Erdogan im Herrscherwahn

Der türkische Führer Recep Tayyip Erdogan (*1954), der als Straßenjunge in einem Hafenviertel aufwuchs, war schon in seiner Jugend stark vom Koran beeindruckt. Wegen seiner Frömmigkeit wurde er „Koran-Nachtigall“ genannt. Den derzeitigen Kosenamen „Türken-Adolf“ hat er ebenfalls redlich verdient, weil seine Nazi-Methoden fatal an Aktionen des braunen Österreichers erinnern. Man darf vermuten: Der Vater der modernen Türkei, der Reformator und erste Präsident Mustafa Kemal Atatürk (1881-1938) würde im Grabe rotieren, wenn es möglich wäre. Sein aktueller Nachfolger hat nicht den Scharfblick Atatürks, der erkannt hatte: „Diese Hirtenreligion eines pädophilen Kriegstreibers ist der größte Klotz am Bein unserer Nation“. Atatürks Erkenntnis hat den Allahfrömmling Erdogan nicht erreicht. Dieser neigt – so wirkt es jedenfalls – zur Nabelschau und praktiziert gern das Ignorieren historischer Entwicklungen und Fakten.

(Von Thomas K. Luther)

Der Liebling der Religionsgelehrten vermittelt den Eindruck, er möchte die Türkei zurückbauen und zu einem Gottesstaat machen. Im Rahmen der Selbstbeweihräucherung schreibt er die Entdeckung Amerikas seinen verwegenen Glaubensbrüdern zu, die schon Jahrhunderte vor Kolumbus dort Moscheen gebaut hätten. Die Moschee-Theorie stammt ursprünglich von dem Historiker Youssef Mroueh, der im Logbuch des Kolumbus eine Moschee beschrieben fand – was allerdings nur ein Hinweis auf einige kuppelartige kubanische Hügel war. Doch vom religiösen Starrsinn geprägt, beharrt der Türkenführer auf seiner Sicht – was ihm gegönnt sei. Dagegen ist seine Überzeugung „Wir müssen die Europäische Kultur mit der Türkischen Kultur impfen“ nicht zu ertragen.

Erdogans infantilen Hetz-Attacken in Richtung Deutschland, seine wilden Nazi-Vergleiche vor dem Hintergrund seines überbordenden Machtstrebens zeigen den wahren Charakter und das provinzielle Niveau dieses Möchtegern-Sultans eines erträumten orientalischen Gottesstaates. Seine Rhetorik, seine Selbstdarstellung und die von ihm initiierten Spitzel-Aktivitäten, sowie die Verstrickungen seines Clans erinnern fatal an die kranken Regime der Vergangenheit.

Der Muslim-Aufklärer Hamed Abdel-Samad (geb. 1972 in Gizeh, Ägypten) bezeichnet Erdogan in seinem Buch „Der islamische Faschismus“ als totalitären, faschistischen Islamisten. Abdel-Samad schreibt: „Egal welche politische Färbung oder Tarnung er hatte, er kannte vermutlich nur ein Motiv, als er in die Politik ging: Er wollte die islamistische Gesellschaftsordnung und die Gesetze der Scharia durchsetzen, spätere Weltherrschaft nicht ausgeschlossen. Im tiefsten Inneren verachtet er die Demokratie und betrachtet sie lediglich als ein Mittel, um an die Macht zu gelangen. Erdogan hat das Scheitern seines Lehrers Necmettin Erbakan erlebt, als dieser versuchte, an den türkischen Institutionen vorbei einen Gottesstaat zu errichten. Also hat er sich entschieden, diese Institutionen nicht zu umgehen, sondern zu unterwandern. Am Anfang gab er sich als säkularer, prowestlicher Politiker, der die Korruption bekämpfen und die Wirtschaft reformieren wollte. Erst Jahre nach seiner Wahl zum Regierungschef und erst nachdem ihm die Unterwanderung der wichtigsten Institutionen des Landes und das Ausschalten des Militärs gelungen war, zeigte er seine totalitären Absichten. Seine autoritäre, imperialistische und letztlich antiwestliche Haltung wurde immer deutlicher.“

Der entpuppte Erdogan überschätzt den Wert der rückständigen muslimisch-türkischen Kultur und seine Macht im politischen und wirtschaftlichen Weltgefüge gewaltig. Die Türkei steht mit dem Rücken zur Wand – und der Zusammenbruch des Tourismus-Geschäfts trägt dazu bei, dass sich die Lage weiter verschlechtert. Mit seinen Nazi-Vergleichs-Attacken gießt er „Öl ins Feuer“ der europäischen Empörung und Ablehnung – und muss nun ertragen, dass er als „Der Irre vom Bosporus“ bezeichnet wird. Seine provokanten Äußerungen, wie z.B. den Satz: „Wenn ihr euch weiterhin so benehmt, wird morgen kein einiger Europäer, kein einziger Westler auch nur irgendwo auf der Welt sicher sein“, kann man durchaus mit einer Kriegserklärung gleichsetzen. Die infantilen Drohungen und Beleidigungen werden dazu führen, dass das Tor zur Europäischen Gemeinschaft für das orientalische Schwellenland Türkei fest verschlossen bleibt. So gesehen haben Erdogans Verbal-Ausfälle, aus europäischer Sicht auch etwas Positives. Ein muslimisches Volk ist halt nicht kompatibel mit dem aufgeklärten Europa.

Erdogans Hinweis: „Wir haben Allah – und Panzer“ belegt seine ungebrochene Gläubigkeit und lässt vermuten, dass er entweder immer noch unter dem Einfluss der Ulema steht – oder das Phantom Allah, ganz pragmatisch, als reales Machtmittel und Waffe sieht. Wie wichtig dem Erdogan-Regime mit seinen AKP-Kettenhunden die Manipulation des Volkes durch die geistliche Kaste ist, lässt sich an den Staatsausgaben ablesen. Der Etat für Religiöses liegt mit circa 1,8 Milliarden Euro über dem Budget von 12 Ministerien und ist ähnlich hoch, wie die Ausgaben für das Militär. Dazu passt der von Erdogan zitierte, aber von den Europäern nicht ernstgenommene Spruch: „Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten“. Dem kann man hinzufügen: Und das soldatische Fußvolk ist dem Oberbefehlshaber Allah hörig, konkreter gesagt: Seinem Ditib-Personal, das vom Verkauf des Phantasie-Produkts Allah lebt.

Wenn es zutrifft, dass es Erdogans heimliches Anliegen ist, aus der Türkei einen Gottesstaat zu machen, drängt sich die Vermutung auf: Er ist im Grunde eine subtil geführte Handpuppe der Ulema – oder aber, dass „ausführende Organ“ seines eigenen Gotteswahns. Er scheint den unheilvollen Slogan der Muslimbruderschaften verinnerlicht zu haben. Ihr Motto lautet: „Der Prophet ist unser Anführer, der Koran ist unsere Verfassung, der Dschihad ist unser Weg, und das Sterben für Allah ist unser höchstes Ziel!“ Doch der Islam hat keine modernen Lösungen – er ist eine Krankheit, die Menschen degradiert, tötet, ihre individuelle Freiheit beschneidet und ihre Entfaltung blockiert.

Natürlich wird es kein neues osmanisches Reich und keinen Kalifen Erdogan geben – aber, weiß er das? Vermutlich sind Erdogans Tage gezählt, angesichts seiner massiven Aktionen gegen die Intelligenzija seines Volkes – und selbstverständlich wird es niemals ein „Kalifat“ Europa geben. Dennoch sollten sich die Europäer nicht entspannt zurücklehnen. Die Allah-Fans, speziell die Salafisten, vor allem aber die Muslimbruderschaft und die Ditib-Imame – die man auch als Allahs fünfte Kolonne bezeichnen kann – arbeiten verbissen daran, an Macht zu gewinnen.

Und die deutsche Politkaste ist naiv genug, die Ausbreitung der islamischen Irrlehre zuzulassen. Statt den Religionsunterricht generell abzuschaffen, wird den Funktionären Allahs offiziell erlaubt, den Nachwuchs mit ihren Religionslügen und Vorstellungen zu bombardieren. Die Religionsfreiheit ist das Einfallstor für fremde Volksbeherrschungssysteme mit beliebigen Gottheiten. Deshalb muss die entsprechende Gesetzgebung umgeschrieben werden, in ein generelles Religionsverbot. Religion ist keine Privatsache – Religion bedeutet: Volksverdummung par excellence – was in Europa schon in der Epoche der Aufklärung (1650-1800) erkannt wurde. Die Verbreitung des Islams – der in erster Linie ein archaisches Volksbeherrschungssystem ist – ist ein fataler Rückschritt.