Pirinçci wehrt sich gegen staatliche Repression

Nun hat die Rede von Akif Pirinçci vom 19.10.2015 bei Pegida in Dresden möglicherweise ein teures Nachspiel. Am 1.2.2017 erging von einer Richterin auf Probe des Amtsgerichts Dresden ein Strafbefehl in der Höhe von 11.700 Euro an den Autor. Seine Aussagen seien geneigt gewesen, den öffentlichen Frieden zu stören. Er habe gegen bestimmte Teile der Bevölkerung zum Hass aufgestachelt, die Menschenwürde anderer angegriffen und eine bestimmte Gruppe oder Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet. Das sei strafbar im Sinne des § 130 (Volksverhetzung), heißt es. Nun mag die Wortwahl des Autors eine deftige und seine Sprache eine für sanfte Gemüter verstörende sein. Dennoch hat er nur beschrieben, was in Deutschland täglich zu erleben ist. Und nun stellt sich hier mehr als nur eine Frage und Akif Pirinçcis Reaktion darauf ist mindestens so kreativ wie seine Formulierungen.

Die erste und für eigentlich jeden Bürger wichtigste Frage wäre doch: Was bitte genau darf man in diesem Land noch sagen? Gibt es ganze Sachverhalte, die man gar nicht mehr zur Sprache bringen darf oder sind es einzelne Worte, deren Verwendung jeden Bürger mit einem Bein sozusagen schon im Knast stehen lässt? Gibt es dazu einen Katalog?

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, ist ein vielzitiertes Prinzip, das für Diktaturen und Staatsformen, die sich selbiger annähern, sehr praktisch ist. Denn so kann man jeden Regimekritiker wegsperren. Ganz nebenbei geht es in dieser Causa auch noch um die Freiheit der Kunst. Der Beschuldigte ist Autor und in dieser seiner beruflichen Tätigkeit besonders geschützt.

Noch eine Frage wäre: Wieso ist das Aussprechen und bildhaft verbale Darstellen realer Geschehnisse würdeverletzend, die Taten selbst aber offensichtlich nicht? Denn während hier jemand für das Benennen von Geschehnissen, wie er sie wahrnimmt, kriminalisiert werden soll, werden gleichzeitig Opfer realer Gewalt durch die hier angeblich beleidigte Tätergruppe von Gerichten geradezu verhöhnt und die Täter in Schutz genommen.

In der Tat würdeverletzend hingegen ist es, wenn deutsche Frauen und Mädchen von den moslemischen Frauenverachtern als Schlampen und Schlimmeres bezeichnet werden, wenn schon kleine Mädchen sich von männlichen Schulkollegen der Spezies „Südländer“ zwischen die Beine fassen lassen müssen. Ein Angriff ist es auch, wenn wir uns im eigenen Land nicht mehr sicher sein können auf Weihnachtsmärkten, nicht von absichtlich auf uns zuhaltenden LKWs niedergemetzelt zu werden. Die Menschenwürde jedes von den moslemischen Herrenmenschen als Kufar (Lebensunwerte) betitelten Bürgers dieses Landes ist herabgesetzt. Wo bitte sind die entsprechenden Strafbefehle? Wer kümmert sich um die Würde dieser „Teile der Bevölkerung“?  Von den über 1200 Anzeigen wegen gewalttätiger und räuberischer Übergriffen von Silvester 2015/16 wurden gerade einmal sechs Taten verurteilt. Keiner der Angreifer ging ins Gefängnis. Und ja, all das stachelt zum Hass an und zwar zum Hass auf ein System das diesen Irrsinn unterstützt. Denn viel wichtiger ist es offenbar jene abzuurteilen, die mutig aufstehen und laut sagen was falsch läuft in diesem Land. Der ganze Vorgang hier hat jedenfalls den üblen Geruch von Willkür eines Repressalienstaates.

Akif Pirinçci geht damit um, wie wir es von ihm gewohnt sind. Er lässt sich nicht mundtot machen, nicht die selber erarbeitete Butter vom Brot nehmen, sondern will in die Offensive gehen.

Der Autor wird natürlich nicht nur von seinem Einspruchsrecht gegen dieses Papier Gebrauch machen, sondern richtete dem Gericht sinngemäß aus, dass er von nun an jede einzelne Gewalttat, der hier angeblich beleidigten verbrecherischen Staatsschützlinge, zur Sprache bringen wolle.

Pirinçci will diese Taten, stellvertretend für die geschundenen und von der eigenen Justiz im Stich gelassenen, stattdessen täglich mehr kriminalisierten deutschen Bürger, öffentlich anprangern. Er will es den Verrätern am eigenen Volk, das zugunsten der importierten Eroberer fertiggemacht werden soll, gerade im Wahljahr so schwer wie möglich machen, weiter ihre Horroragenda ungesehen durchzuziehen. Auch um zu beweisen, dass seine Darstellungen schlicht die Realität widerspiegelten, die in der Tat verletzend ist, aber sicher nicht für die Täter.

Ein Wort noch zur allgegenwärtigen Lügenpresse: BILD titelt heute zum hier beschriebenen Strafbefehls: „Bestseller-Autor Pirinçci als Pegida-Hetzer verknackt“. Das ist schlicht eine glatte Lüge, denn dieses Schreiben des Gerichts ist kein Urteil, sondern ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft mit Einspruchsrecht. Hier wurde niemand zu noch gar nichts „verknackt“, auch wenn die Lynchpresse das gerne hätte.