Michael Jalving: Biete Eliten. Suche neue Eliten

2017 finden in Europa mehrere Wahlen statt. Nach der Masseninvasion und dem islamischen Terror in Berlin heißt es, alles sei anders geworden, unsere freiheitliche Demokratie sei nicht wehrhaft genug. Sind die betrogenen und verführten Bürger anders als die verantwortlichen Politiker und Medien endlich genügend aufgewacht? Der uns bekannte dänische Historiker Mikael Jalving benennt die Verantwortlichen auf seinem festen Blog in der Zeitung „Jyllands Posten“ und hofft auf eine neue Elite: „Die größte Bedrohung für die westlichen Werte kommt aus Berlin, Davos, Brüssel und dem grenzenlosen Multi-Kulti-Experiment.

(Von Alster)

„Rettet die abendländische Kultur!“, stand auf dem Wahlplakat der CDU im Jahr 1948 mit dem Hinweis auf das christliche, nationale und freiheitsorientierte Erbe des Westens. Das wäre heute mit Angela Merkel, die von der gleichen Partei 2005 zur Kanzlerin gewählt wurde, undenkbar. Der Kontrast ist immens. Im 19. und 20. Jahrhundert waren die Bildungseliten noch national gesinnt.

Das sind sie nicht mehr. Die Unterstützung für den Nationalstaat und das Überlieferte wurde seit den Weltkriegen einer Transformation unterzogen, vor allem nach 1968. Ausgehend von der Orientierung zur konkreten, lokalen und sozialen Gemeinschaft, wurde die Gemeinschaftsidee globalisiert und atomisiert. Nicht der Westen hat sich verändert sondern seine Vertreter, insbesondere die Eliten. Einst dachten sie, dass das Volk sich gegen Autoritäten, Traditionen und das System auflehnen würde. Es war gerade umgekehrt. Die Massen gingen nicht auf die Strasse. Es waren die Autoritäten, die sich gegen die geschaffene Kultur, auf deren Schultern sie standen, wendeten… Die Welt wurde auf den Kopf gestellt, als die nationalen Eliten die Nationen verwarfen und stattdessen zu Jüngern der Globalisierung wurden. Transnationale Normen verknüpft mit einem buchstabengetreuen Glauben kommen daher nicht alleine demographisch durch die muslimische Einwanderung nach Europa. Auch die westlichen akademischen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Eliten wurden entnationalisiert. Nicht durch den Islam, sondern von einer eigenen Ideologie.

Man streitet darüber, wann die Änderung geschah. Heute ist die vorherrschende Auffassung kosmopolitisch unter den Gebildeten und jenen an der Macht, trotz der Tatsache, dass ihr Postnationalismus keine historischen, geographischen oder lokalen Wurzeln hat. Sie können nur auf ihre eigene Ideologie zurückgreifen. Aber wie der amerikanische Politologe Samuel Huntington in dem schon fast prophetisch aktuellen Amerikabuch „Who Are We?“ aus dem Jahr 2004 unterstrich: eine am Schreibtisch projizierte Ideologie ist ein sehr schlechter Leim, um die verschiedenen Völker ohne eine gemeinsame ethnische, kulturelle oder historische Grundlage zusammen zu halten. Ideologien kommen und gehen. Das Volkseigene bleibt bestehen.

Der gleiche Fehler klebt an dem globalen Priestertum von 2.500 Topchefs, Kommissaren, Ministern und Prominenten, besser bekannt als das World Economic Forum, das sich in der nächsten Woche bei Wein und mehr im Schweizer Bergdorf Davos trifft, und in einem Bericht vor Themen warnt, die mit „Fragen der nationalen Identität, kulturellen Werten und ethnischer Herkunft“ im Zusammenhang stehen. Die Elite hat endlich verstanden, dass etwas falsch ist, aber nicht, was.

So wie der Schneeregen im Januar wird weiter gegen das Nationale in Davos, Brüssel und in der Politik agitiert, auch wenn nicht der „Populismus“ das Problem ist, sondern der politisch-administrative Kampf gegen das zunehmende Unverständnis der Bürger, die sich angesichts der Wirtschaftskrise, Massenmigration und politischen Institutionen wundern, dass man die Konfrontation mit den Problemen nicht aufnimmt. Je mehr sich die Eliten gegen das Volk stellen, desto größer wird die Konfrontation sein. Der Westen, verstanden als Kultur und Zivilisation – nicht als Ideologie – erwacht möglicherweise. Dann würde das Bestehende nicht bleiben, und neue Eliten werden hoffentlich antreten. Es ist an der Zeit, dass wir Europa von den Globalisten zurücknehmen. Das geschieht nicht ohne Einsatz und Zivilcourage der Bürger, nur wenn wir es wagen und schaffen, die Unzufriedenheit in eine neue politische und kulturelle Formen und Institutionen zu kanalisieren.“

(Übersetzung von Alster)

Die anstehenden Wahlen:

• Februar 2017: möglicherweise vorzeitige Parlamentswahl in Italien
• 17. März 2017: voraussichtlich Parlamentswahl in den Niederlanden / Holland
• 26. März 2017: Landtagswahl im Saarland (Deutschland)
• 23. April 2017: Präsidentschaftswahl in Frankreich: Wird Marine Le Pen Präsidentin? Tritt Frankreich aus der EU aus?
• 7. Mai 2017: Landtagswahl in Schleswig-Holstein (Deutschland)
• 14. Mai 2017: Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen (Deutschland)
• 17. – 24. September 2017: Parlamentswahl / Bundestagswahl in Deutschland: Wird Merkel abgewählt? Wie stark wird die AfD?
• 11. November 2017: Parlamentswahl in Norwegen

2017 – Jahr der Entscheidung: Wir schaffen es nicht, wenn wir so weitermachen wie bisher.