Bedford-Strohm: „Flüchtlinge“, Gesetz und AfD

Ostern schlägt regelmäßig die große Stunde aller Kirchenfürsten, ihren Schafen Toleranz und Barmherzigkeit einzubläuen und für den Frieden auf Erden zu beten, was bisher leider nicht viel genützt hat. Aktuell muss der Toleranzbefehl auch auf Belagerer aus islamischen und afrikanischen Ländern und selbstverständlich auf unislamische Terroristen ausgedehnt werden, für die Frau Käßmann betet, nachdem sie ihren Schlummertrunk zu sich genommen hat: Toleranz der islamischen Intoleranz ist angesagt!

(Von Verena B., Bonn)

Der Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck, äußerte sich bereits zukunftsweisend. Nicht fehlen in diesem Reigen der prominenten Kirchen-Humanisten darf natürlich der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Heinrich (der Schreckliche) Bedford-Strohm (Foto), der in vorauseilendem Gehorsam zusammen mit Kardinal Marx den Bitten der muslimischen und jüdischen Zuständigen entsprochen hatte, am 20. Oktober 2016 in Jerusalem doch bitte auf das Tragen von provozierenden Kreuzen zu verzichten.

In einem Interview mit dem Bonner General-Anzeiger belehrt uns der bayerische Landesbischof heute unter anderem über unseren Umgang mit „Flüchtlingen“ und der AfD. Hier Auszüge daraus:

GA: In der Kirche ist die Osternacht traditionell ein Termin für Taufen. In Deutschland betrifft das in den letzten Jahren auch viele Flüchtlinge, zum Beispiel aus dem Iran. Wie geht die Kirche mit solchen Taufen um?

Bedford-Strohm: Wir freuen uns über jeden, der sich taufen lässt! Und es ist wirklich so: Flüchtlinge, die erlebt haben, wie in der Flüchtlingshilfe aktive Christen ihren Glauben leben, haben sich dazu entschlossen, das, wovon die Christen reden, näher kennenzulernen. Deswegen gibt es an vielen Orten in Deutschland Taufunterricht. Das ist ein sehr langer und intensiver Prozess. Ein Unterricht, der besucht werden muss, eine sehr gründliche Vorbereitung [AdV: Konvertieren zum ISlam ist bequemer und in wenigen Minuten möglich]. Aber unsere Erfahrung ist: Flüchtlinge, die sich taufen ließen, werden zu einer großen Bereicherung für die Gemeinden. Denn sie bringen einen anderen Horizont mit und sorgen für neues Leben in den Gemeinden.

GA: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hingegen zweifelt solche Taufen an …

Bedford-Strohm: Die Berichte, die wir als Kirche über Glaubensprüfungen bekommen haben, haben uns große Sorgen gemacht. Deswegen haben wir Gespräche mit dem Bundesamt geführt. Heute bin ich zuversichtlich, dass solche Prüfungen nicht mehr stattfinden werden. Auch das Bamf geht davon aus, dass sich Pfarrerinnen und Pfarrer vor einer Taufe davon überzeugen, dass die Menschen, die sie taufen, das auch wirklich ernst meinen.

GA: Was bedeutet das für Fälle, die schon einen ablehnenden Bescheid erhalten haben?

Bedford-Strohm: In solchen Situationen müssen die Dinge auf dem Rechtsweg geprüft werden. Wir leben in einem Rechtsstaat. Aber auch hier gilt: Gerichte können keine Glaubensentscheidungen beurteilen. Das ist einzig Aufgabe des Pfarrers.

Es wird also Kirchenasyl gewährt, auch wenn das eigentlich gesetzlich verboten ist. Der Bischof ist offenbar der Ansicht, dass Humanität wichtiger ist als das Gesetz.

GA: Anfang 2015 haben sie mit dem BAMF eine Vereinbarung zum Kirchenasyl geschlossen. Hat sich das bewährt?

Bedford-Strohm: Dass hat sich grundsätzlich bewährt. Sehr viele Fälle, die zu Kirchenasyl führten, konnten aufgrund von zusätzlich erstellten Unterlagen, noch einmal überprüft werden. Oft führte das zu einer guten Lösung. In Bayern ist es allerdings so, dass der Staat jetzt Ermittlungsverfahren gegen inzwischen mindestens 17 Pfarrerinnen und Pfarrer eingeleitet hat, in deren Gemeinde Kirchenasyle stattfinden.

Dazu sage ich: Wir haben in Bayern insgesamt 65 Fälle von Kirchenasyl. Das ist eine im Verhältnis zu den Flüchtlingszahlen extrem geringe Zahl. Das Kirchenasyl wird immer eine Ultima Ratio bleiben. Deswegen verstehen wir die intensivierten Ermittlungsverfahren nicht.  [..]

GA: Können Flüchtlinge dazu beitragen, den Fachkräftemangel in Deutschland zu lösen?

Bedford-Strohm: Ich denke nicht, dass die Flüchtlinge von heute schon gleich die Fachkräfte von morgen sind, sondern sie werden die Fachkräfte von übermorgen sein. Mein persönliches Beispiel ist ein Iraker, der meinen Vater im letzten Lebensjahr im Pflegeheim gepflegt hat. Der Mann hat eine Ausbildung zum Pflegehelfer erhalten, und ist unserer ganzen Familie zum Segen geworden. Ich wünsche mir, dass es viele solcher Beispiele gibt.  [..]

GA: [..] Ganz konkret: Können Christen die AfD wählen?

Bedford-Strohm: Die AfD ist eine Partei, in der sehr unterschiedliche Menschen zusammenarbeiten. Wer in dieser Partei arbeitet, muss sich klar darüber sein, dass dort auch Einstellungen vertreten werden, die an nationalsozialistische Auffassungen erinnern. Wenn Stimmen in der AfD das Völkische rehabilitieren wollen, sollte das für alle Menschen, die so nicht denken, ein Weckruf sein. Denn wer sich nicht in aller Entschiedenheit davon distanziert, verleiht solchen Auffassungen Legitimität.

GA: Wie meinen Sie das?

Bedford-Strohm: Nehmen Sie einmal die Äußerungen von Björn Höcke zum Holocaustmahnmal. [..]

GA: Müssen Björn Höcke und Alexander Gauland Buße tun?

Bedford-Strohm: Die Äußerungen von Herrn Höcke zur Erinnerungskultur sind aus meiner Sicht skandalös gewesen, und widersprechen allem, was die Grundorientierung der evangelischen Kirche ausmacht.

GA: Könnte so jemand noch Mitglied der evangelischen Kirche sein?

Bedford-Strohm: Nationalismus, der sich gegen andere wendet, ist unvereinbar mit dem christlichen Glauben. [..]

Was würde der liebe Gott vom Wirken seiner Stellvertreter auf Erden halten? Erich Kästner muss ein Hellseher gewesen sein, denn er sagte schon damals:

Es hilft kein Hohn, es hilft kein Spott.
Es hilft kein Fluchen und kein Beten.
Die Nachricht stimmt, der liebe Gott,
ist aus der Kirche ausgetreten!