Liebe Parteiführung der AfD,

nur zur Erinnerung: in diesem Jahr ist Bundestagswahl in Deutschland. Die Zielsetzung für diese Wahl heißt 20%. Bei all dem Stress in diesen Tagen: dem Gehetze von Herrn Erdogan, dem Gegacker von Herrn Schulz, den 1000 Mann aus dem finstersten Afrika, die jeden einzelnen Tag über unsere Grenze einmarschieren, alles Leute, zu denen man in der AfD-Führung derzeit nichts zu sagen weiß – da kann es schon vorkommen, dass man sowohl das eine als auch das andere vergisst: die Bundestagswahl und die 20%. Deshalb für die besonders Vergesslichen in der AfD-Parteiführung: Hier nochmal die fünf eisernen Grundsätze aus dem ABC des politischen Erfolgs, die ihr euch allesamt ab sofort über das Bett hängen solltet.

(Von M. Sattler)

1. Man gewinnt keine Schlacht durch Stillhalten

Natürlich kann man auch in der Wagenburg eine Zeitlang überleben. Aber irgendwann muss man einen Ausfall machen, sonst verhungert man. Im Moment prügeln alle auf die Deutschen ein, und die AfD bleibt brav in Deckung. Merkel holt jeden Tag 1000 Schmarotzer aus Afrika. Schulz will noch mehr Schulden auf Kosten unserer Kinder, um diese Schmarotzer zu füttern, statt die Schmarotzer aus unserem Deutschland hochkant rauszuwerfen. Erdogan hetzt seine türkischen Gastarbeiter bei uns zum Aufstand auf – türkische Staatsbürger, die netterweise bei uns wohnen und ihr Geld verdienen dürfen. Da wollen wir laute und klare Worte hören!

2. Das Dritte Reich kann uns mal

Ein Satz, den sich nicht nur jedes Führungsmitglied, sondern auch jedes AfD-Parteimitglied über das Bett hängen sollte. Wer es immer noch nicht begriffen hat: Das Dritte Reich ist in der politischen Landschaft Nachkriegsdeutschlands vermintes Gelände. Also geht man da nicht hin. Die eiserne Regel in der AfD lautet deshalb: Wie der alte Honecker und die alte Merkel kann uns auch das Dritte Reich am Hintern! Uns interessiert nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft. Wer das anders sieht, soll sich im Geschichtskurs der Volkshochschule einschreiben oder den „Spiegel“ lesen, weil nur solche Schundblätter mit derart vergilbten Themen ihre Knete verdienen. Aber er hat in einer modernen, dynamischen Partei, deren einzige und alleinige Aufgabe es ist, die Zukunft zu gestalten, nichts verloren!

3. Nur Stärke macht erfolgreich

In der Politik ist es wie im wahren Leben: Erfolg hat nie, wer sich schwächlich gibt. Erfolg hat immer nur, wer Selbstbewusstsein und Siegesgewissheit ausstrahlt. Also schaut mal in den Spiegel! Für das Fußvolk der Partei gilt nämlich: Wir sind bereit, wir sind stark, wir freuen uns auf den Wahlkampf – vor allem weil wir so schwache Gegner haben! Die doofe „Wir-schaffen-das“-Merkel und der doofe „Europa-ist-ein-Einwanderungskontinent“-Schulz: die eine hat fertig, und der andere ist ein aufgeblasener politischer Zampano! Welcher Gegner soll eigentlich noch leichter sein als diese beiden Schießbudenfiguren? Wollt ihr darauf warten, bis die CDU Schweinchen Dick und die SPD Duffy Duck als Kandidaten aufstellt?

4. Der Gegner ist der Feind

Merkel behandelt die AfD als absoluten Feind, ohne jede Fairness. Auch Schulz behandelt die AfD als absoluten Feind. Also sind beide auch unsere Feinde! Seine Feinde besiegen kann man nur, wenn man sie bekämpft. Und im Kampf siegen kann man nur, wenn man den Feind aus ganzem Herzen verabscheut! Denn diese Abscheu, dieser unbedingte Zorn auf einen verdammenswerten Feind ist gut! Diese Wut auf das Böse, das ganze Lügner- und Verräterpack, das sich in Berlin zusammengerottet hat, gibt Kraft! Diesen gerechten Zorn auf den Feind zum Glühen und zum Lodern zu bringen: das ist eure wichtigste Aufgabe als Feldherren des Wahlkampfes! Die Menschen für diesen brennenden Zorn zu gewinnen, die Wähler in Deutschland zur politischen Erhebung gegen die ganze verfluchte Bande zu mobilisieren, das allein ist eure Funktion!

5. Die eigenen Kollegen sind nicht der Feind

Es ist nicht die Zeit, sich selbst in Glaubenskriegen zu zerfleischen, während der Feind das Feld aufrollt. Bis zum Sieg wird im Wahlkampf jeder Mann gebraucht, der der Partei dient und Leute mobilisieren kann. Also sollte euer tolles „Partei-Schiedsgericht“ in seinem Elfenbeinturm der eigenen Wichtigtuerei schnellstens zu dem salomonischen Ergebnis kommen, dass es in der deutschen Sprache einen allseits bekannten Unterscheid zwischen Genitiv subjectivus (das Denkmal ist eine Schande) und Genitiv objectivus (das Denkmal einer Schande) gibt und die AfD sowieso die Partei der freien Meinungsäußerung und des freien Meinungsstreites ist. Mut zur Freiheit gibt es nur mit der AfD! Damit ist diese alberne Sache abgehakt, und ihr könnt euch endlich wieder mit vereinten Kräften in die Schlacht werfen! Und dann werden wir diese Schlacht auch gewinnen!