Bundeswehrsoldat als „syrischer Flüchtling“ anerkannt und als Terrorverdächtiger verhaftet

Mysteriös aber viel mehr skandalös scheint ein seit heute viral kolportierter Fall über einen 28-Jährigen Oberleutnant der Bundeswehr, der als Deutscher, getarnt als „syrischer Flüchtling“ mit falscher Identität zu einem genehmigten Asylstatus kam. Im hier beschrieben Fall gibt es zwar noch jede Menge zu klären, vor allem die Motive, was er aber schon offenlegt, ist das absolute Versagen dieses Staates, einen sicherheitspolitischen Skandal erster Güte.

Die Geschichte in aller Kürze:

Der als Franco A. benannte Mann tat als Oberleutnant der Bundeswehr im französischen Illkirch in einem Batallion, das Teil der Deutsch-Französischen Brigade ist und Streitkräfte beider Länder umfasst, seinen Dienst und absolvierte eine Ausbildung zum Einzelkämpfer. Er habe in seiner Position wohl an die 100 Mann befehligt, heißt es. Mindestens ab Dezember 2015 führte er dann wohl ein Doppelleben. Da ließ er sich in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen als syrischer Gast der Kanzlerin registrieren und stellte einen Asylantrag, der auch, da er ja als „Syrer“ Sonderstatus hat, recht schnell genehmigt wurde. Er erhielt „subsidiären Schutz“.

A. spricht zwar kein Wort Arabisch, sondern nur Französisch, seine Angaben waren selbstverständlich alle gelogen – was aber niemand nachprüft im deutschen Trallala-Willkommens-Land – und auch sonst fiel offenbar keinem der Verantwortlichen etwas auf. Er hat „Syrien“ und „Asyl“ gesagt, das reicht, um als künftiger Neo-Plus-Deutscher geführt zu werden. Anfang 2016 bekam der vermeintlich syrische „Verfolgte“ eine Unterkunft in einem „Flüchtlingsheim“ und erhielt neben seinem Sold der Bundeswehr auch Geld vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Anfang 2017 dann fiel der Soldat am Flughafen Wien-Schwechat mit einer Pistole Kaliber 7,65 mm, die er in einem Versteck hinterließ, auf. Beim Versuch die Waffe, die er sich wohl illegal besorgt hatte, abzuholen wird er dann einige Wochen später festgenommen. Wegen dieses Waffenbesitzes kann ihn Österreich aber angeblich nicht festhalten. Was die Österreicher aber machen, sie informieren die Kollegen in Deutschland. Ein Abgleich der Fingerabdrücke führte dann zu dem am Mittwoch in Hammelburg in Unterfranken festgenommenen Mann und zog in Folge insgesamt 16 Razzien in Deutschland, Österreich und Frankreich nach sich. Es wurden Mobiltelefone und Computer beschlagnahmt und es soll eine weitere Festnahme gegeben haben.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Mann eine „schwere staatsgefährdende Straftat im Sinne eines Anschlags“ geplant haben, möglicherweise in der Absicht „Flüchtlinge“ zu diskreditieren.

Die Grünen wittern Wasser auf ihre Mühlen: Irene Mihalic, innenpolitische Sprecherin der Grünen orakelt: „Das Vorgehen des Bundeswehrsoldaten riecht streng nach einer Strategie, an der auch weitere beteiligt gewesen sein könnten. Es muss dringend geklärt werden, ob in der rechten Szene gezielt Anschläge geplant werden, um sie Geflüchteten in die Schuhe zu schieben. Die Behandlung dieser Taten als isolierte, lokale Phänomene blendet die möglichen organisatorischen Hintergründe fahrlässig aus“, so Mihalic.

Die WeLT schreibt:

Wollte er durch seine Tat gezielt Asylbewerber diskreditieren und den Hass auf Ausländer schüren? Sprachnachrichten belegten, dass der Mann eine fremdenfeindliche Gesinnung habe, teilte die Frankfurter Staatsanwaltschaft mit.

Sie bezog sich dabei aus Informationen aus „Sprachnachrichten“ zwischen dem Verdächtigen und einem möglichen Unterstützer, der ebenfalls verhaftet wurde. Der 24-jährige Student aus dem hessischen Offenbach soll ebenfalls eine ausländerfeindliche Gesinnung haben.

Diesem Modell widerspricht der stellvertretende Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Dominic Kudlacek. Für ihn stellt es sich äußerst ungewöhnlich dar, dass sich ein ideologisch radikalisierter Mensch in der Gruppe von Menschen aufhielte, die er hasst: „Das ist kein klassischer Radikalisierungsverlauf“, zweifelt der Fachmann. Das Motiv könnte auch schlicht Habgier gewesen sein, so Kudlacek, dass Einzelne dieses heillos überforderte System ausnutzten könnte es immer wieder geben.

Was auch immer sich als Motiv herausstellen sollte, eines beweist dieser Fall, dass wirklich jeder, egal woher er kommt, welche Sprache er spricht und welche nicht oder wie glaubhaft er insgesamt ist, in der Spur der Asylindustrie sich in Deutschland einnisten kann, um seinen Interessen freien Lauf zu lassen. (lsg)