„Für einen toten Nazi steh ich nicht auf“

Wie sich politische Hassreden und pure Menschenverachtung über den Tod hinaus selbst in der Kommunalpolitik zeigen können, wurde am Dienstag in der Ratssitzung der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Radevormwald offenbar. Anlässlich einer Gedenkminute zum Tod von Ratsmitglied Joachim Bötte weigerte sich der linke Ratspolitiker Peter Ullmann (Foto) als einziger, sich von seinem Platz zu erheben. Hinterher rühmte sich Ullmann dieses Tabubruchs im Internet noch stolz mit den Worten: „Für einen toten Nazi steh ich nicht auf.“

Der 62-jährige Familienvater Joachim Bötte (Foto, l.) war im Februar nach einer langen Krebserkrankung verstorben. Der klassische „Malocher“ hatte zuvor seit seinem 14. Geburtstag ein Leben lang hart gearbeitet, Steuern gezahlt, drei Kinder in die Welt gesetzt und groß gezogen. Vor einigen Jahren begann er sich auch noch politisch zu engagieren für die Zukunft Deutschlands und vertrat bis zuletzt die islamkritische Bürgerbewegung Pro Deutschland im Stadtrat von Radevormwald. Keinerlei politische Skandale oder private Fehltritte sind von Joachim Bötte überliefert. Und trotzdem verweigerte sich Peter Ullmann als örtlicher Ratsvertreter der Linkspartei am Dienstag in Anwesenheit von Böttes Witwe und Kindern selbst den primitivsten Regeln zwischenmenschlichen Anstandes.

Bezeichnend für den Charakter dieses Parade-Gutmenschen ist auch folgende Anekdote: Gegen Ullmann selbst lief vor einigen Jahren ein Parteiausschlussverfahren in der Linkspartei, weil er regelmäßig seine Frau – ebenfalls „Parteigenossin“ – misshandelt und geschlagen haben soll, u. a. sogar am Rande von Parteiveranstaltungen. Vorwürfe, die auch im Ausschlussverfahren laut parteinahen Kreisen nicht entkräftet wurden, aber aus formalen Gründen trotzdem nicht für einen Ausschluss reichten.

Dieser Ehrenmann rühmt sich nun auch noch auf seiner Internetseite damit, einem unbescholtenen Bürger in Anwesenheit seiner Familie ins Grab hinterher gespuckt zu haben. Hier Ullmanns Artikel in fast vollständiger Länge – seine Worte sprechen wahrlich für sich selbst:

Für einen toten Nazi steh ich nicht auf [..]. Der Bürgermeister empfand es während der 19. Ratssitzung am 14. März 2017 als angemessen, dass dieser Mann in stillem Gedenken gewürdigt wird. Ich sage: Nein. Und ich blieb sitzen. Auch, als dann die Nachfolgerin von „pro Deutschland“ vereidigt wurde, blieb ich sitzen.

Respekt für die Toten ist billig und leicht, Respekt vor den Lebenden hingegen viel schwerer. Lebende haben die unangenehme Eigenschaft, mehr als leere Gesten zu erwarten. Der Stadtrat, der entgegen unserer ausdrücklichen Bitte kein Wort für den erst am 26. Februar in den Wupperorten von Faschisten überfallenen Jan Bäcker übrig hat, steht nun für einen toten Nazi auf. Ich nicht.

Dass ich sitzen bleibe, findet der Vorsitzende der UWG-Fraktion, Bernd-Eric Hoffmann, „einfach ungehörig und [es] zeugt von mangelnden Respekt vor dem Menschen (unabhängig von Parteizugehörigkeit) und dem Amt eines Stadtrates“ – Er hätte es tatsächlich angemessen gefunden, wenn die Stadt selbst eine Todesanzeige schaltet. Eine Schande also, da sitzen zu bleiben?

Die wirkliche Schande ist, dass Joachim Bötte überhaupt Mitglied des Rates der Stadt Radevormwald war. Ihm gebührt keine Ehre, keine Würdigung und kein Respekt dafür.

Wenn nun so pauschal von der allgemeinen Würde des Menschen gefaselt wird, die gerade ich missachtet hätte, dann will ich daran erinnern, dass der Rat der Stadt sonst auch für keinen Menschen, der in unserer Stadt stirbt, aufsteht.

Mehr Würdigung als der einfachste Rader hat so einer ganz sicher nicht verdient.

Übrigens wirbt Ullmann auf seiner Internetseite auch damit, dass er für die Bürger als linker Kommunalpolitiker gerne über verschiedenste Kanäle erreichbar ist:

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Telefonisch bin ich wochentags von 9 bis 12 Uhr für Sie erreichbar: 0160 / 5000 734

Ansonsten: Nutzen Sie die neuen Medien doch ruhig mal für eine schnelle Frage an ihren lokalen Linkspolitiker!

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