Bayern: Tracht für Schule unpassende Kleidung

Trachten sind in vielen Ländern Europas unverrückbarer Bestandteil der Kultur, so auch in Deutschland. Dirndl und Lederhose sind z. B. gerade in Bayern altes Kulturgut, das aber ist etwas, das zunehmend nach Möglichkeit zugunsten anderer kultureller Buntheit ausgerottet werden soll bei uns. Sieben Schüler der Mittelschule in Markt Indersdorf, einer Gemeinde etwa 40 km nordwestlich von München, wurden am Freitag des Unterrichts verwiesen, weil sie Dirndl bzw. Leserhosen trugen. Die Begründung war, die Schule dulde keine Faschingskostüme. Das ist eine interessante Sichtweise – altes Kulturgut taugt in den Augen von Rektorin Petra Fuchsbichler (kl. Foto) nur noch als Faschingsverkleidung.

In der Mittelschule Markt Indersdorf ist es nicht erlaubt Faschingskostüme zu tragen. Laut Schulordnung habe die Kleidung eine „dem Schulalltag angemessene“ zu sein und darf „nicht vom Unterricht ablenken“. Insbesondere sei „zu freizügige Kleidung nicht gestattet“, heißt es.

Der Merkur berichtet:

Sechs Buben und ein Mädchen wussten, dass Faschingskleidung nicht erlaubt ist und haben sich deshalb für Tracht entschieden. Doch die Schulleitung sah die Lederhosen der Buben und das Dirndl des einen Mädchens anders: Obwohl kein Pennäler geschminkt war, forderte man sie auf, den Unterricht zu verlassen.

Das hat die kurz darauf von den Kindern verständigten Eltern schwer verärgert. Reinhard Kranz, dessen Sohn Bernhard auch zu den Lederhosen-Trägern gehört, war stocksauer und machte sich sofort auf den Weg ins Schulhaus, „doch da ist man gar nicht auf meine Beschwerde eingegangen“.

Auf seine Frage an Rektorin Petra Fuchsbichler, ob es nicht diskriminierend sei, wenn man in Bayern nicht mit kurzer Lederhose zur Schule gehen darf, habe er lediglich den Hinweis erhalten, dass in der Schulordnung von passender Kleidung die Rede ist.

Wie diese Kleidung auszusehen hat, hätten auch die Eltern der übrigen sechs Kinder gerne beantwortet, die aber nach den schlechten Erfahrungen von Kranz nicht weiter Öl ins Feuer gießen wollten. „Die Rektorin hat mich regelrecht rausgeschmissen und hinter mir die Türe zugeknallt“, schimpft Kranz.

Aus dem bayerischen Kultusministerium hieß es dazu:

Grundsätzlich ist Tracht kein Faschingskostüm. Wer Tracht aus Überzeugung trägt zeigt seine Verbundenheit zur Heimat. Tracht stört Unterrichtsbetrieb nicht. Im Einzelfall muss von der Schule geprüft werden, welche Ordnungsmaßnahmen angebracht sind, wenn Schüler den Unterricht stören, und das ist unabhängig von der Tracht. [..] Das bayerische Schulrecht enthält keine Vorschriften darüber, wie Schülerinnen und Schüler im Allgemeinen gekleidet sein sollen.

Der Unterricht war allerdings nur insofern gestört, als sich die Rektorin ob der volkstümlichen Tracht der Schüler echauffierte.

Michael Ritter vom „Bayerischen Landesverein für Heimatpflege“ erklärte gegenüber dem BR:

Ich gehe davon aus, dass die Schüler sehr bewusst dieses Faschingsverkleidungsverbot der Schulleitung clever umgehen wollten. Nichtsdestotrotz erscheint mir dieses harte Verdikt, sie dann sogar der Schule zu verweisen und Dirndl und Lederhosen zu verbieten, als überzogen. [..]

Keineswegs ist das ein Faschingskostüm, sondern es gehört wirklich zu unserer Kultur dazu. Insofern sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass Kinder und Jugendliche in Dirndl und Lederhose auch in die Schule gehen dürfen.

Tatsächlich ist es auch noch so, dass das bayerische Schulrecht überhaupt keine Vorschriften kennt, wie Schülerinnen und Schüler im Allgemeinen gekleidet sein sollen. Derartige Diktate werden also am Gesetzgeber vorbei einzig von linken Lehrern und Schuldirektoren, im Kampf gegen Tradition und Deutschland schlechthin, ersonnen und erzwungen. (lsg)

Kontakt:

Mittelschule Markt Indersdorf
Schulleiterin: Petra Fuchsbichler
Wittelsbacherring 15, 85229 Markt Indersdorf
Tel: 08136 931220
Fax: 08136 931224
E-Mail: verwaltung@msindersdorf.de


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