Ratloser Wolffsohn schwingt Nazikeule

bilds-bester-mann-verschlissenSchon die „BILD am Sonntag“ hatte einen unterirdischen Kommentar zu dem Sexualmord an Maria L. abgeliefert. Ausgerechnet der normalerweise über jeden Zweifel erhabene, zuweilen sogar politisch inkorrekte, „Bild“-Kolumnist Michael Wolffsohn übertrifft jetzt noch das Relativierungs-Geschreibsel des stellv. BamS-Chefs Tom Drechsler. Er sieht es als abgemacht an, dass das deutsche Mördervolk Übergriffe von Einwanderern nicht nur im geschichtlichen Kontext, sondern auch im Vergleich zur eigenen – angeblich gestiegenen – Kriminalitätsrate zu relativieren hat.

Der erste Satz in Wolffsohns Kommentar hat es schon in sich:

Flüchtlingspolitisch ist der schlimmstmögliche Fall eingetreten.

Merke: Es ist nicht frauenpolitisch der schlimmste Fall eingetreten. Es ist nicht familienpolitisch der schlimmste Fall eingetreten. Es ist nicht sicherheitspolitisch der schlimmste Fall eingetreten.

Die MUFL-Industrie von Freiburg wird von Wolffsohn ausdrücklich gelobt. An ihr kann der Sexualmord folglich nicht gelegen haben. Viel wahrscheinlicher wäre seinen Ausführungen zufolge ein Sexualmord in Berlin gewesen:

Großherzig wurde er im Schwarzwald von einer Familie aufgenommen. Das menschenunwürdige Chaos wie seinerzeit am Berliner „Lageso“ dürfte ihm deshalb zumindest weitgehend ebenso erspart geblieben sein wie das monatelange Massenvegetieren in Turnhallen oder anderen Massen-Notunterkünften. Individuelle Zuwendung hat er hier erfahren. Genau das also hat er bekommen, was Fachleute immer wieder empfehlen, um der Vereinsamung, Verunsicherung oder gewaltfördernder Enttäuschung der Neuankömmlinge vorzubeugen, nämlich Menschlichkeit durch Menschlichkeit.

Weil alles nicht nur menschlich, sondern gleich doppelt menschlich durch Menschlichkeit war, kam das Grauen in Freiburg aus heiterem Himmel. Eine Vorprägung des Afghanen wird noch nicht einmal ansatzweise aufgezeigt. Wolffsohn hätte an dieser Stelle zum Beispiel erwähnen können, dass in Afghanistan noch nach Stammesgesetzen gelebt wird, die die Frauen dem Besitzstand des Mannes zurechnen. Dass die Mädchen früh zwangsvermählt werden und nicht zur Schule gehen. Oder dass vergewaltigte Frauen als unrein gelten, von Mobs gefoltert werden, um sie aus der Gemeinschaft zu tilgen. Dass sich die Umgangsformen mit Frauen also durchaus von denen in Europa unterscheiden. Er deutet dies noch nicht einmal an.

Weil Wolffsohn den Täterhintergrund aus kulturrelativistischen Gründen ausblendet, bleibt ihm nur, den Afghanen rhetorisch zu depersonalisieren: das Urböse und die Unmenschlichkeit werden bemüht. Es kam über ihn. Er brachte es nicht schon mit. Es befiel ihn ausgerechnet in der Idylle Freiburgs, dieser großherzigen und menschlichen Stadt:

Nun hat selbst der gute, ja, der beste Wille die urböse Tat offenbar nicht verhindert: Der junge Afghane steht im dringenden Verdacht, die deutsche Medizinstudentin Maria L. erst vergewaltigt und dann ermordet zu haben. Das würde bedeuten: Der Menschlichkeit folgte Unmenschlichkeit.

Nach der Depersonalisierung des Täters, der im weiteren Verlauf keinerlei Rolle mehr spielt – genausowenig wie das Opfer -, kommt Wolffsohn zu seinem eigentlichen Anliegen. Er dramatugiert um das ausgeblendete Verbrechen herum ein Rollenspiel. Wer eine Abwehrhaltung gegen den Sexualmörder einnimmt, erhält in diesem Rollenspiel negative Attribute:

Die rastlosen Hetzer sehen sich bestätigt: „Wir haben’s euch gleich gesagt“, trompeten sie jetzt und auch nach den Terroranschlägen von Ansbach und Würzburg in diesem Sommer.

Auf der bösen Seite wird nicht geredet, nicht geschrieben, sondern „trompetet“, also zur Jagd geblasen. So wie laut Frau Maischberger auf Demonstrationen grundsätzlich „marschiert“ wird.

Was sollen die Gutmenschen nun tun? Wie sollen sie sich verhalten? Sie sollen sich „ratlos“ geben:

Wer Menschlichkeit will, ist nicht nur schockiert, sondern zunächst ratlos. Jedenfalls Millionen Deutsche, die mit offenem Herzen und offenem Kopf für offene Türen sorgten und Flüchtlinge willkommen hießen. Diejenigen also, die, wie Kanzlerin Merkel oder millionenfach BILD (auch ich mit meinen Mitteln) für Toleranz und Hilfsbereitschaft, ganz einfach: für Menschlichkeit geworben und eine weltweit vorbildliche Willkommenskultur geschaffen hatten. Wir sind ratlos.

Offenherzig, offenköpfig, offentürig, tolerant, hilfsbereit, menschlich, vorbildlich, willkommenheißend. Und nun ratlos. Wer ratlos ist, hat recht, lautet die überraschende Auflösung:

Wer hat Recht? Die Hetzer oder wir, die Menschlichen? Wir! Wir haben Recht.

Früher hieß es, irren sei menschlich. Es hieß aber nie, wer auf einem Irrweg sei, habe recht. Wenn Sie also das nächste mal an einer Kreuzung stehen und ratlos wegen der Vorfahrt sind, können Sie sich auf das Wolffsohn’sche Paradoxon berufen: Wer ratlos ist, hat recht. Das Recht ist auch mit den Dummen:

Auch wenn auf unserer Seite zu viele liebdumme Sprücheklopfer offenkundig vorhandene Probleme mit Sirup übergießen.

Sie reden erst und denken dann – aus dem Bauch heraus. Sie verharmlosen. Dadurch stacheln sie ungewollt die Hetzer, Schläger, Brandstifter und Mörder zu Untaten an. Alteingesessene ebenso wie Neuankömmlinge.

Wer ist mit „sie“ gemeint? Wolffsohn hüpft zwischen den Personalpronomen hin und her. Seine liebdumme Sirupfraktion stiftet Mörder zu Untaten an, kann man dort lesen. So viel Einsicht hätte man Wolffsohn nach dem Vorspann gar nicht mehr zugetraut.

Vermutlich hat er es anders gemeint. Er schiebt die von ihm als „Hetzer“ titulierten Kritiker der Einwanderungspolitik rüber in die Ecke der Schläger, Brandstifter und Mörder. Sie sind Outlaws, will er uns sagen. Wer kritisiert, dass der afghanische Sexualmörder nicht an seiner illegalen Einreise gehindert wurde, vertritt eine hetzerische Meinung.

Nach dem billigen Hütchenspieler-Trick mit den Ratlosen, die im Recht sind und den Rastlosen, die zu den Outlaws gehören, geht es jetzt weiter mit einer Gutmenschen-Litanei, die sich hervorragend für den Gebrauch in den Amtskirchen eignet:

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Sprechverbote und Denkvorschriften. Der afghanische Mörder wird durch die friedliebende Mehrheit der talibanisierten Afghanen homöopathisch verdünnt und die friedlebende Mehrheit der Deutschen durch eine angeblich steigende Zahl Krimineller relativiert. Wir, die wir selber so viele Kriminelle unter uns haben, wollen daher gerne weiter mit fremdländischen Vergewaltigern und Mördern zusammenleben – niemals aber mit Hetzern.

Die Partie „Herkunftsdeutsche“ gegen „Flüchtlinge“ steht jetzt da, wo Wolffsohn sie mit seiner schrägen Beweisführung haben will – bei 1:1.

Jetzt gilt es, die Deutschen weiter herunterzuziehen, weit unter das Niveau sexualmordender Afghanen:

Nach dem Sieg über Hitler-Deutschland sprach fast die ganze zivilisierte Welt von den Verbrechen DER Deutschen. DIE Deutschen seien „Ein Volk von Millionen-Mördern“, sagten weltweit viele Menschen. Manche wollten aus dem Industriestaat Deutschland ein Agrarland machen, es also durch dauerhafte Armut bestrafen.

Mit der Masseneinwanderung von Jungmännern – dazu noch aus archaischen Kulturen – sind Sexualdelikte vorprogrammiert. Dies schlägt sich in „Einzelfällen“ und Massenphänomenen nieder. Diese frauenfeindliche Politik ist durch nichts zu relativieren.

Es siegte jedoch die Menschlichkeit auch gegenüber DEN Deutschen, weil es vor allem in den USA genug Menschen gab, die sagten: „Es gibt solche Deutsche und andere Deutsche, Mörder und Unschuldige.“ Sie halfen DEN Deutschen, wieder auf die Beine zu kommen. Auf Dauer lohnt Menschlichkeit. Trotz Unmenschlichkeit. Gerade DIE Deutschen sollten daran denken.

Ende der Durchsage von Professor Wolffsohn. Quintessenz:

Beim Stichwort „afghanischer Sexualmörder“ sollen wir an das Gute in den Stammesgesellschaften der Afghanen denken.

Bei Stichwort „vergewaltigte und getötete Maria“ soll man an das deutsche Mördervolk denken.

Unseren Wohlstand müssen wir uns nicht durch Arbeit, sondern durch eine ratlose bis freigiebige Haltung gegenüber illegalen Einwanderern und deren sexuelle Begierden täglich neu verdienen.

Und vor allem: Wer sich trotzig Sorgen um die Sicherheit seiner Töchter macht, ist ein Nazi!

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