Fall Amri – den Jäger zum Schnarchen tragen

Ralf Jäger, optisch ein in die Jahre gekommener smarter Schuhverkäufer mit eigener Abteilung, hat den Fehler begangen, seine Leisten zu verlassen und sich als Innenminister von NRW zu versuchen. Das überstieg die Leistungsfähigkeit seiner Sinne wie auch seine intellektuellen Fähigkeiten. Seine Beratungsresistenz und Untätigkeit brachten Leid und Elend über die Menschen, wie nun erneut bestätigt wird.

Bereits im März 2016 hatte das Landeskriminalamt den NRW-Innenminister vor dem islamischen Massenmörder von Berlin, Anis Amri, gewarnt. Und, da man Jägers Unwillen kannte, Flüchtlinge abzuschieben, wenn das Wetter schlecht ist (Stichwort: „Wintererlass“) oder weil sie wertvoller sind als Gold, hatte man ihm auch gleich eine mögliche Handlungsoption mit ins Papier geschrieben, einschließlich rechtlicher Grundlage. Der FOCUS berichtet:

Wegen neuer Erkenntnise im Fall Amri fordert die Opposition den Rücktritt von NRW-In­nen­mi­nis­ter Ralf Jäger. An­lass ist ein ver­trau­li­ches LKA-Schrei­ben vom März 2016. Schon damals hatte die Behörde das Innenministerium offenbar vor einem Anschlag durch Amri gewarnt und seine Abschiebung angeregt. […]

In dem Do­ku­ment, das „Bild am Sonntag“­ vor­liegt, steht, dass „nach den bis­lang vor­lie­gen­den be­last­ba­ren Er­kennt­nis­sen zu pro­gnos­ti­zie­ren ist, dass durch den Amri eine ter­ro­ris­ti­sche Ge­fahr in Form eines (Selbst­mord-)An­schla­ges aus­geht.“ Des­halb schlug die Kri­mi­nal­be­hör­de vor, eine Ab­schie­bung an­zu­ord­nen („gemäß § 58a Auf­ent­haltG“). […]

Als Beleg für Amris Ge­fähr­lich­keit dien­te den Er­mitt­lern unter an­de­rem ein über­wach­ter Te­le­gram-Chat vom 2. Fe­bru­ar 2016. Darin kün­dig­te Amri an, in Deutsch­land „eine Schwes­ter“ hei­ra­ten zu wol­len. Als sein Chat­part­ner nicht ver­stand, be­nutz­te er den Be­griff „Doug­ma“. Die LKA-Be­am­ten führ­ten in dem Pa­pier aus: „Der Be­griff ‚Doug­ma‘ wird als Me­ta­pher für einen Selbst­mord­an­schlag ver­wen­det.“

In dem acht­sei­ti­gen Schrei­ben stell­ten die Er­mitt­ler klar: „Die Pro­gno­se, dass von Amri eine Ge­fahr im Sinne eines ter­ro­ris­ti­schen An­schla­ges aus­geht, ba­siert auf Tat­sa­chen, die sich ins­be­son­de­re aus der Über­wa­chung sei­ner Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on er­ge­ben. Dem­nach ist die Be­ge­hung eines ter­ro­ris­ti­schen An­schla­ges zu er­war­ten.“ […]

Bekanntermaßen reichte all das nicht aus, um Jäger ein einziges Mal zum Dienst am eigenen Volke zu bewegen, seinen Amri wollte er offensichtlich nicht hergeben. Und so wie auch Merkel versteht Ralf Jäger jetzt weder, was man von ihm will, noch ist er im Stande, die Folgen seines (Nicht-)Handelns zu überblicken. Er wird sich weiter dem Kampf gegen Rechts widmen oder einen Blitzmarathon organisieren, um den Steuermichel zu schröpfen, – zurücktreten wird er jedenfalls nicht. Da ähnelt er in Gleichgültigkeit und dumpfem Nichtverstehen zum Verwechseln seiner Kanzlerin. Ein gruseliges Paar, es schaudert einen.