Von der Leyens wehrzersetzender Ego-Trip

Wer glaubt, die unser Land verwahrlosende lnkompetenz, Abgehobenheit und der irre Supermoralismus der regierenden politischen Klasse in Berlin sei nach Merkels Migrantenflutung eigentlich nicht mehr steigerungsfähig, hat nicht mit ihrer Schwester im Ungeist namens Ursula von der Leyen gerechnet. Denn was diese CDU-Politikerin sich unter dem Druck einer Affäre um einen jungen Offizier mit erschlichenem Status eines syrischen Flüchtlings leistet, hat allerbeste Aussichten für einen ganz besonderen Beitrag zur Militärgeschichte: Von der Leyen ist die erste Person im Amt des deutschen Verteidigungsministers, die es offenbar bewusst darauf anlegt, auch die noch kümmerlichen Restkampfkräfte der Bundeswehr vollends zu lähmen und zu zersetzen.

(Von Wolfgang Hübner, Frankfurt)

Denn wie anders kann die pauschale Abmahnung der ihr unterstellten Armee in Form eines offenen Briefes (!) gewertet werden? Es ist unfassbar, dass die Politikerin einen speziellen Problemfall, der noch keineswegs vollständig aufgeklärt ist und nebenbei so nur in der allgemeinen Verwirrung in Merkel-Deutschland möglich ist, für eine Generalkritik an genau der Bundeswehr nutzt, die sie doch am liebsten in alle Welt, speziell aber an alle russischen Grenzen schicken möchte. Das ist die gleiche Ministerin, die sich seit Trumps deutlicher Mahnung angeblich für deutlich höhere Ausgaben für das Militär und eine Stärkung der mobilen Einsatzfähigkeit der Truppe einsetzt.

Das alles soll aber offenbar nur für Soldatinnen und Soldaten gelten, die über jeden Verdacht erhaben sind, die Maßgaben der politischen Korrektheit nicht peinlich genau zu beachten. Doch an dieser Beachtung mangelt es offensichtlich keineswegs nur bei dem unter Verdacht geratenen Offizier, sondern in weiten Teilen einer Freiwilligenarmee, die sich aus jenen jungen Menschen rekrutieren muss, denen die verlangte „tapfere Verteidigung“ ihres Volkes aus den verschiedensten Gründen wichtiger ist als eine vom Ministerium der Kollegin Manuela Schwesig alimentierte Antifa-Karriere. Wer den Weg in die Bundeswehr wählt, der soll nun einmal bereit sein, notfalls auch Gesundheit und Leben für Deutschland zu riskieren. Das schließt Linkstendenzen in der Truppe ziemlich aus.

Da es immer weniger plausible, geschweige denn überzeugende Gründe gibt, das für einen Staat im Stadium der Selbstabschaffung zu tun, ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass sich in Teilen der Truppe Tendenzen ausbreiten, die sich nicht sonderlich vertragen mit von der Leyens Vision, die Bundeswehr müsse eine Mischung aus kuschelsüchtigen Sozialarbeitern in Uniform mit dem unerschütterlichen Gemüt toleranzwütiger evangelischer Kirchentagsbesucher sein.

Es gibt deshalb nur eine richtige, garantiert nachhaltige Lösung des Problems: Frau von der Leyen vollendet das ruinöse Werk ihres ebenfalls adligen Ministervorgängers, macht ein hilfreiches Praktikum bei der Heilsarmee und beglückt die Nato mit der Neugründung einer unwiderstehlich moralimperialistischen Heerschar, die jeden, aber auch jeden militärischen Gegner in solch lähmendes Mitleid versetzt, dass dieser zu irgendwelchen hässlichen Kampfhandlungen so unfähig wird wie diese Ministerin für ihr Amt.