Bayerns AfD-Chef: „Ich lasse mich gerne von Herrn Hoeneß in einem Gespräch ‚entlarven‘“

Nach der harschen Kritik von Uli Hoeness an der AfD, hat der bayerische AfD-Chef Petr Bystron (Foto r.) dem Bayern-Präsident in einem Interview mit der Münchner tz ein Gesprächsangebot unterbreitet: „Ich lasse mich gerne von Herrn Hoeneß in einem Gespräch ‚entlarven‘. Egal ob in einer kleinen Runde auf der Säbener Straße, bei einer Podiumsdiskussion oder im Fernsehen.“

Und weiter im Interview:

Bystron: Wissen Sie, genau so reden die Altparteien-Politiker. Seit drei Jahren fordern sie, man müsste die AfD „argumentativ stellen“. Und wenn sie dann dazu die Gelegenheit haben, flüchten sie aus den Talkshows oder machen Druck auf TV-Sender, damit sie uns wieder ausladen. Ist auch klar warum: sie müssten sich erstmal das eigen Versagen eingestehen. Da ist es einfacher, uns über die Medien zu diffamieren.

tz: Auf der Facebook-Seite der AfD wird Hoeneß – in Anspielung auf die legendäre Trapattoni-Rede – als „schwach wie eine Flasche leer“ bezeichnet. Die Kritik des „CSU-Aushängeschilds“ sei parteipolitisch motiviert. Sind zwischen der AfD und Hoeneß nun die Fronten verhärtet?

Bystron: Nein, warum sollten die Fronten verhärtet sein? Herr Hoeneß kann gut austeilen. Wir auch. Wenn er sich traut, seiner Verbal-Attacke auch ein Gespräch folgen zu lassen, bin ich sicher, dass er viele Punkte an der AfD entdecken wird, die ihm gefallen werden.

tz: So wie die Russland-Politik? Uli Hoeneß spricht im Interview ja auch einen Punkt an, in dem er der AfD eigentlich entgegenkommt. So wendet er sich gegen eine „Anti-Russland-Stimmung“ in Deutschland und eine extreme Russland-Kritik. Das entspricht doch auch ihrem Parteiprogramm.

Bystron: Ja, das ist ein gutes Beispiel. Wir als AfD kämpfen seit Anfang an gegen die völlig unsinnigen Russland-Sanktionen. Diese schaden unserer mittelständischen Wirtschaft. Als erste waren die Milchbauern und Fleischproduzenten betroffen, viele davon aus Bayern. Deren Exporte sind schlagartig eingebrochen. Das weiß auch Uli Hoeneß als Fleischunternehmer. Auch sonst gilt: Russland und Deutschland sollten partnerschaftlich miteinander umgehen. Ideologisch angestachelte Feindschaften schaden den Menschen sowohl bei uns, wie in Russland. Aber in unserem Programm finden sich auch viele andere Stellen, die Herrn Hoeneß gefallen würden, da bin ich mir sicher. Gerade in der Wirtschafts-und Steuerpolitik. Übrigens: Uli Hoeneß leistet als Manager großartige Arbeit. Es ist zum großen Teil sein Verdienst, dass der FC Bayern international zu den Top-Clubs gehört.

tz: Glauben Sie, dass Herr Hoeneß Ihr Angebot zu einem Gespräch annehmen wird?

Bystron: Warum denn nicht? Er kritisiert ja selbst, dass sich viele Menschen heutzutage nur an schnelllebigen Headlines orientieren und sich nur oberflächlich Informieren, anstatt in die Tiefe zu gehen. Wenn er das ernst meint, würde ihm das Gespräch sicher Spaß machen. Aber: Ich kann ihm den Ball nur vorlegen. Reinmachen muss er ihn schon selbst.

Da sind wir ja mal gespannt, ob Hoeneß den Schneid hat, sich dem smarten Bystron zu stellen…