Dresdner S-Bahn-Schubser nun doch verhaftet

Im Fall der S-Bahn-Schubser von Dresden sind die beiden mutmaßlichen Täter am Dienstag wegen versuchten Totschlags festgenommen worden. Die Haftbefehle wurden wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr erlassen, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, Lorenz Haase, mit. Die zwei aus Marokko und Libyen stammenden Verdächtigen wurden dem Haftrichter vorgeführt. Dieser entschied, daß beide in Untersuchungshaft verbleiben müssen.

Der rechtspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, Martin Motschiedler zeigte sich erfreut üer die neueste Entwicklung: „Es ist gut, dass jetzt ein Haftbefehl erlassen wurde“, sagte der CDU-Politiker. Unverständlich sei aber, daß erst die Generalstaatsanwaltschaft habe eingreifen müssen. „Ich erwarte jetzt saubere Ermittlungsarbeit, ein zügiges Gerichtsverfahren und wenn es zu einer Verurteilung kommt auch eine konsequente Abschiebung der Asylbewerber.“

Der Fall hatte zuvor für Schlagzeilen gesorgt, da die Staatsanwaltschaft Dresden zuerst darauf verzichtet hatte, Haftbefehl gegen die beiden Asylsuchenden zu beantragen. Es habe kein Tötungsvorsatz bestanden und die zu erwartende Strafe sei als zu gering für eine Untersuchungshaft erachtet worden, hieß es zuerst zur Begründung. Die geführten Ermittlungen hätten nun aber ergeben, „daß ein dringender Tatverdachts hinsichtlich des versuchten Totschlags vorliegt“.

Der 23 Jahre alte Marokkaner und sein 27 Jahre alter Kompagnon aus Libyen hatten am frühen Freitag morgen am S-Bahnhof Dresden-Zschachwitz einen 40jährigen Dresdner nach Feuer für ihre Zigaretten gefragt. Als er mit dem Verweis, er müsse zur Arbeit, verneinte, griffen die beiden Männer ihn an.

Lokführer konnte im letzten Moment bremsen

„Letztendlich warf ein Täter das Fahrrad des Geschädigten gegen diesen, woraufhin der Mann mitsamt Fahrrad in die zirka einen Meter tiefer liegenden Gleise stürzte. Im Anschluß versuchte der 40jährige wieder mit seinem Fahrrad auf den Bahnsteig zu gelangen, dabei wurde er von einem der Angreifer permanent mit Fußtritten daran gehindert“, schildert die Bundespolizei den Vorfall.

Während der Attacke fuhr eine S-Bahn auf dem Gleis ein. Der Lokführer bemerkte die Auseinandersetzung gerade noch rechtzeitig und konnte im letzten Moment bremsen. Der Zug kam nur wenige Meter vor dem Opfer zum Stehen. Die beiden Angreifer flüchteten daraufhin. Bundespolizisten konnten sie jedoch kurz darauf in einer späteren S-Bahn stellen. Beide waren alkoholisiert und bereits polizeibekannt. Bei dem Libyer wurden zudem vier jeweils fünf Zentimeter große Haschischstücke sichergestellt. Über einen gültigen Fahrschein verfügten die beiden Angreifer nicht. (Artikel übernommen von der JUNGEN FREIHEIT)


Nachfolgend wieder eine kleine Auswahl von weiteren grundlosen gewalttätigen „Bereicherungen“ der letzten Tage, die bei einer umgekehrten Täter/Opfer-Konstellation Lichterketten-Alarm und Rassismus-Gedöns von Garmisch bis Flensburg ausgelöst hätten.

Mannheim: Eine Kopfverletzung sowie eine Hüftprellung erlitt ein 17-Jähriger aus Mannheim am 17.03.2017, um 13.00 Uhr, nachdem ihn zwei unbekannte Männer attackiert hatten. Der junge Mann lief auf der oberen Etage des Wasserturms, als er an zwei dort sitzenden Männern vorbeikam. Diese beleidigten ihn zunächst, dann ging einer der Männer unvermittelt auf ihn zu und schlug ihm eine Glasflasche auf den Hinterkopf. Der Geschädigte konnte sich zunächst noch wehren, ging dann aber zu Boden. Als er am Boden lag, kam der zweite Mann hinzu und trat ihm gegen die Hüfte. Danach rückte noch ein dritter Mann heran, der den jungen Mann aber nicht attackierte. Der Geschädigte rief seine Brüder an, die ihn zunächst nach Hause brachten. Als es ihm daheim schlechter ging, wurde er durch das DRK in ein Mannheimer Krankenhaus gebracht. Nach ambulanter Behandlung konnte er wieder entlassen werden. Täterbeschreibung: 1. Täter: südländisches Aussehen, ca. 170 -175 cm groß, ca. 20 – 25 Jahre alt mit langen Haaren, die zu einem Zopf gebunden waren, 3-Tages-Bart. Er trug eine rote Weste. 2. Täter: ebenfalls südländisches Aussehen, auch ca. 20 – 25 Jahre alt und 170 – 175 cm groß.

Ludwigsburg: Das Polizeirevier Kornwestheim, Tel. 07154/1313-0, sucht Zeugen, die am Donnerstag zwischen 19.50 Uhr und 20.10 Uhr eine Auseinandersetzung zwischen zwei Männern am Bahnhofsplatz in Kornwestheim beobachten konnten. Ein bislang Unbekannter tadelte einen 32-Jährigen, der im Bereich einer Bankfiliale öffentlich uriniert hatte. Es entbrannte ein Streit, während dessen der Unbekannte seinem Kontrahenten wohl mehrfach schlug, bis dieser leicht verletzt zu Boden ging. Anschließend sei der Täter zu seinem in der Nähe geparkten Mercedes gegangen, habe eine Schreckschusswaffe herausgeholt und dem 32-Jährigen gedroht. Zwei Passanten sprachen hierauf mit dem Unbekannten, der sich anschließend in seinen PKW setzte und davon fuhr. Der Täter ist etwa 30 Jahre alt, ein südländischer Typ, kräftig gebaut und trug einen kurzen Vollbart. Insbesondere bittet die Polizei, die beiden Fußgänger sich zu melden.

Schwerin: Am späten Nachmittag gegen 17:30 Uhr wurde eine körperliche Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen in der Marienplatzgalerie gemeldet. Nach einer Rempelei zwischen zwei deutschen Männern und zwei Personen mit Migrationshintergrund entbrannte offensichtlich ein verbaler Schlagabtausch, welcher schließlich in einer körperlichen Auseinandersetzung der vier streitenden Männer mündete. Die zwei deutschen Männer sind mit Prellungen und Schwellungen sowie einer Schnittwunde am Arm ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Schriesheim/Rhein-Neckar-Kreis: Am späten Freitagabend befand sich ein 17-Jähriger in der OEG nach Heidelberg. Zwischen den Haltestellen Zentgrafenstraße und OEG-Bahnhof wurde er kurz nach 22.30 Uhr, plötzlich von einem Unbekannten ins Gesicht geschlagen, der offenbar mit sechs weiteren Personen anschließend am OEG-Bahnhof ausstieg und flüchtete. Der Täter wird wie folgt beschrieben: ca. 17 Jahre, dunkelhäutig. Er trug eine rote Jacke, eine rote Baseballkappe und eine goldene Brille und sprach perfektes Deutsch.

Zwickau, OT Marienthal: Zu einer Körperverletzung am Mittwoch, gegen 5:30 Uhr in Höhe der Antonstraße 16 sucht die Polizei Zeugen. Zwei bislang unbekannte ausländische Männer haben einen 29-Jährigen beschimpft und fortfolgend trat einer der Tatverdächtigen den Geschädigten und verletzte ihn am Bein. Die beiden Tatverdächtigen hatten vorher an der Straßenbahnhaltestelle Haus Marienthal gestanden und waren dem Geschädigten gefolgt. Der 29-Jährige konnte letztlich vor den Unbekannten flüchten und musste sich in ärztliche Behandlung begeben.

Heilbronn: Wie die Polizei mitteilt, gab es in der Nacht auf Sonntag in Heilbronn zwei Vorfälle, bei denen Schlägergruppen grundlos zuschlugen. Am frühen Sonntagmorgen gegen 2.40 Uhr wurden in der Bismarckstraße vor dem Robert-Mayer-Gymnasium eine Frau und zwei Männer, die auf ein Taxi warteten, von drei unbekannten Tätern niedergeschlagen und getreten. Zuvor wurden die Geschädigten von den Schlägern gefragt, circa 20 Jahre alte Südländer beschrieben.

Dortmund: Bereits am 26. Februar (Sonntagmorgen) hat es im Dortmunder Brückstraßenviertel eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen gegeben. Zwei Männer aus Kamen erlitten dabei schwere Verletzungen. Nun sucht die Polizei Zeugen. Ersten Ermittlungen zufolge hielten sich die beiden Kamener (38 und 40 Jahre) im Bereich Alter Burgwall / Platz vom Apfelbrunnen auf. Gegen 4.55 Uhr näherten sich drei unbekannte Männer dem Duo. Ohne Vorwarnung schlugen sie unvermittelt auf die beiden Männer ein. Anschließend entfernte sich das Trio unerkannt. Ein Rettungswagen musste die Kamener zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus fahren. Hier stellte sich heraus, dass der 38-Jährige mehrere Frakturen, sowohl im Gesichtsbereich als auch am Sprunggelenk, erlitten hat. Einer der drei Tatverdächtigen war mit einem weißen Oberteil und einer dunklen Hose bekleidet. Er hatte eine schwarze Kurzhaarfrisur. (Kommentar PI: Komisch, dass die Dortmunder Polizei trotz detaillierter Personenbeschreibung nicht die wahrscheinliche Ethnie oder Volkszugehörigkeit mitteilen kann)

Chemnitz: Bei einer Schlägerei zwischen zwei Gruppen an der Leipziger Straße sind am Sonntagfrüh ein 18-Jähriger und eine 27-Jährige leicht und ein 23-Jähriger schwer verletzt worden. Ein Zeuge hatte gegen 3 Uhr den Notruf gewählt und eine Schlägerei zwischen bis zu 50 Personen gemeldet. Nach bisherigen Erkenntnissen war eine Gruppe der Diskothek verwiesen worden, draußen folgten Flaschenwürfe gegen den Sicherheitsdienst. Danach gingen Beteiligten mit Ästen und Flaschen auf ihre Widersacher los. Als die Polizei eintraf, waren die Angreifer verschwunden. Die Polizei bestätigte, dass es sich bei den der Einrichtung verwiesenen Besuchern um Club-Gäste aus dem Ausland gehandelt haben soll.

Hörde: Acht Jugendliche hatten am 28. August 2015 auf der Nortkirchenstraße in Hörde mehrere Schüler angegriffen. Sie benutzten Messer, Eisenstangen, Metallketten und Stöcke. Einen Schüler verletzten die Angreifer schwer. Zufällig am Tatort vorbei fahrende Polizisten verhinderten Schlimmeres. Sie berichteten später von einer enormen Brutalität der Täter. In den folgenden Tagen beschützten Polizisten die Konrad-von-der-Mark-Schule und das Goethe-Gymnasium, um weitere Taten zu verhindern. In den folgenden Monaten ermittelte die Polizei intensiv. Mehrere aus dem Kosovo und Albanien stammende Tatverdächtige tauchten unter. Die Verfahren gegen sie wurden deshalb eingestellt. Allerdings laufen Fahndungen. Übrig blieben vier Angeklagte. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurden drei von ihnen bereits im Januar 2017 vor dem Jugendgericht von dem Vorwurf freigesprochen, weil keiner der Zeugen die Angeklagten wiedererkannt hatte. Der Vierte sitzt aktuell in Untersuchungshaft. Ihn erkannten die Zeugen eindeutig wieder. Gegen ihn ermittelt die Polizei nach Wohnungseinbrüchen. Das wegen dieser Taten noch ausstehende Gerichtsverfahren fasst die Justiz mit der Anklage wegen der Gewalttat in Hörde zusammen, um beide Fälle in einem Prozess zu verhandeln. Der Termin dafür steht noch nicht fest.