Hilferuf: Posener schafft es nicht mehr allein

pose_hilfeUnter uns gibt es tatsächlich Leute wie Alan Posener, die der oben zitierten Meinung sind. Der WELT-Journalist, der sich selten verdächtig macht, das Tagesgeschehen mit einem Hauch von Logik zu versehen, holt erst mal die RAF aus der Klamottenkiste:

Als der linke Lehrer Fritz Rodewald der Polizei sagte, dass die RAF-Gründerin Ulrike Meinhof bei ihm übernachten würde, wurde er von Terroristen mit dem Tod bedroht, von Linken als Verräter gebrandmarkt, beruflich diskriminiert und gesellschaftlich isoliert.

Das sagt viel über Linksradikale aus. Zu denen übrigens auch Posener gehört.

Im Umkreis des Nationalsozialistischen Untergrunds gab es Hunderte, die über die Mordtaten der Terrortruppe Bescheid wussten. Ein Held wie Rodewald fand sich in diesem Umfeld leider nicht.

Ein interessanter Hinweis für die Staatsanwaltschaft München. Wer solche Zahlen kennt, kann sie vermutlich auch mit einer langen Reihe von Namen belegen.

Und nun haben Syrer den Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr in ihre Wohnung aufgenommen, dann erkannt, wer er ist – ihn daraufhin gefesselt und der Polizei übergeben. Sie sind Deutschlands erste syrische Helden. Zweifellos wird der Islamische Staat, zu dem der Bombenbauer al-Bakr wohl Beziehungen hatte, ihnen nach dem Leben trachten.

Zweifellos trachtet der Islamische Staat nach unser aller Leben. Diese Gefahr wird zweifellos nicht dadurch geringer, dass über das ganze Land verteilt Syrer oder „Syrer“ in die Wohngebiete einsickern und dort weiteren Syrern oder „Syrern“ Unterschlupf gewähren. Offenbar werden die von den Sozialämtern gezahlten Wohnungen nebenbei zur Unterbringung von Illegalen genutzt – oder wie darf man die betreffenden Bild-Stories hier und hier interpretieren?

Vielleicht werden wir deshalb diese Helden niemals öffentlich feiern können, obwohl sie ihr Leben riskiert haben, um ihr Gastland zu schützen. Sie verdienen, wie Rodewald, das Bundesverdienstkreuz. Er lehnte übrigens die angebotene Ehrung verbittert ab.

Wenn es nicht tatsächlich so geschehen wäre, könnte man glatt meinen, Posener hätte selbst das Drehbuch zu diesem Heldenepos geschrieben. Wenn man sich das merkwürdige Foto bei der Bildzeitung ansieht, könnte man übrigens auch auf die Idee kommen, dass eine Heldin den Terroristen in den Schwitzkasten nahm.

freundin_al(Zum Vergrößern aufs Bild klicken)

Die Diskussion über Terroristen, die als Flüchtlinge getarnt in Deutschland einsickern, blieb bisher abstrakt.

Besonders abstrakt blieb diese Diskussion für die Reisenden eines Zuges bei Würzburg und die Besucher eines Festivals in Ansbach. Deswegen hat da auch niemand ein Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Nicht die Hongkong-Chinesen, die sich schützend vor ihren Schwiegersohn stellten und auch nicht der Ordner, der den Selbstmordattentäter wegen eines unguten Gefühls nicht auf das Festival-Gelände ließ.

Die einen beschworen – zu Recht – die Gefahr, die anderen – zu Recht – die Tatsache, dass die meisten Syrer hier sind, weil sie vor dem Terror fliehen, dem Terror des alawitischen Assad-Regimes, der schiitischen Iraner und der mit dem Segen der orthodoxen Kirche agierenden Russen hauptsächlich, aber auch des sunnitischen Kalifats. Nun ist die Diskussion konkret geworden.

Schön, dass es Posener bei seinem Wortschwall schafft, nach der russisch-orthodoxen Kirche noch das IS-Kalifat zu erwähnen. Wobei er natürlich recht hat: das Kalifat ist das geringste Problem. Es dient als Ablenkungsmanöver, wie wir gleich sehen werden. Die Global Player sitzen ganz woanders.

Die Klima-Mafia hat es geschafft, die weltweite Dekarbonisierung durchzusetzen. Sehr zum Unmut der erdöl- und erdgasexportierenden Länder, zu denen auch die frackenden USA gehören.

Es gibt nur noch ein schmales Zeitfenster, um die kohlenstoffhaltigen Bodenschätze in Dollars umzumünzen. Ab 2045 können Länder wie Katar und Saudi-Arabien nur noch Sand verkaufen.

Deswegen ist es im Nachhinein betrachtet für erdgasexportierende Orientalen ganz günstig, dass die Ukraine vor Jahren mal ihre Gasrechnung nicht bezahlte, Gaslieferant Russland zwei Wochen lang den Hahn zudrehte und der Hühnerhaufen in Brüssel 2009 vollkommen panisch eine „Diversifizierung“ seiner Gasimporte beschloss.

Zwar saß  dank der Gazprom-Direktverbindung Nord Stream (initiiert durch Putin und Schröder) niemand in Westeuropa im Kalten, doch einmal in eine fixe Idee verrannt, lässt sich Brüssel nicht mehr aufhalten.

Altkanzler Schröder wurde übrigens 2005 von der grünen Mafia für seine Gazprom-Zusammenarbeit gescholten, während nie ein Hahn danach krähte, dass Ex-Vizekanzler Fischer mit seiner Nabucco-Pipeline scheiterte. Das nur mal so nebenbei.

Denn viel wichtiger ist: Das größte zusammenhängende Erdgasfeld der Welt hat Allah ausgerechnet zwischen seinen sunnitischen und seinen schiitischen Islam platziert. Es gehört zu zwei Dritteln Katar und zu einem Drittel dem Iran. Das Feld muss zwischen 2004 und 2005 entdeckt worden sein, also zu der Zeit, wo Putin sich gerade Gedanken um eine Transitländer-unabhängige Erdgasversorgung seines Großabnehmers Deutschland über den Nord Stream machte. Keine Transitländer bedeutet: kein Ärger, keine Gebühren. Die Polen waren so eingeschnappt, dass sie fortan die Amerikaner hofierten.

Während das erdgasreichste Land der Welt, nämlich Russland, hervorragend mit Europa verkabelt ist und nur wegen der Ukraine jetzt neue Pipeline-Routen bauen muss, muss sich derjenige beeilen, der das Gas aus dem Iran South Pars und dem Katar North Dome noch rechtzeitig vor der Dekarbonisierung zu den gut zahlenden Kunden in Europa pumpen will. Hierbei kommt man schwerlich an Syrien vorbei.

Ukraine und Syrien – zwei Pipeline-Transitländer – zwei Bürgerkriege. Bürgerkriege?

Einer Pipeline Katar-Saudi-Arabien-Syrien-Türkei hat Assad nicht zugestimmt. Diese Entscheidung fiel ausgerechnet im Jahr 2009 als der Hühnerhaufen EU unbedingt darauf bestand, nicht-russisches, also womöglich orientalisches Erdgas importieren zu wollen.

Dummerweise hatten die Türken nicht auf Assads Erlaubnis gewartet, sondern schon mal die Anschlüsse für das Gas aus Katar gelegt. Sie wollten an dem Pipelinegeschäft mitverdienen, ihren eigenen Energiehunger günstig stillen und sich als letzter Pipeline-Boss vor den Toren Europas positionieren um sich wieder einmal als unverzichtbares EU-Mitglied ins Gespräch zu bringen.

Als jedoch Assad 2011 einer Erdgas-Pipeline Iran-Irak-Syrien-Mittelmeer-Griechenland zustimmte, brachen in dem bis dahin verhältnismäßig gesettelten Land plötzlich Unruhen aus.

Seitdem bilden genau diejenigen Staaten, die die Erdgas-Pipeline von Katar aus über das syrische Aleppo in die Türkei legen wollen, eine Allianz gegen Assad. Was für ein Zufall.

gaspiplines-und-syrien-krieg

Wobei die Rolle Saudi Arabiens zwielichtig ist, denn die Saudis haben nicht unbedingt etwas davon, wenn Katar Erdgas nach Europa verkauft. Sie sind mehr an der Vorherrschaft in der Region interessiert und boten Putin sogar an, dafür Sorge zu tragen, dass niemand aus der Golfregion Erdgas über Syrien nach Europa transportiert. Putin sollte im Gegenzug dabei zusehen wie man Assad gegen ein Muslimbrüder-Regime eintauscht. Dafür wollten die Saudis freundlicherweise auch die olympischen Winterspiele in Sochi vor Terror „schützen“. Das übliche islamische Geschäftsmodell.

Zur Ergänzung dieser Ausführungen, die vermutlich nur an der Oberfläche der ganzen stattfindenden Abartigkeiten kratzen, ist noch anzumerken: Die iranische Pipeline soll durch Homs führen, die katarische durch Aleppo. Zwei syrische Städte, die der deutsche Fernsehzuschauer bestens aus den Nachrichtensendungen kennt. Zumindest teilweise.

Zusammengefasst kann man sagen: Die EU hat 2009 wegen der herumzickenden Ukraine „diversifiziertes“ Erdgas bestellt. Der Preis dafür sind tote und entwurzelte Syrer.

Von daher ist es nur gerecht, dass die gehirnamputierte EU jetzt dieses Flüchtlingsproblem am Hals hat und infolge dieses Problems politische Köpfe rollen werden bis der Kontinent wieder bei Verstand ist.

Hätte sich die EU nicht so dämlich angestellt und keinen Wettbewerb um Erdgaslieferungen in Gang gesetzt und hätte sie diesen nicht auch noch mit ihrem ständigen Klimarettungsgesabbel befeuert, dann wäre Syrien heute ein friedliches Land.

Noch Fragen zum Thema Syrien, Posener?

Schon 2001 wurde im Bundestag seitens „Joschka“ Fischer ein langes Gesicht gezogen, als Putin das Angebot einer echten Partnerschaft und Zusammenarbeit unterbreitete. Fischers Rolle und die seines US-Mäzens George Soros sind in diesem ganzen Erdgas-Spektakel überhaupt noch nicht aufgeklärt.

Warum kniet sich die Presse da nicht rein, Posener?

Man muss sich auch einmal folgendes fragen: Warum sind ausgerechnet von den drei größten Erdgasbesitzern der Welt zwei unter Sanktionen geraten und welche Rolle spielt dabei Nummer 3?

  • • Russland: 47.570.000 Mio. Kubikmeter, Sanktionen seit 2014
  • • Iran: 29.610.000 Mio. Kubikmeter, Sanktionen von 2006 bis 2015
  • • Katar: 25.370.000 Mio. Kubikmeter, nie sanktioniert

Und wer versucht ganz offensichtlich Deutschland dazu zu bewegen, sich von seinem wichtigsten Gas- und Öllieferanten Russland abzuwenden, für dessen Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit niemand anders als unser Altkanzler Schröder bürgt? Lässt sich seine dumme Pute von Nachfolgerin etwa von Katar und der Türkei mit Terror und Flüchtlingen erpressen, weil Katar unbedingt seine Pipeline will?

Bislang exportiert Katar das Gas aufwändig als Flüssiggas. Syrien wegbomben ist vermutlich billiger. Für die Schäden kommen ja andere auf.

Gestern haben sich Russland und die Türkei verständigt. Eine neue Gaspipeline mit Namen Turkish Stream wird von Russland durch das Schwarze Meer von der Türkei aus Europa mit Gas versorgen. Gleichzeitig baut Erdogan seit März 2015 an TANAP – der Transanatolischen Pipeline. Diese kann Erdgas aus Zentralasien, Asebaidschan und dem Iran aufnehmen. Erdogan ist spätestens 2019 die Schlüsselfigur am Erdgashahn. Soviel zum Thema „Diversifizierung“.

Ach ja: Und Katar ist immer noch außen vor.

Schon seit dem ersten Spatenstich für TANAP im letzten Jahr stiegen die Flüchtlingszahlen. Liegt es da nicht klar auf der Hand, dass der Flüssiggasexporteur Katar reichlich sauer ist und mit dem in Syrien aufmarschierten Islamistenpack die bockigen Syrer zu den abtrünnigen Türken rüberbombt?

Und wieso behauptet ein US-Diplomat am Sonntag im deutschen Fernsehen: „Es gibt keinen syrischen Staat mehr“? Hat die Pipeline-Mafia das Beutestück schon unter sich aufgeteilt? Seit wann weiß Merkel davon?

Doch Posener ist mit seinen Gedanken ganz woanders. Die Pipeline-Mafia und ihre Ziele Homs und Aleppo interessieren ihn nicht. Er will die Syrer nicht wirklich retten, nicht ihr Land befrieden, keine politischen Intrigen aufdecken, sondern Syrer für seine eigenen stragischen Zwecke benutzen. Er will Multikulti-Helden kreiieren anstatt aufzuklären.

Die Vertreter der Pipeline-Mafia haben von Posener ein dickes Lob verdient, weil sie möglicherweise und rein zufällig bemerkt haben könnten, dass sich ein Terrorist nach Chemnitz eingeschlichen hat:

Hier ein Mann, auf den schon ein „befreundeter“ Dienst, sei es der türkische, sei es der amerikanische, aufmerksam gemacht hatte. Und dort Syrer, die ihn festnehmen, als er den deutschen Polizeikräften entschlüpft.

„Wo Gefahr ist/ Wächst das Rettende auch“, schrieb Friedrich Hölderlin. Es ist richtig, die als Flüchtlinge eingereisten Menschen genauer unter die Lupe zu nehmen. Es ist falsch, sie unter Generalverdacht zu stellen.

Unter ihnen gibt es gewiss einige Hundert, vielleicht tausend Terroristen. Und ebenso gewiss viele, die beim Aufspüren dieser Schläfer helfen können und wollen. Diese potenziellen Helfer und Helden braucht das Land. Allein schaffen wir es nicht.

Was man durchaus alleine schaffen kann, ist ein Abo bei einer Zeitung zu kündigen. Denn wo die Gefahr der Volksverdummung besteht, ist auch das Rettende nah. Es steht außer Frage, dass der Zusammenhang zwischen dem syrischen Bürgerkrieg und einer Schröder- und Putinhassenden, Erdoganschleimenden Klima- und Flüchtlingskanzlerin für die deutsche Presse viel zu kompliziert ist. Viel einfacher ist es, die Sicherheitsgesetze in Deutschland zu verschärfen und ein paar Helden zu kreieren. Dass dies auf dem Rücken des syrischen Volkes – und zunehmend auch auf dem Rücken des deutschen – geschieht, ficht einen Posener nicht an.

Wo sind eigentlich die vielen Exil-Syrer, die Assad des Fassbombenabwurfs bezichtigen? Wo sind die Syrer, die dem Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag die Tür einrennen, Klagen einreichen und Beweise liefern?

Warum setzen die zu Hunderttausenden in Deutschland gestrandeten Syrer nicht so etwas wie eine Exil-Regierung ein? Das wäre doch das Normalste der Welt, wenn man es mit einem Diktator zu tun hat, oder nicht?

Die einzigen Bewegungen, die man auf Deutschlands Straßen sieht, sind die von Afrikanern, die ein dauerhaftes Bleiberecht und Sex fordern.

Wieso gehen die Syrer nicht zu Zehntausenden gegen Assad auf die Straße? Die Türken und Kurden sind doch auch ständig mit Pro- oder Contra-Erdgogan-Transparenten unterwegs.

Also, wo sind sie, die syrischen Supporter eines Assad-Sturzes, wo die in den Startlöchern stehenden Nachkriegspolitiker?

Posener, wenn Ihnen zum Stichwort Syrer nichts anderes einfällt, als RAF, NSU, Bundesverdienstkreuz und Hölderlin, dann haben Sie Ihren Beruf verfehlt. Gott schütze die Syrer vor Leuten wie Ihnen.