Suche nach zionistischen „PI-Nazis“ in Israel

Ein abgehalfterter Bundestagsabgeordneter der Grünen hat viel überalimentierte Zeit und schaut insofern auch gerne einmal bei der wichtigen ideologischen Konkurrenz von Politically Incorrect rein – das lohnt tatsächlich immer. Und siehe da – das grüne Weltbild wackelt: die „Nazis“ von PI reisen nach Israel. Und das auch noch zionistisch. Das kann man als ganz besonders moralisch hochstehender, wenn auch abgehalfterter grüner Politbonze nicht zulassen, daß es Interesse an bzw. Liebe zu Israel gibt, denn wie wahre Liebe aussehen darf, weiß diese Partei nur zu gut: „moralisch Einwandfreie“ möchten den im wirklichen Leben gestandenen PI-Lesern erklären, was echte Anständigkeit heißt.

Der Reiseveranstalter wird recherchiert, bedrängt, erpreßt, bedroht, so daß dieser es als Jude und Israeli in Deutschland (!) nicht mehr wagen kann, anständige, im Leben erfolgreiche Israelfreunde jeder Couleur dorthin zu bringen. Interessant, daß es eine Partei gibt, die sich tatsächlich erdreistet, den Menschen mit allen Mitteln aufzwingen zu wollen, wie sie (Israel) zu lieben haben (gerne „kritische Freundschaft“, muß aber ausgewogen zu den Arabern sein…). Und überhaupt, mit dem Thema „Liebe“ kennt man sich bei jener Partei ja besonders gut aus.

Die Reise findet, trotz oder vielleicht auch wegen eines schnell noch initiierten Kumpel-Artikels im Spiegel, gut besucht statt und ist auch inhaltlich ein großer Erfolg: Menschen werden das Judentum und das Land Israel nahegebracht, die ohne PI vielleicht nicht dorthin gereist wären oder auch nur von dem attraktiven Programm angezogen wurden, nämlich Israel nicht nur aus dem Blickwinkel „kritischer Freunde“ zu sehen, sondern aus dem echter Freunde. Und die kann Israel brauchen. Denn wer jene Art „kritischer Freunde“ hat, braucht keine Feinde mehr.

Da aber alles nichts gegen PI hilft, wird ein zahlender Freelance-Journalist eingeschmuggelt, der nun in der Gruppe mit einer falschen Identität mitreist, ebenfalls eine Spende an PI aus seinem Reisepreis mitfinanziert (Dank auch für kleine Spenden) und nun natürlich für seine Auftraggeber für seine erheblichen Spesen „Nazis“ finden muß. Denn bald ist Bundestagswahl und die Qualitätspresse im Wahrheitsministerium muß langsam zu Fake-Hochform auflaufen.

Damit tut sich der Herr Journalist auf der zionistischen Reise aber schwer: mit Mühe werden irgendwelche Gesprächsfetzen mit dem ausdrucksverzerrten Gesicht des Betroffenheitsjournalisten zu Nazi-Nähe und „Holocaustleugner“ umfabuliert: denn selbstverständlich finden sich typische Nazi-Holocaustleugner auf einer Zionisten-Reise in Israel gerade in Yad Vashem zusammen. Natürlich dort. Aber die Auftraggeber brauchen Ergebnisse – egal wie.

Da die Reisegruppe gestandener Menschen mit Israelsympathie wahrlich weniger zu verbergen hat als so manch einer der Initiatoren hinter der „zionistische Nazis werden in Israel entlarvt“-Kampagne, wird der Herr Inkognito-Qualitätsjournalist für das Periodikum quasi zurückgebliebener Bravoleser auch in seinem Räuber- und Gendarm-Spiel nicht groß hinterfragt. Als akkreditierter Journalist wäre er auf der Reise willkommen gewesen, hätte sich aber als linker Gesinnungsschreiber vielleicht nicht so recht wohl unter gestandenen konservativen Israelfreunden gefühlt. Wie auch immer.

Interessant im Ergebnis, daß vor lauter Zionistische-Nazis-Identifizierungsanstrengungen der Herr Qualitätsjournalist von Israel und seinen tollen Menschen, seiner Freiheit, seinen hübschen, nicht unterdrückten Frauen, seinen freundlichen, natürlichen westlichen Menschen, seiner Pressefreiheit und seiner mutigen Brückenkopf-Wehrhaftigkeit, letztere auch und gerade für unsere Kultur des Abendlandes, offensichtlich nicht beeindruckt war.

Anscheinend haben Linksgrüne wohl doch andere Vorstellungen von Freundschaft. Ob Israel damit wirklich etwas anfangen kann?

Auf jeden Fall können Israel-Interessierte mit einer weiteren PI-Reise dorthin etwas anfangen: eben ein etwas anderes Programm für Zionisten, echte Freunde Israels und solche, die es noch werden möchten: