Terror und Gesellschaft

Roy Larner – Held von London!

Haben Sie von Roy Larner (Foto) gehört? Wahrscheinlich nicht, denn solche Geschichten werden selten erzählt: Der 47-jährige Fan des Südost-Londoner FC Millwall saß mit Freunden in einem Restaurant auf dem Borough Market, als am vergangenen Samstag die drei Attentäter von der London Bridge auf den Platz stürmten, islamische Parolen schrien und wahllos auf Passanten einstachen. Roy Larner stürzte sich mit bloßen Fäusten und den Worten „Fuck you, I’m Millwall!“ auf sie und wurde fünfmal verwundet, ehe die Polizei die feigen Mörder zur Strecke brachte. Seitdem ist der friedfertige Fußballfan ein Held und wird in Anlehnung an den Spitznamen seines Clubs „the Lion of London Bridge“ genannt.

Eine solche Heldengeschichte – Deutschland hat da beispielsweise den leider schnell vergessenen Dominik Brunner zu bieten, der umgebracht wurde, als er Kinder vor Schlägern beschützen wollte – ist die eine Seite der neuen Terrorgefahr in Europa. Die andere Seite ist der Umgang der Behörden damit. Und man vergesse das nie: Die haben ihre ganze Legitimität nur durch das unausgesprochene Versprechen, dass der Staat seine Bürger vor Gefahr beschützt, wenn diese im Gegenzug nicht zur Selbstjustiz greifen.

Londoner Behörden empfehlen Reißaus zu nehmen

Was ist heute davon noch übrig, wenn schon eine Journalistin ihren Job beim angeblichen „Gegenstrom“-Medium Breitbart verliert, bloß weil sie die einfache Wahrheit ausgesprochen hat, dass es ohne muslimische Masseneinwanderung nach Großbritannien auch keinen islamischen Terror gäbe?

Die Londoner Metropolitan Police hat sich jedenfalls dazu entschlossen, die Bürger aktiv dazu anzuleiten, die Gefahr eben gerade nicht anzugehen, sondern hochoffiziell Reißaus zu nehmen. Noch während der Anschlag auf London Bridge und Borough Market im Gange war, verbreitete die Polizei über Onlinekanäle die Aufforderung an alle Passanten in der Umgebung, vor Bedrohungen wegzulaufen und sich zu verstecken. Da rede nochmal einer von „No-go-Areas“ – hier wird ein völliges Versagen der öffentlichen Sicherheit nicht nur offen zugegeben, sondern auch noch als Mitteilung im öffentlichen Interesse präsentiert!

Selbstmörderische Scheinwirklichkeit

Wir müssen wohl nicht lange warten, bis es so etwas auch hierzulande und in ganz Europa gibt. Denn genau das ist so ein Symptom des Übergangs, den gerade Akif Pirincci in seinem neuen Buch „Der Übergang“ mit scharfem Blick und genauso scharfer Feder beschreibt: Uns wird eine wortwörtlich selbstmörderische Scheinwirklichkeit angedreht! Alles „ist nun mal so“, nichts lässt sich ändern, denn es hat ja nichts etwas mit nichts zu tun, und wer sich in einem Moment der Lebensgefahr wie Roy Larner dazu entschließt, Freunde und Landsleute zu beschützen und dem Übel in den Weg zu treten, der muss dumm oder irre sein.

All diese Täuschungen sollen das Gefühl vermitteln, man würde sich schon kümmern und alles käme irgendwie in Ordnung. Wir sollen die Füße stillhalten, brav weiter arbeiten gehen und Steuern zahlen und um Himmels willen keine Vorurteile pflegen. Aber wollen wir wirklich in einem Land und auf einem Kontinent leben, der blutigen Terror mit einem Achselzucken zum „festen Bestandteil“ des Großstadtlebens erklärt? Pirincci geht seltsamerweise davon aus, daß es genau so kommen wird und daß das Davonrennen, Sich-Verstecken und Hilferufen die angemessenen Tätigkeiten dieses Übergangs sein werden.

Bestellinformation:

» Akif Pirincci: Der Übergang. Bericht aus einem verlorenen Land, Schnellroda 2017. 224 Seiten, 14 Euro – hier bestellen!