Knusprige Pommes bald verboten?

Die Henkersmahlzeit der EU

Von DR. MARCUS FRANZ | Wir merken es seit längerem und die aktuelle Brüsseler Pommes-frites-Diskussion zeigt es wieder ganz deutlich: Dieses Europa, das wir als rein bürokratisches, ständig mit dem Zeigefinger wackelndes und pausenlos Vorschriften erzeugendes Konstrukt unser eigen nennen, dieses Europa wollen und brauchen wir nicht.  Eine EU, in der die Zusammensetzung, Farbe und Verarbeitung von Pommes frites und Chips jede wichtige Agenda verdrängt und wo sich Expertenkommissionen den Kopf zerbrechen, ob und wie man neue Verordnungen für die Frittier-Küchen Europas etablieren könnte, diese EU hat ihre Daseinsberechtigung verloren. Sie ist überflüssig.

Haarsträubend und lächerlich

Der ganz normale Europäer fühlt sich angesichts der absurden Sorgen, welche die Brüsseler Volksvertreter plagen, nur noch gefrotzelt. Die Chips-und-Frites-Debatte ist das lächerlichste, was die EU seit langem ihren Finanziers (also den Bürgern) antut. Der Streit über die Fritten wirkt ähnlich sinnvoll, wie wenn sich die Delinquenten im Todestrakt vor ihrer Hinrichtung darüber unterhalten, ob ihre Henkersmahlzeit wegen der gesundheitlichen Auswirkungen eh fettarm genug gekocht würde.

Aber vielleicht ist die haarsträubende Diskussion ja ohnehin eine Art von Delinquenten-Gespräch: Über das Mittelmeer kommen täglich abertausende illegal einreisende Afrikaner und Orientalen nach Europa und Millionen weitere illegale Migranten warten am Schwarzen Kontinent, um endlich in die soziale Hochburg Europa eindringen zu können und hier ihre materielle Versorgung zu finden.

Die Transformation hat begonnen

Naturgemäß wollen die neuen Immigranten auch ihre gar nicht nach Europa passende Lebensart mitnehmen. Die Vorboten der europaweiten Transformation merken wir schon ganz deutlich. Uns ist auch klar, dass die rollende Immigrationswelle eine vitale Bedrohung der europäischen Kultur darstellt. Obwohl uns der Hausverstand längst sagt, dass dieses Problem besser heute als morgen zu bekämpfen und zu lösen ist, sitzen die EU-Verantwortlichen zu Tisch, um die „Gefährlichkeit“ von Chips und Fritten zu diskutieren. Geht`s noch?

Ein einziges endloses Versäumnis

Die EU hat in der Migrationskrise bis jetzt nichts, aber auch gar nichts brauchbares zustande gebracht: Es gibt keinen gemeinsam organisierten und wirksamen Schutz der Aussengrenzen, es gibt keine Maßnahmen zur Rückführung der hunderttausende illegalen Migranten, die ohne Bleiberecht auf unbefristete Zeit in den EU-Staaten durchgefüttert werden und es es gibt keine konsistenten Pläne, wie man die in jeder Hinsicht tödliche Mittelmeer-Route am besten schließen könnte. Diese chronische Schwäche der so gerne als „Zentralregierung“ auftretenden Politiker-Riege ist eklatant und bereits jenseits der Erbärmlichkeitsgrenze.

Dinner auf der Titanic

Weil man sonst schon nichts erreicht, sitzen die hohen Damen und Herren eben im kulinarisch orientierten Brüssel zusammen und besprechen in ihren geschützten Werkstätten das „Letzte Menü“ – samt schonend zubereiteter Frites und Chips.  Man gönnt sich ja sonst nichts und wenigstens schaut man auf die Gesundheit. Übrigens: Auf der Titanic gab es beim letzten Dinner vor dem Untergang ebenfalls frittierte Pommes als Beilage.

(Zuerst erschienen auf thedailyfranz.at)


Marcus FranzMarcus Franz (* 6. März 1963 in Wien) ist ein österreichischer Mediziner, Politiker und Blogger. Von Juni 2015 bis März 2016 gehörte er dem Parlamentsclub der ÖVP an. Aus diesem trat er etwas mehr als ein halbes Jahr später wieder aus, nachdem innerparteiliche Kritik an seinen Äußerungen zu Angela Merkel und deren Flüchtlingspolitik laut geworden war. Seit 1. März 2016 ist er parteifreier Abgeordneter.