AfD: Frauke Petrys Zukunftsantrag als ideologische Basis für spätere Spaltung?

Das linke Recherchenetzwerk CORRECTIV berichtet kurz vor dem AfD-Bundesparteitag in Köln, dass es im Petry-Lager bereits jetzt Pläne für eine Spaltung der AfD nach der Bundestagswahl geben würde. Der gewöhnlich gut mit AfD-Internas vertraute Autor Marcus Bensmann beruft sich dabei auf eine nicht namentlich genannte Quelle aus dem engen Umfeld von Frauke Petry und Marcus Pretzell. Das AfD-Führungspaar sei demnach zu der Überzeugung gelangt, auf Dauer mit Gauland und Höcke nicht gemeinsam in der Partei sein zu können.

Weiter heißt es in dem Artikel:

Deshalb wolle man jetzt noch gute Miene zum bösen Spiel machen und die Wahlen in NRW und auf Bundesebene abwarten. Sollte es bis dahin aber nicht gelungen sein, die AfD auf einen so genannten realpolitischen Kurs zu zwingen und Höcke aus der Partei zu drängen, haben die Anhänger des Petry-Lagers dieses Szenario entworfen: Sie wollen nach der Bundestagswahl mit ihren Abgeordneten die AfD-Fraktionen im Bundestag und in den Landtagen verlassen und eine neue Partei gründen – eine Art bundesweite CSU. Das Lager um Petry/Pretzell wolle nicht den Fehler des Parteigründers Bernd Lucke wiederholen, als dieser die Partei ohne Mandate in Landtagen und Bundestag verlassen habe. Erst mit ausreichender Vertretung im Bundestag und mehreren Landtagen habe diese neue Partei eine Chance, sich in der Bundesrepublik zu etablieren. Geplant sei eine kalkulierte Spaltung nach der Wahl, so der AfD-Funktionär gegenüber CORRECTIV. Sowohl Petry als auch Pretzell haben Fragen zu diesen Plänen nicht beantwortet.

Aufhorchen lässt, dass laut CORRECTIV Petry und Pretzell diese Pläne bisher nicht dementiert haben. Bei der Brisanz der Vorwürfe ein eher ungewöhnlicher Vorgang, wenn an den Spekulationen nichts dran sein sollte. Sollten aber tatsächlich bereits Gespräche in dieser Richtung laufen, wie auch der sächsische AfD-Rebell Arvid Samtleben berichtete, würde ein Schweigen schon eher Sinn machen. Auch der sogenannte Zukunftsantrag von Petry, mit dem die AfD-Mitglieder in „Realos = Gute“ und „Fundis = Böse“ aufgeteilt werden sollen, könnte dann bereits eine ideologische Grundlage für eine spätere formale Spaltung schaffen. Alle, denen der Erfolg und eine größtmögliche Geschlossenheit der AfD am Herzen liegen, sollten jetzt also äußerst wachsam sein.