Tappt von einem Fettnäppchen ins nächste: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz.

Wahlkampfgeschwurbel

Die 21 %-Lohnlücken-Lüge der SPD 

Von OLIVER FLESCH | Es wird nie so viel gelogen, wie vor der Wahl. Das beweist wieder einmal die SPD: „Wer als Frau 100 Prozent leistet, darf nicht 21 Prozent weniger verdienen“ tönt es von ihren Plakaten…

Ach was, echt? Hat die SPD doch tatsächlich die 21 Prozent-Lohnlücken-Lüge aus der feministischen Mottenkiste ausgegraben. Aber gut, da die Behauptung, Frauen würden 21 Prozent weniger verdienen, längst widerlegt ist, wird die SPD dafür so richtig schön auf den Sack bekommen.

So eine schamlose Lüge wird selbst der Mainstream nicht unwidersprochen stehen lassen.

Oder etwa doch? Aber sicher!

Erst einmal rührte sich gar nichts. Selbst die Merkel-Matratzen von BILD, die sich sonst nur allzu gern an der SPD abarbeiten, schwiegen. Gut, BILD hat die Lüge 2016 noch verbreitet, als sie längst aufgedeckt war …

Immerhin machte sich wenigstens der Bayrische Rundfunk an das Thema. Er titelte auf seiner Netzseite: „SPD übertreibt Lohnlücke für Frauen“ und schreibt:

Mit ihrem Slogan Wer als Frau 100 % leistet, darf nicht 21 % weniger verdienen, schießt die SPD weit über das Ziel hinaus. Der Gender Pay Gap bei gleicher Arbeit für Frauen ist wesentlich geringer.

Der BR bat die SPD um eine Stellungnahme. Nach dem Motto Wenn-ich-mir-die-Augen-zuhalte-sieht-mich-niemand! reagierte die Chulz-Partei erstmal gar nicht. Erst als der Artikel längst online stand, reichte die SPD-Pressestelle folgende Lügen-Lettern nach:

Die SPD thematisiert diese Zahl, weil sie auch die strukturellen Unterschiede und Ungerechtigkeiten berücksichtigt und sich in dieser Zahl somit das gesamte Ausmaß von geschlechtsspezifischer Lohnungerechtigkeit ausdrückt. Das statistische Bundesamt nennt hierbei beispielsweise ungleich verteilte Anforderungen für Führungspositionen an Männer und Frauen oder die deutlich häufigere geringfügige oder Teilzeitbeschäftigung von Frauen als strukturelle Ursachen der geringeren Bezahlung von Frauen (s. Statistisches Bundesamt). Im Übrigen liegen die 21% Lohnunterschied auch der Berechnung des Equal Pay Days durch das Forum Equal Pay Day zu Grunde.

Ein unfassbares Geschwurbel, das am Ende nur eines sagt: Ja, wir haben gelogen, wollen das aber nicht zugeben. Und die „Quelle“ „Equal Pay Day“, die Matthias Voß von der SPD-Pressestelle angibt, ist ein feministischer Sektenklub ohne jegliche wissenschaftliche Relevanz.

Der BR schreibt völlig korrekt:

Dieser Wahlslogan unterstellt, dass Frauen zurzeit in Deutschland 21 Prozent weniger Lohn für die gleiche Arbeit erhalten. Tatsächlich beträgt der Gender Pay Gap laut offizieller Statistik rund 6 Prozent. Selbst diese Statistik lässt den öffentlichen Dienst außen vor – dabei gelten dort einheitliche Tarifsätze. Die tatsächliche Lohnlücke bei gleicher Arbeit dürfte also noch darunter liegen. Auch diese Diskrepanz ist keinesfalls gut – aber es sind deutlich weniger als 21 Prozent, wie die SPD suggeriert.

Die Statistik lässt nicht nur den öffentlichen Dienst außen vor, auch dass sich Männer in Gehaltsverhandlungen oft über und Frauen unter Wert verkaufen, wird nicht berücksichtigt. Statistisch bereinigt verdienen Frauen also nicht 26 Prozent weniger, sondern weniger als zwei Prozent, wie das „Institut der deutschen Wirtschaft Köln“ bereits 2013 belegte.

Guten Morgen, EU-Millionär!