Marxloh: Stadt räumt Zigeunerbruchbuden

marxlohViele der in Duisburg-Marxloh lebenden Zigeuner hausen in Schrottimmobilien. Wenn Häuser nicht davor schon baufällig waren, so sind sie es sobald die Zigeuner es sich dort längere Zeit „gemütlich“ gemacht hatten. Dreck, Gestank, Müllberge und überall Ratten. Die Stadt zieht nun mit der „Task-Force-Problemimmobilien“ die Reißleine und will alle derzeit zur Sprache stehenden 85 Gebäude unter die Lupe nehmen und gegebenenfalls räumen. In den Häusern bestehen nicht nur katastrophale hygienische Zustände, sondern – was viel schwerer wiegt – gravierende Brandschutzmängel. Einer der Vermieter hatte gegen eine Räumung geklagt und verloren, nun ging die Stadt ans Werk und tat was lange angekündigt war, sie räumte die betroffenen Gebäude. Jetzt gibt’s mediales und gutmenschliches Affentheater, weil die Zigeuner aus ihren mit Rattenkot verdreckten Bruchbuden geworfen wurden.

(Von L.S.Gabriel)

Eines der Gebäude war so überbelegt, dass pro Person nur ein Wohnraum von fünf Quadratmetern zur Verfügung stand, das Tierschutzgesetzt sieht für Hunde in Zwingern das Doppelte vor. Auch von Stromklau und manipulierten Zählern ist die Rede. Laut der Rechtsdezernentin der Stadt, Daniela Lesmeister führte kein Weg an der Räumung vorbei. Aufgrund der Brandschutzmängel sei akute Gefahr im Verzug gewesen, ein Brand wäre fatal gewesen. Die Treppenhäuser dieser Schrottgebäude hätten wie Kamine gewirkt, ein Feuer hätte unter diesen Umständen sicher Menschenleben gefordert.

marxloh2

Weil die Behörden wohl auch sicher gehen wollten, möglichst alle Personen anzutreffen bei der Räumung, fand diese in einem Fall nach 22 Uhr statt. Die Stadtmitarbeiter hatten zwar Dolmetscher organisiert aber das Theater, das eine Horde Zigeuner macht, wenn Beamte kommen, um sie aufzufordern ihre Wohnungen zu verlassen kann man sich vorstellen. Wohl auch aus diesem Grund wurde nicht diskutiert, sondern gehandelt. Nach erfolgter Räumung wurden die Häuser von der Stadt mit Stahltüren verschlossen und versiegelt.

Der stellvertretende SPD-Bezirksbürgermeister Claus Krönke und ein Marxloher Wohlfahrtsverband echauffieren sich über die Maßnahme der Stadt, es handle sich dabei um eine Vergraulstrategie, heißt es. Die Grünen reden von „rabiater Räumung“ und „überzogener Härte“. Ein solch „rücksichtsloses Vorgehen“ gegenüber der von sozialer Ausgrenzung und Verfolgung betroffenen Gruppe der Roma sei besonders erklärungsbedürftig. Man dürfe nicht allein auf „Law and Order-Maßnahmen“ setzen, sondern müsse zusätzlichen Wohnraum schaffen und vermitteln, so Duisburgs Grüne.

Was für eine Heuchelei. Wäre in einer dieser mit Sperrmüll zugestellten, verdreckten Buden Feuer ausgebrochen und womöglich Kinder darin umgekommen, wäre das Geschrei um die nicht rechtzeitig durchgesetzten jetzt kritisierten „Law and Order-Maßnahmen“ ebenso groß gewesen. Claus Krönke, Gutmenschenvereine und Zigeunerverbände hätten sich noch nach Jahren über diese Versäumnisse das Maul zerrissen.