Petry will Parteiausschluss von Jens Maier

Eiskalter Engel mit Sinn fürs perfekte Timing

Immer wenn man gerade hofft, dass Frauke Petry vielleicht doch noch begriffen hat, dass die AfD nicht das Spielzeug der Familie Pretzell-Petry ist, kommt der nächste Hammer. Offenbar in der gleichen Nacht, in der Petry ihr fünftes Kind Ferdinand zur Welt gebracht hat, stellte die „dämonenhaft Schöne“ den lange befürchteten Antrag auf Ausschluss des sächsischen Listenzweiten zur Bundestagswahl, den Dresdner Landrichter Jens Maier (Foto l.).

Das Vergehen des „kleinen Höckes“ aus Dresden: Zusätzlich zum „Sakrileg“ als Vorredner von Björn Höcke aufgetreten zu sein, soll sich Maier bei einer Compact-Veranstaltung missverständlich zum psychisch gestörten Massenmörder Anders Behring Breivik geäußert haben, was von seinen parteiinternen und externen Gegnern via Lügenpresse prompt zu „Verständnis für Breivik“ umgedeutet wurde.

Die wahren Gründe für Petrys Vorstoß dürften allerdings ganz woanders liegen: Richter Maier steht nach wie vor zum patriotischen Flügel in der AfD und ausdrücklich auch zum „Gottseibeiuns“ Björn Höcke. Und das ausgerechnet als Listenzweiter in Petrys eigenem Landesverband! Ein deutlicheres Menetekel ihres Autoritätsverlustes nach dem Kölner Parteitag könnte es wohl nicht geben. Noch dazu wo ein sächsischer Landesparteitag Maier vor kurzem noch einmal ausdrücklich bestätigt und ein mögliches Auschlussverfahren gegen ihn abgelehnt hat.

Das wollte Petry jetzt nicht mehr länger auf sich sitzen lassen. Zeitgleich zur lancierten Mitteilung der Geburt ihres fünften Kindes führte sie wenig mütterlich einen tiefen Haken gegen Maier. „Eiskalter Engel“ beschreibt dieses Verhalten wohl ganz gut. Ob das Timing auf Rat ihres Ehemannes Marcus Pretzell erfolgte, muss dagegen Spekulation bleiben.

Gutes Timing könnte für den Vorstoß von Petry/Pretzell auch deshalb gegeben sein, weil das angerufene Bundesschiedsgericht auf dem Kölner Parteitag durch einige ihnen eher gewogene Richter ergänzt wurde. Pikanterweise umging Petry dafür sogar satzungswidrig das eigentlich zuständige sächsische Schiedsgericht. Mit der offiziellen Begründung der Befangenheit, weil Maier dort selbst Mitglied ist. Eine mögliche Befangenheit von Richtern oder ganzen Kammern muss jedoch immer erst von den zuständigen Gerichten selbst beurteilt werden, wie jeder aus eigener Anschauung weiß, der schon mal vor Gericht im Clinch mit einem Richter lag.

Was bedeutet das alles politisch? Der mühsam gehaltene Burgfrieden nach Köln ist von Petry wieder aufgekündigt worden. Schon zuvor hatten die ständigen „realpolitischen Sticheleien“ seitens Petry und Pretzell trotz der eindeutigen Mehrheitsentscheidung auf dem Kölner Parteitag an der Einsichtsfähigkeit von „Doppel-P“ erhebliche Zweifel aufkommen lassen. Diese Zweifel können nun wohl als ausgeräumt betrachtet werden.