Krise durchscheint, so wie bei Gabor Steingart in einem kürzlich in seiner Hauspostille erschienenen Artikel?

Da heißt es:

Das Nebeneinander von christlichem und muslimischen Kulturkreis […] hat sich eingespielt. Das Zauberwort heißt dabei nicht Integration, sondern Abstand.

Danke, Gabor, für diesen erhellenden Einblick, den wir uns kurz einmal bildlich vorstellen wollen: Du möchtest also, dass Christen und Muslime in einem Land, in dem 226,5 Einwohner auf einen Quadratkilometer kommen, Abstand halten. Diese Idee ist so toll, dass wir sie gleich auch auf all die Ethnien und Kulturen anwenden sollten, die sich in unserem Land – Deutschland – zusammendrängen. Man möchte hinzufügen: wenigstens eine Armlänge, solange die gegenwärtige Einwanderungspolitik zumindest diesen Abstand noch ermöglicht.

Komisch, dass Dir gar nicht aufgefallen ist, dass Du damit die gesamte BuStaBra-Ideologie in die Tonne getreten und einem Vielvölkerstaat das Wort geredet hast, in dem letztlich der die Macht hat – auch die, die anderen zu unterdrücken -, der zahlenmäßig am stärksten ist.

Mit Demokratie und Demos hat Dein grandioses Zauberwort jedenfalls nichts zu tun. Eher damit, dass jemand wie Du in einer dieser Positionen hockst, in dem man so etwas schreiben und Andersdenkende als Hasser, Wirrköpfe und Pöbler bezeichnen kann. Und deswegen müssen wir, die Pöbler und Hetzer, dem Kuzy akklamieren, wenn er schreibt, dass Reden nichts bringt.

Nein, wir sollten uns vielmehr immer darüber im Klaren sein, dass es den BuStaBras nur darum geht, ihre Macht zu erhalten, ihre Gesellschaftsprojekte weiter voranzutreiben und Dissidenten zu diskreditieren – mit allen Mitteln und umso fanatischer, je offensichtlicher ihr Scheitern ist.

Die Epoche der Einlullung ist vorbei. Wir leben in einer Zeit, in der jeder Position beziehen muss. Die Zukunft wird denen gehören, die die besseren Argumente haben. Und dann werden wir sehen, wie viele der Steingarts dann den Kuzy (hier: Textgattung) machen.

Freuen wir uns drauf!