Ulf Poschardt, WeLT-Chefredakteur.

„Welt“ will AfD-Wähler therapieren

Herr Dr. Poschardt bittet auf die Couch

Von BEOBACHTER | Ulf Poschardt, erklärter AfD-Gegner und Chefredakteur der WeLT, hat Gesprächsbedarf. Er will – „bitte“ – mit den knapp sechs Millionen AfD-Wählern sprechen, die Merkel und Co eine historische Klatsche verpasst haben. Er hält sie alle, zumindest einen Teil von ihnen, für ebenso integrationsbedürftig wie die zwei Millionen „Flüchtlinge“, die Merkel mit einsamer Entscheidung ins Land gelassen hat. Und er will sie möglichst therapieren – auf Kommentarebene.

Der Mann gehört wohl besser selber auf die Couch, sollte man meinen. Denn immer, wenn ein politisches Projekt seines Blattes voll in die Hose geht – wie zum Beispiel anlässlich der Trump-Wahl – neigt er zu überraschenden Aktionen. Als Antwort auf das böse Amerika, gegen das er monatelang anschreiben ließ und das Trump gegen seinen ausdrücklichen Willen trotzdem mehrheitlich gewählt hatte, empfahl er damals den WeLT-Lesern, sie sollten jetzt aus Protest alle „schwuler“ werden. Die Steigerungsform von schwul nahm er später wieder zurück, als ihm wohl klar wurde, dass schwuler als schwul schlecht möglich ist und er Menschen mit dieser Lebensform keinen Gefallen tat.

Jetzt tritt er mit verschränkten Armen vor die WeLT-Leserschaft, selbstherrlich wie Claudia Roth, als diese anlässlich des Tages der Deutschen Einheit in Dresden vor die Demonstranten schritt, theatralisch zum Himmel blickte und ausrief: „Herr, lass Hirn regnen!“, und sich dann wunderte, dass niemand von den Menschen, die sie eben beleidigt hatte, mit ihr reden wollte.

 

Poschardt hat in den vergangenen Monaten keine Gelegenheit ausgelassen, der AfD in unfairster Weise ans Bein zu treten und ihr den Weg in den Bundestag zu verwehren. Das war unjournalistisch und unprofessionell. Aber natürlich ist ihm bewusst, dass sein Gehalt auch von AfD-Abonnenten finanziert wird. Und die gilt es nun zu umschmeicheln und bei der Stange zu halten.  Er vermutet sogar, dass die große Mehrheit der AfD-Wähler keine Nazis sind. Na, so was. So ganz sicher ist er sich allerdings nicht. Deshalb bittet er diese Leser auf die Chat-Couch, um Genaueres zu erfahren. Vielleicht gelingt es ihm ja, so scheint er zu glauben, den einen oder anderen auf den Weg der Tugend zu bringen. Seine Tugend selbstverständlich.

Über 600 WeLT-online-Leser machten aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Manche dürften sich fragen, was es wert war. Denn nach gut anderthalb Stunden war der Chat plötzlich zu Ende. Siehe hier:

Welt Community Moderator

Liebe Nutzer, der LIVE-Chat mit WELT-Chefredakteur Ulf Poschardt ist beendet. Wir bedanken uns für die vielen Fragen und wünschen Ihnen noch eine schönen Tag!

In den Genuss einer Antwort des Chefredakteurs kamen nur sehr wenige Kommentatoren. Zum Beispiel hier:

Ulf Poschardt, Chefredakteur

Wir zensieren gar nichts, aber bestehen auf einem kultivierten, zivilisierten Umgang gerade hier in den Foren. Ich möchte, dass es im Zweifel noch zivilisierter zugeht als bisher. Ohne jedes Spurenelement von Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit. Und wenn Sie unsere ordentliche Arbeit anzweifeln ist das Ihre Sache, aber es ist eben auch eine Unterstellung. Hier gibt es keine Märchen.

Was passiert jetzt? Ist Poschardt schlauer geworden, verarbeitet er die Antworten in einem Buch, konvertiert er gar zur AfD?  Wir wissen es nicht. Anbei eine Auswahl besonders kritischer Beiträge:

Lena R.
Herr Poschardt, zunächst belegen Sie bitte die Aussage, die AfD sei rechtsextrem.

Otto Normalo
An die Journalisten/ Redakteure/ Zensoren der WELT: Ausdrücklich sei gesagt: Ich habe nicht die AfD gewählt! Obwohl diese Partei eine logische Entwicklung auf massive Fehlentscheidungen der Regierenden der letzten Jahre ist. Nicht nur in der Flüchtlingspolitik. Dass sie jetzt aber auf einmal bei den AfD- Wählern anbiedern wollen, ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Ich nehme ihnen diesen „Sinneswandel“ nicht ab.

Dennis N.
Ach Herr Poschardt! Meinen Sie es wirklich ernst? Schauen Sie sich ganz selbstkritisch und reflektiert Ihre eigenen Kommentare der letzten Monate zur AfD an und die Berichterstattung Ihrer Redaktion. Hetze, Diffamierung, Halbwahrheiten, Schmierenjournalisnus unter BILD Niveau um ja kurz vor der Wahl Fr. Weidel zu schaden. Jetzt wollen Sie also „reden“?

Hutzi B.
Mob/SPD, Pack/SPD, Nazi/Grüne, Dunkeldeutsche/CDU, Parasit/SPD, Mischpoke/Grüne … Einwanderung von über einer Million Flüchtlingen und niemand wurde dazu befragt! Es gab eine Zeit, da wollte ich darüber reden. Nun sind sie aber mal alle da …

Peter L.
Interessant, dass Sie nun „mal reden“ wollen. Mein Grund, die AfD zu wählen? Die einzige Partei, welche die Massenzuwanderung in das deutsche Sozialsystem stoppen will – und bereit ist, ausreisepflichtige Ausländer auch abzuschieben.

Peter M.
Liebe Welt, worüber wollt ihr Reden? Über euer dauerndes AfD Bashing, die Zensur von 80% meiner Kommentare? Das ist kein Dialog, sondern ein Tribunal um AfD Wähler zu verunsichern.

Ulf Poschardt, Chefredakteur
Nein. ist es nicht. Wer anständig kommentiert, hat hier kein Problem auf unserer Seite.

Franz M.
Lieber Herr Poschardt, mit jemandem diskutieren kann man nur, wenn diese Person unvoreingenommen ist. Da Sie ganz offensichtlich die FDP präferieren und aus ihrer Sicht die AFD Wähler zurückgewonnen werden müssen, fehlt die Diskussionsgrundlage. Umgekehrt könnte man es so formulieren: Erwarten Sie nach dieser Diskussion, dass Sie von der FDP zur AFD wechseln?

Erwin H.
Also wenn man mit diesen AFDlern lange genug redet, z.B. im Dialogforum, dann kommen die irgendwann zur Vernunft? So interpretiere ich den letzte Satz.

Hans-Jürgen B.
Hätte gerne im Vorfeld diskutiert, leider löschten Sie (fast) alles, was Kritik beinhaltete. Nun habe ich keinen Bock mehr – communication breakdown.

Hans P.
Witzig, daß Sie’s erwähnen. Viele Ihrer Leser haben das in den letzten Monaten immer und immer wieder versucht. Aber irgendwie sitzt bei Ihnen eine kleine Gruppe Teufelchen in der Redaktion, die nach völlig unerklärlichen Parametern Beiträge in den Foren löschen. Und dann schauen Sie sich mal die Berichterstattung (auch Ihres Blattes) zur AfD an. Was haben einige Ihrer Redakteure nicht alles geschrieben, das mit der Lebenswirklichkeit der Menschen nur peripher zu tun hatte. Wo war die scharfe Kritik an der Politik der Groko? Wie wurde über die AfD berichtet? Ja, auch Ihr habt sie überhaupt erst zur Protestpartei aufgebaut und somit zum Sammelbecken der besorgten und unzufriedenen Bürger gemacht. Und jetzt fragt Ihr entsetzt, wie konnte dieses Wahlergebnis zustandekommen?

Ronald E.
Jetzt ist es soweit. Die AfD sitzt im Bundestag und auf einmal will man mit dem AfD Wähler reden, versucht ihn zu verstehen…. Warum jetzt erst??? Warum?

Tim T.
Achso läuft hier der Hase: das soll jetzt also ein Therapiegespräch für die ganzen Dummen Nazi Wähler werden die sich gestern doch glatt gewagt haben, ihr Recht war zu nehmen. Vielen Dank auch, ich verzichte Herr Chefredakteur.




NDR-Moderatorin Liane Koßmann.

Gravierender Konzentrationsfehler beim NDR

Von ALSTER | Wer heute Morgen das Radio eingeschaltet hat und bei NDR-Info das Interview der Moderatorin Liane Koßmann mit dem AfD-Politiker Leif-Erik Holm hörte, der hat sich vor Schreck nicht nur am Kaffee verschluckt. Im Interview ging es darum, wie sich die AfD im Bundestag verhalten würde. Die Dame zitierte Alexander Gauland und behauptete, Gauland habe gefordert, „man müsse beispielsweise Adolf Hitler in Deutschland wieder ehren können“. Leif-Erik Holm protestierte vehement, das habe Gauland nie gesagt und forderte einen Fakten-Check. Darauf entschuldigte sich Koßmann immerhin.

Da haben sicher etliche Hörer erschreckt beim NDR nachgefragt, denn beim Angebot des „NDR Info im Dialog“ nahm Politik-Chef Adrian Feuerbacher Stellung und entschuldigte sich. Auf die Frage, wie das denn passieren konnte, antwortete Feuerbacher: „Eine wirklich gute Erklärung kann ich Ihnen in Wahrheit nicht geben. Unsere Kollegin hat sich in dem Moment nicht richtig konzentriert und hatte das korrekte Zitat in diesem Live-Interview nicht parat… Menschen machen Fehler…“

Wir könnten schon einige mögliche Erklärungen liefern, schließlich ist es für Moderatoren und Journaillen linker Sender nicht so einfach, täglich eingebläute Ansichten auszublenden – so spricht man wohl in den linken Redaktionsstuben beim Kaffeeklatsch über Nichtlinke. Die Moderatorin Liane Koßmann ist bei NDR Info regelmäßig in der Morgensendung zwischen 6 und 9 Uhr zu hören. Neugierig sein, die richtigen Fragen stellen – das macht Liane Koßmann Spaß. Die Entschuldigung wurde im weiteren Radioprogramm nicht gesendet.
Wir können die Richtigstellung hier hören.




Video: Pegida-Dresden vom 25.9.2017 mit Michael Stürzenberger

Auch wenn die wichtigste Wahl der vergangenen Jahre nun geschlagen ist, die Situation im Land ist kritisch und ein Ende ist nicht in Sicht. Deshalb heisst es auch weiterhin für alle, denen Deutschland am Herzen liegt: Auf die Straße! Pegida bietet um 18.30 Uhr am Dresdener Neumarkt an der Frauenkirche dafür wieder einen Rahmen. Mit dabei ist heute u.a. PI-NEWS-Autor Michael Stürzenberger. Den Livestream gibt es wie immer hier bei uns.




Wer wird den Judaslohn erhalten?

Von MICHAEL KLONOVSKY | Dass Frauke Petry heute mit einer gewissen trotzigen Theatralik aus der Bundespressekonferenz desertierte, ist wenig überraschend für jemanden, der das ambivalente Vergnügen hatte, für sie zu arbeiten. Ihr Verhalten gleicht dem eines Kindes, das den anderen das Spielzeug vor die Füße schmeißt, weil die nicht nach seiner Pfeife tanzen wollen. Frau Petry ist aber nicht nur eine trotzige, sondern auch eine intelligente Frau, also fingiert sie ehrenwerte Gründe für ihr Verhalten, das tatsächlich, ich schwöre es auf den Koran, außer Strebertum und Eigennutz keine Kriterien kennt. In der Zeit, in welcher ich als ihr Berater arbeitete, stieß jeder meiner Vorschläge, Konflikte mit anderen Führungskräften der Partei lieber zu moderieren statt voranzutreiben, bei ihr auf taube Ohren. Und sämtliche Parteifreunde, die ihr nicht bedingungslose Gefolgschaft schworen, fielen unter die Kategorien „unzuverlässig“, „Dummkopf“ oder „Feind“; der Bundesvorstand praktisch komplett unter Letztere.

Überall in der AfD sind in jüngster Zeit unter dem Namen „Alternative Mitte“ (AM) Gruppen entstanden, die bürgerlich-realpolitische Positionen vertreten und einer „Rechtsdrift“ der Partei, welche herbeizubeschwören der mediale Klagechor seit Monaten nicht müde wird, gegensteuern wollen. Das ist legitim, wie ich persönlich finde auch vernünftig, und gegen die Positionen der AM ist wenig einzuwenden – wohl aber dagegen, dass Frau Petry und ihr Ehemann Marcus Pretzell (Betonung bitte auf dem zweiten e) der Öffentlichkeit einzureden versuchen, sie – ich meine buchstäblich sie beide, und die beiden sehen das auch so – verträten die gute, solide, koalitionsfähige, verfassungs- und rechtstreue AfD; bürgerliche politische Inhalte seien identisch mit ihren durchaus windigen Personen, und wer nicht auf ihrer Seite stehe, sei mindestens rechtsradikal. Aber alle wichtigen Themen, alle guten Konzepte der AfD existieren vollkommen unabhängig von Petry & Pretzell. Sie existieren sogar ganz ohne sie.

„Ich bekenne mich vollständig zu den Idealen der AM“, erklärte der Partei-Idealist Pretzell vor kurzem; offenbar ging niemandem die Komik dieses Bekenntnisses von Seiten eines Mannes auf, der als Intrigant und politischer Spieler verrufen ist, dessen Firma im amtlichen Schuldnerverzeichnis landete, der zweimal Vermögensauskunft (vulgo Offenbarungseid) verweigerte, dem seine Anwaltszulassung entzogen wurde, der munter Verträge bricht und Angestellten das Gehalt nicht zahlt. Überhaupt ist es hochgradig skurril, wie sich zwei im bürgerlichen Leben Heimatlose als bürgerliche Alternative verkaufen wollen.

Das fidele Duo Petry-Pretzell wird, da es einzig aus Eigennutz handelt, ohne mit der Wimper zu zucken die Spaltung der AfD vorantreiben, und zwar frei nach Adenauer: Lieber die Viertelpartei ganz als die ganze Partei zu einem Viertel! Lieber reißen sie sich einen Bruchteil unter den Nagel und ruinieren das Ganze, als sich in die Rolle als Teil eines Ganzen zu fügen. Aber wer in einer Wagenburg putscht, arbeitet objektiv – und wer weiß, wie sonst noch – für den Gegner. Wer hat das größte Interesse an einer gespaltenen AfD? Wer wird sich nach einer möglichen Neuwahl brüsten, den „rechtspopulistischen Spuk“ aus dem Parlament vertrieben zu haben? Und wer wird den Judaslohn erhalten?

Es sollte sich noch mehr herumsprechen, welche Filous sich da als gemäßigte Realpolitiker spreizen und von ein paar Gutgläubigen beziehungsweise Allzutreuen bei der gottlob keineswegs alternativlosen Eigensanierung unterstützt werden.

(Zuerst erschienen auf der Facebookseite von Michael Klonovsky)




Pyrrhos lässt grüßen

Von YORCK TOMKYLE | Merkel hat gewonnen. Erneut hat sie ihr Ziel, den persönlichen Machterhalt um jeden Preis, erreicht und darf als Bonbon nun auch den letzten ihrer innerparteilichen Widersacher abräumen: Horst Seehofer ist nach dem Wahldesaster der CSU, die vor allem in ihren oberbayerischen Stammlanden treue Wähler verloren hat, politisch ein toter Mann. Wenn die CSU auch nur ansatzweise eine Chance haben will, die Landtagswahlen im nächsten Jahr in gewohnter Weise zu gewinnen, bleibt ihr gar nichts anderes übrig, als den flotten Horst, der den bayerischen Löwen zum Bettvorleger der Kanzlerin gemacht hat, schleunigst zu entsorgen. Eine Trophäe mehr, die sich die Pattex-Kanzlerin in Berlin an die Wand hängen kann.

Man sollte meinen, dass das Wahlergebnis auch ihre Position geschwächt hat – allein: wer sollte ihr gefährlich werden? Sie hat neben vielen klugen Köpfen ganze Parteien entsorgt oder an die Wand gedrückt, bis sie schließlich sogar gegen das eigene Volk Politik machte und selbst dann noch – wenn auch mit Blessuren – erfolgreich war. In einer Partei, die nur noch aus Duckmäusern besteht, ist das eine ausreichende Qualifikation, um unangefochten die Nummer eins zu bleiben.

Das ist die eine Seite der Medaille.

Die andere hat viel mit dem König zu tun, der Pyrrhos hieß und sich schließlich gegen eine junge aufstrebende Macht zu Tode siegte. „Noch so ein Sieg und wir sind verloren!“ raunte er nach dem Sieg in der Schlacht bei Asculum seinen Vertrauten zu. Er sollte Recht behalten: seine Armee wurde in dieser Schlacht derart geschwächt, dass er schließlich den Pyrrhischen Krieg gegen die Römer verlor.

Und genau das droht nun der Wahlsiegerin in Berlin. Der Koalitionspartner geht, in der Regierungszeit von ihr auf Zwergenformat gestutzt, von der Fahne, um nicht noch mehr Truppen zu verlieren. Auf den treuen Alliierten in Bayern – den wichtigsten Verbündeten – wartet nächstes Jahr die nächste Schlacht. Um diese zu bestehen, muss er zwingend die Marschrichtung ändern. Diese wird mit der Richtung, die die potentiellen neuen Koalitionspartner in Berlin einschlagen wollen, in keiner Weise kompatibel sein, wenn die Bayern nicht 2018 eine Niederlage in epischen Ausmaßen erleiden möchten.

Aber auch die beiden neuen Gäste an Merkels Katzentisch sind sich nicht grün. Um eine kampffähige Einheit zu bilden, müssten Merkels Koalitionstruppen in spe derart viele Positionen über Bord werfen, dass absehbar ist, wer die nächsten Plätze an ihrer Trophäenwand besetzen würde. Wenn dies geschieht, gibt es das Larifari-Weiter-so einer fußkranken Armee auf tönernen Säulen, die in den folgenden Schlachten das Schicksal der Molosser teilen wird.

Allein: was ist die Alternative für die Füchsin in Berlin? Es gibt keine. Das Schicksal des Pyrrhos wartet auf sie – und auf alle, die ihr jetzt noch die Treue schwören.




Raad Salam Naaman

Islam: Doch, ICH habe Angst…

Zu Hunderttausenden gingen die Spanier auf die Straße, um die brutalen dschihadistischen Attentate in Barcelona und in Cambrils zu verurteilen, um zum Ausdruck zu bringen, dass sie keine Angst vor dem Terrorismus haben und um kundzutun, dass die Gewalt ihren Lebensstil in Frieden, Freiheit und Demokratie nicht ändern wird.

Ich finde es sehr gut, dass die Massen aufstehen und dem Terror und Schrecken des Islam entgegentreten. Seit nahezu vierzig Jahren studiere und erforsche ich den muslimischen Glauben.

Die arabische, islamische Kultur ist Teil meiner eigenen Kultur, da ich in ihr geboren und mit ihr aufgewachsen bin. Ich kenne den Islam und die Muslime sehr gut und genau deshalb habe ich für meinen Teil sehr wohl Angst… weil ich in meinem derzeitigen Land Spanien, das ich so sehr liebe, nicht das erleben möchte, was ich im Land meiner Geburt, im Irak erleben musste.

Wo findet man diese Angst?

An den Flughäfen, wo die Sicherheitskontrollen die Erwartungen der Passagiere übertreffen und sich lange Schlangen bilden; in den Straßen, wo Poller errichtet werden (trotz der anfänglichen Ablehnung), in Menschenmassen, bei Sportereignissen, in Zügen, Bussen, Kinos, Theatern, Bars, Diskotheken, Parks, Restaurants etc., wo die Bürger genau wegen dieser Angst den Kontrollmaßnahmen gegenüber positiv gestimmt sind.

Die Welt ist nicht mehr dieselbe, wir leben nicht in einer sicheren Welt, wie wir uns nach dem Fall der Berliner Mauer und nach dem Ende des Kalten Krieges erhofft hatten. Die Epoche des Friedens, die einige Analysten vorhergesehen hatten, ist nicht angebrochen. Was jedoch nach der Mauer kam, war nicht der Frieden, sondern eine schlummernde Gefahr, die der gesamte Okzident vergessen hatte: Die Gefahr des Islam und seines Milieus, das die neuen Freiheiten ausnutzt mit der Absicht, anderen seine religiösen Vorstellungen aufzuzwingen, wodurch der Heiße Krieg ausgelöst wurde. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts gibt es ein neues zu berücksichtigendes Element, und zwar die wahllosen Attentate, die durch maßlose Subjekte aus dem arabisch-islamischen Kulturraum verübt werden.

Der Islam hat nicht mehr als ein Gesicht, nämlich das des Hasses gegenüber allem Jüdisch-Christlichem und der westlichen Zivilisation, und sein Streben ähnelt dem der Nazis, nämlich die Welt unter dem Gesetz des Islam zu beherrschen und einen globalen islamischen Staat unter der Führung eines Kalifen auszurufen. Mit schöner Regelmäßigkeit gefallen sich die Kommunikationsmedien und die selbsternannten „Experten“ bei jedem islamistischen Attentat ganz gleich in welchem Land darin, die Geopolitik, den Islamischen Staat, den islamischen Fanatismus etc. zu analysieren, und ignorieren dabei oder kennen nicht einmal die Grundlagen, die Theologie und die Quellen des islamischen Rechts: Den Koran und die Sunna, die die Grundlage für den Dschihadismus, den islamischen Fundamentalismus und die Triebfeder dieser Selbstmordattentäter bilden.

Wir dürfen uns nicht täuschen lassen und müssen die Wahrheit aussprechen, die Dinge beim Namen nennen. Die große terroristische Bedrohung in der Welt ist nicht der ehemalige Imam von Ripoll, AbdulBaqi Al-Satti, um den sich die Untersuchungen der Attentate in Katalonien drehen, es ist nicht der ISIS, nicht Al Nusra, nicht al Kaida, nicht Boko Haram, nicht Al Shabab etc. Wir müssen der Sache auf den Grund gehen, die Hauptschuld an all diesen Attentaten trägt der ISLAM selbst.

Die westliche Welt weiß sehr wenig über die zweitgrößte Religion der Welt, den „Islam“. Naiv angesichts seiner Absichten und in Unkenntnis seiner Geschichte wankt sie vor der Gefahr des Islam. Zu denselben Wurzeln des Islam gehört die militärische Eroberung. Die Gegenwart von heute und die Zukunft speisen sich aus dieser Wurzel. Der Islam wurde seit seinen allerersten Anfängen „mit scharfem Schwert“ verbreitet. Die Geschichte des Islam quillt über vor Gewalt und Krieg, von seiner Entstehung bis zum heutigen Tag. Als die Mauren in Spanien einfielen, dauerte es sieben Jahrhunderte, bis sie vertrieben wurden. Die osmanischen Türken massakrierten in den Jahren 1915-1916 über zwei Millionen Armenier, ein Fakt, der von vielen Menschen in der westlichen Welt noch immer ignoriert wird. Im Sudan das Gleiche, über zwei Millionen Christen wurden ausgelöscht und noch viele mehr als Sklaven verkauft. In Indonesien töteten die Muslime von 1975 bis heute über 300.000 Katholiken. Der Völkermord und die aktuelle Christenverfolgung im Irak, im Iran, in Ägypten, Pakistan, Nigeria etc. im Namen des Islam und der Muslime schreien überall nach Gerechtigkeit. Die Muslime machen nicht mit bei dem Spiel „Leg dich nicht mit uns an, und wir legen uns nicht mit dir an“. Es geht gegen ihre Religion.

Ein Buch voller Gewalt, Hass und Diskriminierung

Der Koran, das heilige Buch der Muslime, ist ein Buch voller Gewalt, Hass und Diskriminierung. Der Koran und seine Verse sind verantwortlich für den ganzen Terrorismus, von den Anfängen des Islam bis in die heutige Zeit. Der Koran selbst treibt seine Anhänger in einen bewaffneten Kampf für ihren Glauben, um die Vorschriften Allahs zu befolgen, in einen Kampf, der auch als Dschihad oder Heiliger Krieg bezeichnet wird. Es gibt zweihundertfünf Suren im Koran, die Gewalt und Gemetzel befehlen, was in keiner anderen Religion und in einer zivilisierten Welt nicht gestattet ist.

Der Dschihad teilt die Welt in zwei Teile: diejenigen, die wir in Frieden leben wollen, und den Islam, der Krieg und Eroberung will, bis sich die gesamte Welt dem Islam unterworfen hat (Sure 9:33):

ER ist es, der uns seinen Gesandten schickte, um uns zu leiten und uns die rechte Religion zu bringen, damit sie über jede andere Religion obsiege, zum Verdruss der Götzenanbeter.

Der Islam und die Muslime wollen die Macht erobern und den weltweiten Einfluss der „Nazarener und Kreuzfahrer“, wie sie uns Christen und Bewohner der westlichen Welt bezeichnen, brechen. Für diese Fundamentalisten ist die Verkündigung eines anderen Glaubens als dem Islam eine Sünde, der Laizismus ist Gotteslästerung, die Trennung von Religion und Staat ist Ketzerei, die Gleichheit der Geschlechter widernatürlich und der Fortschritt eine Herausforderung der göttlichen Ordnung und des Willens des allmächtigen Allah. Die Muslime haben keine Schuldgefühle, wenn Ungläubige abgeschlachtet werden. Der Koran gibt ihnen das gute Gefühl, nichts Schlechtes zu tun, wenn sie Ungläubige töten. Deshalb benutzt Allah nur ihre Hände, um die Ungläubigen zu töten (Sure 8:17):

Nicht ihr habt sie getötet, sondern Allah hat sie getötet. Als du schossest, schossest nicht du, sondern Allah schoss, damit die Gläubigen seiner Güte gewahr werden. Allah hört alles, weiß alles.

All dies erklärt, weshalb die islamistischen Attentäter keine Reue über ihre Morde empfinden. Alle Muslime, alle, die an den Koran glauben, haben dieselbe Denkweise. Es gibt nicht zwei Arten von Muslimen und es gibt keine gemäßigten Muslime und erst recht keine gemäßigten Imame. Ein Muslim im engeren Sinne ist immer nur ein Muslim, der die Anweisungen und Lehrsätze des Koran befolgt. Die westlichen Regierungen nehmen diese gewalttätigen Verse im Koran nicht ernst, da sie mit ihrer westlichen, traditionell christlichen Denkweise an die Dinge herangehen. Dennoch zweifeln die Muslime in keinster Weise an den Worten des Koran, die direkt von Allah kommen und zu befolgen sind. Obacht, denn auch dank unserer laschen Gesetze gegen den islamischen Terrorismus, der Zunahme der Migration und der islamischen Geburtenrate im Vergleich zur Kinderarmut der einheimischen westlichen Bevölkerung, der Abtreibung, der gleichgeschlechtlichen Ehen, dem Gay pride, der Rastlosigkeit und der Unkenntnis des Islam und seiner Institutionen wird uns der Islam überrollen und in nicht allzu ferner Zukunft beherrschen.

Der Islam und die Muslime sind dabei, Spanien zu erobern

Das verlorene arabische Al-Andalus sehen sie als ihr Land an, da dem Islam und den Muslimen zufolge einmal für den Islam erobertes Land für immer islamisches Land ist. Aufgrund seiner Zerstrittenheit wurde Spanien im 7. Jahrhundert erobert, es bestand aus einem Königreich ohne Ordnung und ohne Zusammenhalt. Davon profitierten die Muslime acht Jahrhunderte lang. Etwas ganz Ähnliches geschieht heute in Spanien mit den 17 unnötigen Autonomiegebieten und dem Wunsch der katalanischen Regierung nach Unabhängigkeit um jeden Preis. Die Muslime erinnern sich natürlich an die damalige Uneinigkeit, dieselbe wie sie heute herrscht, und die von vielen Politikern befeuert wird. Der Islam und die Muslime nutzen die derzeitige Uneinigkeit Spaniens aus, reiben sich die Hände, lachen und bereiten sich auf ihre zweite Invasion vor, unter der Nachgiebigkeit der Politiker von schwachem Format, komplexbeladen und argwöhnisch, wenn die Dinge beim Namen genannt werden.

Manche Politiker wagen es, Spanien als „Staat der Staaten“ oder „Nation der Nationen“ zu bezeichnen, ohne die genaue Bedeutung dieser Begriffe erklären oder darlegen zu können. Andere leben dank der Finanzierung islamischer, revolutionärer und totalitärer Regime und ihre Ziele decken sich mit denen des Islam, nämlich die christliche Tradition und die Einheit Spaniens zu zerstören.

Spanier! Lassen wir uns nicht täuschen… Spanien ist ein Staat… eine Nation… Katalanen, Galicier, Andalusier, Basken etc., die wir uns als Spanier fühlen… wir sind alle eins… gemeinsam werden wir unseren größten Feind besiegen… DEN ISLAM.

Gott segne und schütze uns alle, vor allem unser Vaterland Spanien, vor den Ruchlosen.

Raad Salam Naaman
Chaldäisch-katholischer Christ mesopotamischer Herkunft
Spanischer Staatsbürger von Herzen und aus Ehrgefühl

(Zuerst erschienen auf ReligionenLibertad; Übersetzung von Baerbelchen)


Raad Salam Naaman wurde 1959 in Mosul geboren, ist Philologe und Schriftsteller und lebt in Spanien. Er wuchs bei einer christlich-katholischen Familie auf, studierte Arabisch und Islamwissenschaft an der Universität Basra. In seiner Jugend wurde er vom irakischen Militär eingezogen, erlebte da die Irakkriege und den ersten Golfkrieg. Seine Familie wurde Opfer der Christenverfolgung (alle 25 Mitglieder wurden getötet). Seit 1991 lebt er in Spanien und ist seit 1999 spanischer Staatsbürger.




Björn Höcke bei seiner berühmten Dresdner Rede im Watzke.

Höckes Prophezeiung

Von MPIG | Der Abgang von Petry wird nicht der letzte Verlust der noch so jungen Bundestagsfraktion der AfD gewesen sein, vermutlich werden letztlich kaum mehr als 50 Aufrechte in der Fraktion verbleiben. Diese Erfahrungen hat Björn Höcke bereits in seiner Thüringer Fraktion sammeln dürfen, in anderen Landesgruppen spielten sich ähnliche Szenen ab und nicht selten war auch die Parteivorsitzende Frauke Petry befeuerndes Element in der ein oder anderen Auseinandersetzung.

Nun tritt keine 24 Stunden nach Veröffentlichung der ersten Wahlergebnisse die Parteichefin aus der noch nicht konstituierten AfD-Fraktion aus, nicht aus der Partei und nicht aus dem Bundestag. Damit erfüllt sie die Voraussagungen von FORSA-Chef Güllner, der sonst doch immer so meilenweit daneben liegt. Kann das Zufall sein?

Im Kern der Sache trifft es aber den elementaren Bestandteil der berühmten „Dresdner Rede“ von Björn Höcke. Nein, nicht wegen dem „Denkmal der Schande“ ist er ins Zentrum der Attacke geraten, das war nur der Vorwand zum Eklat, sondern wegen seine Analyse zu den charakterlosen Karrieristen, von der unsere Politik heute zersetzt ist.

Zitat:

Wir müssen immer bedenken: Mit Bernd Lucke sind nicht alle die gegangen, die ihren Frieden mit der Rolle eines Juniorpartners in einer zukünftigen Koalition mit einer Altpartei gemacht haben. Manche von ihnen, manche von diesen Luckisten, sind geblieben. Das sind die, die keine innere Haltung besitzen, die Establishment sind und Establishment bleiben wollen oder so schnell wie möglich zum Establishment gehören wollen. Und, liebe Freunde,…

[Applaus]

…nicht wenige von diesen Typen drängen jetzt gerade in diesen Wochen und Monaten als Bundestagskandidaten auf die Listen oder als Direktkandidaten in den Wahlkreisen entsprechend nach vorne. Und nicht wenige werden – das muss man leider annehmen – ganz schnell vom parlamentarischen Glanz und Glamour der Hauptstadt fasziniert werden. Und nicht wenige werden sich ganz schnell sehr wohl fühlen bei den Frei-Fressen- und Frei-Saufen-Veranstaltungen der Lobbyisten.

[Applaus]

Und nicht wenige werden nach relativ kurzer Zeit nur eins wollen: Dass es für sie so lange so bleiben wird wie es dann sein wird. Liebe Freunde, ich will das nicht.

[Applaus]

Ich will Veränderung, ich will eine grundsätzliche Veränderung, ich will die AfD als letzte evolutionäre Chance für unser Vaterland erhalten. Ich will, dass wir diesen Halben einen Strich durch die Rechnung machen. Wir wollen das, denn wir wissen: Es gibt keine Alternative im Etablierten.

Das ist die Kampfansage an die heutige Politik. Das ist der Zukunftsweg für unser Land. Das ist der Maßstab, an dem sich unsere Politiker messen lassen müssen!




Frauke Petry verlässt nach ihrem inszenierten Abgang das Gebäude der Bundespressekonferenz.

Petrys Abgang kommt zum günstigen Zeitpunkt

Von WOLFGANG HÜBNER | Der Auftritt des unglückseligen SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz am Abend des 24. September 2017 war der erste im gesamten Wahlkampf, der in Erinnerung bleiben dürfte. Denn mit einer Vehemenz, die Züge einer Selbsthypnose hatte, beschwor Schulz die Entschlossenheit seiner gedemütigten Partei, nun in die Opposition zu gehen. Es hatte höchsten Unterhaltungswert zu verfolgen, wie ihn die Vertreter von FDP und Grünen geradezu drängten, doch bitte an die sogenannte „staatspolitische Verantwortung“ zu denken. Mit anderen Worten: Martin, liefere du dich der Vampir-Raute aus – wir wollen das besser nicht riskieren.

Aber Martin ließ sich nicht erweichen. Mal sehen, was daraus wird. Jedenfalls, das konnten Millionen Fernsehzuschauer mitverfolgen, zeigte sich die CDU-Domina deutlich irritiert von der gegen sie gerichteten plötzlich so wilden Attacke des waidwunden SPD-Platzhirschs. Ansonsten gab sie sich Mühe, möglichst die hohen Verluste der Union zu ignorieren. Sie weiß die wirklich Mächtigen im Land nach wie vor hinter sich, das ist für sie wichtiger als ein paar verlorene Prozentpunkte. Und einen Feinripp-Macron wie Lindner sowie versorgungsbedürftige grüne Berufslose wird sie als Koalitionspartner nicht sonderlich fürchten müssen. Denn dazu fahren deren künftige Minister viel zu gerne im Dienstwagen oder benutzen die Flugbereitschaft für Lustreisen.

Am Tag danach muss Merkel etwas anderes echte Sorgen bereiten: Das miserable Ergebnis der CSU in Bayern. Ausgerechnet dort hat die AfD das beste Ergebnis in einem Bundesland der alten BRD erzielt! Das konnte der immer etwas verschnarcht wirkende CSU-Spitzenkandidat Herrmann so wenig wegwischen wie der deutsche Meister der nicht ernstgemeinten Ankündigungen, also Horst Seehofer.
Wenn die CSU ihre absolute Spitzenstellung in Bayern, wenngleich sicher mit Abstrichen, behaupten will, dann muss sie in den Koalitionsverhandlungen Positionen durchsetzen, die selbst von den verkommenen Grünen schwerlich akzeptiert werden können. Alles andere wäre politischer Selbstmord der CSU. Es kann also durchaus mit einer Taktik von Seehofer und Co. gerechnet werden, mittels eines gewollten Scheiterns der Koalitionsverhandlungen Neuwahlen zu erzwingen. Doch der Schuss kann auch böse nach hinten losgehen.

Es mag übrigens durchaus ein geheimes Kalkül der SPD sein, in Ruhe ein solches Scheitern abzuwarten, um sich zu einem höheren Preis doch noch als Retter vor dem Chaos als erneuter Partner der CDU anzubieten. Immerhin ist der Prozentabstand zwischen Union und SPD geringer als 2013, das sollte nicht ganz unbeachtet bleiben.

Die AfD kommt mit fast 100 Abgeordneten in den vom Parteienkartell selbstsüchtig aufgeblähten Bundestag. Das war zu erhoffen, aber nicht zu erwarten. Mit dieser hohen Zahl von Mandaten im höchsten politischen Gremium Deutschlands sind gleichermaßen Chancen wie Probleme verbunden. Die Gegner und Feinde der AfD, an denen es bekanntlich nicht mangelt, werden nichts unversucht lassen, die Fraktion zu isolieren und zu spalten.

Es wird des hohen Einsatzes und der ganzen Integrationskraft der künftigen Fraktionsführung bedürfen, um erhebliche Schäden im Zusammenhalt zu verhindern. Ganz ohne Turbulenzen wird es in den kommenden vier Jahren mit einiger Sicherheit nicht abgehen, doch das kann in einer noch so jungen, so schnell aufgestiegenen Partei auch nicht anders sein. Der theatralisch inszenierte Abgang von Frauke Petry bei der heutigen Pressekonferenz ist bedauerlich, aber geschieht zu einem günstigen Zeitpunkt, nämlich ganz am Anfang der Wahlperiode. Petry, da sollte sie sich nicht irren, ist in der AfD nun Geschichte, die Partei hingegen noch lange nicht.

Das beste Mittel gegen weitere äußere und innere Spaltungsversuche ist eine konzentrierte inhaltliche Arbeit und der Konsens über das strategische Ziel der AfD, nicht nur eine (rechte) Ergänzungspartei wie FDP, Grüne oder Linke, sondern die tatsächliche Volkspartei der Zukunft sein zu wollen.

In Mitteldeutschland ist die AfD diesem Ziel schon sehr nahe. Im Westen der Republik erscheint der Weg noch weit. Aber das kann sich schnell ändern, wenn sich äußere Umstände entwickeln, die selbst festgefügte Verhältnisse ins Wanken bringen können. Die Sonne der ökonomischen Konjunktur wird gewiss nicht ewig über Deutschland scheinen. Doch nur diese Sonne verhindert die Implosion des Parteienkartells, insbesondere den Zusammenbruch der völlig entleerten CDU.

Es gehört nicht viel Mut zu der Vorhersage: Die wichtigste Zeit einer freiheitlich-patriotischen Partei kommt erst noch!




Wählen wir bald schon wieder?

Von EUGEN PRINZ | Kleine Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen, meint böse der Volksmund. Was die Regierungsparteien in der Wahlnacht erhalten haben, fällt jedoch schon unter die Kategorie Vorschlaghammer.

Weit verbreitet war die Skepsis bezüglich der AfD. Den einen war sie zu radikal, die anderen trauten ihr nicht zu, irgendetwas ändern zu können. Jene knapp 13 Prozent der Deutschen, die dieser Partei das Vertrauen schenkten, genügten jedoch, um ein politisches Erdbeben auszulösen.

  • Die Christsozialen von Parteichef Horst Seehofer erlebten ein Debakel. Sie stürzen auf 38,5 Prozent ab – nach 49,3 Prozent vor vier Jahren. Der niedrigste Wert seit einem halben Jahrhundert.
  • Die Union insgesamt hat 2017 den größten Einbruch ihrer Geschichte mit einem Minus von mehr als acht Prozentpunkten erlitten. Nach 41,5 Prozent bei der Wahl 2013 liegt sie jetzt bei etwa 33 Prozent.
  • Auch die SPD ist bei einem Rekordtief von 20,7 Prozent angelangt.

Dieses Ergebnis lässt keinen Zweifel daran, dass die Regierungsparteien die Quittung dafür erhielten, ein blühendes Land mit der Brechstange zu ruinieren.

Dass jedes Volk mit einem gewissen Prozentsatz an pathologischen Traumtänzern und Verblendeten leben muss, zeigt die Tatsache, dass Linke und Grüne ihre Position halten konnten.

Wer mit wem, oder eher nicht?

Zweiter Wahlgewinner nach der AfD, die ihren Stimmenanteil, im Vergleich zur letzten Bundestagswahl, mehr als verdoppeln konnte, ist die FDP. Sie hatte das Glück, im letzten Bundestag nicht vertreten zu sein und somit nicht für die desaströse Politik der letzten vier Jahre zur Verantwortung gezogen zu werden.

Bei der SPD hat man erkannt, dass eine Koalition mit der Union nicht gut tut. Deshalb wurde bereits angekündigt, dass man in die Opposition gehen wolle. Bestimmt die richtige Entscheidung, wenn man 2021 nicht mit 15 Prozent aufschlagen will.

Die FDP wird sich gut überlegen, mit Merkel noch einmal zu koalieren. Die Erfahrungen von 2013, wo sie aus dem Bundestag katapultiert wurde, sind noch frisch. Da müsste die Union schon viel bieten, damit sich die Freien Demokraten gleich wieder mit dem Koalitionspartner-Killer Merkel ins Bett legen. Die FDP sollte sich überlegen, noch mal vier Jahre Opposition zu machen und den Stimmenanteil auszubauen, bevor sie sich mit Merkel …. man möchte schon fast sagen: besudelt.

Damit sind wir bei den Grünen. Trittin hat schon einen ganzen Forderungskatalog präsentiert, damit man überhaupt über eine Jamaika Koalition nachdenkt. Hier ein Entgegenkommen zu zeigen, wäre wiederum für die CSU tödlich, weil in Bayern 2018 Landtagswahlen sind und Seehofer jetzt weiß, „wo der Bartl den Most holt“, wie man in Bayern sagt. Seehofer muss jetzt scharf nach rechts abbiegen, wenn er von der AfD die konservativen Wähler, ohne die die CSU nicht überleben kann, bis zur Landtagswahl wieder zurückholen will. Habe ich Seehofer geschrieben? Das ist auch noch nicht heraus. Aus Kreisen des Konservativen Aufbruchs in der CSU habe ich vor einigen Monaten gehört, dass Söder für den Fall einer katastrophalen Wahlniederlage der CSU bei der Bundestagswahl schon in den Startlöchern stehen würde, offen den Machtkampf mit Seehofer zu suchen.

Denn eines steht fest: In Bayern glaubt dem Seehofer keiner mehr, wenn er was verspricht und man wird sich gut überlegen, ob man mit ihm noch mal antritt. Aber egal, wer bei der CSU das Sagen hat, wenn die Sondierungsgespräche für eine Jamaika-Koalition beginnen: Die Bedingungen der Grünen darf und wird die CSU nicht schlucken, sonst ist sie bei den Landtagswahlen 2018 weg vom Fenster. Und das wissen sie.

Deshalb würde es mich nicht wundern, wenn wir bald wieder an die Wahlurne gerufen werden würden. Und wer weiß, vielleicht hat dann auch die CDU schon einen neuen Kanzlerkandidaten und einen neuen Parteivorsitzenden. Und da soll noch einer sagen, die AfD kann nichts bewirken.




Eilmeldung: Petry verlässt AfD-Pressekonferenz – Fraktion ohne sie

Heute Morgen um 9 Uhr fand eine Pressekonferenz der AfD mit den Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland und den beiden Parteivorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen in Berlin statt. Mit Spannung wurde vor allem erwartet, wie sich Frauke Petry äußern wird, die ein paar Tage vor der Wahl massive Kritik am Kurs der AfD geübt hat und damit für viel Unmut innerhalb der Partei gesorgt hat. Frauke Petry hat die AfD-Pressekonferenz nach wenigen Minuten verlassen. Vorher hatte sie erwähnt, dass sie der neuen AfD-Fraktion im Bundestag nicht angehören wird.




Elefantenrunde: Meuthen stellt die Kanzlerin

Von LUPO | Zeitweise reagierten die Systemparteien des neugewählten Bundestages in der „Berliner Runde“ gestern Abend wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen. Zu tief saß noch die Enttäuschung über verlorene Wähler und nicht erreichte Plätze im Rennen um die Macht. Merkel, Schulz, Lindner und die anderen Protagonisten bemühten sich mit den Moderatoren deshalb nach Kräften, vom Wahldebakel abzulenken und sich ersatzweise an der AfD abzuarbeiten. Aber ein rhetorisch glänzend aufgelegter AfD-Bundesvorsitzender Jörg Meuthen ließ sie cool ins Leere laufen. Auch hier war die AfD Sieger nach Punkten und präsentierte sich als wirkungsvoller oppositioneller Hoffnungsträger für den neuen Bundestag.

Fakt ist: Die GroKo von CDU/CSU und SPD hat eine Klatsche von historischem Ausmaß erhalten und ist vom Wähler mit ziemlich schlechtesten Ergebnissen in ihrer Geschichte bestraft worden. Die kleineren künftig im Bundestag vertretenen Parteien gehören ebenfalls zu den klaren Verlierern, weil sie im Rennen um Platz drei unterlegen sind. Eindeutiger Sieger ist die AfD mit 12,6 Prozent auf dem dritten Platz. Im Osten Deutschlands platzierten sich die Alternativen sogar sensationell auf Platz zwei hinter der CDU.

Das desaströse Ergebnis für die Kanzlerin als politisch Hauptverantwortliche war noch lange kein Grund für die Pfarrerstochter, sich ein „mea culpa“ abzuringen. Sie sei vom Ergebnis „nicht enttäuscht“, erklärte sie den verdutzten Zuschauern zuhause an den Fernsehgeräten. Schließlich sei die Union ja stärkste Fraktion geworden und hätte den Auftrag zur Regierungsbildung. Das erinnerte denn doch stark an Altkanzler Schröder, als diesem in der Elefantenrunde bei der Wahl 2005 die Endorphine durchgingen und er absolut die Wählerabstrafung nicht realisieren wollte.

Realitätsverweigerung

Merkels Flapsigkeit konnte dennoch nicht die Kluft überspielen, die sich am gestrigen Wahlabend öffentlich zwischen den bisherigen Regierungspartnern CDU/CSU und SPD auftat. Wahlversager Schulz, noch ganz im Wahlkampfmodus, schlug verbal auf die Kanzlerin ein und redete damit auch die noch amtierende Große Koalition ohne Punkt und Komma schlecht. Schulz gab Merkel aufgrund ihrer Versäumnisse die Schuld am Erstarken der AfD, die in das von Merkel verursachte politische Vakuum gestoßen sei: „Sie sind die stärkste Verliererin“.  Kein Wort verlor der Mann aus Würselen darüber, dass ja seine eigenen Genossen kräftig am politischen Vakuum Anteil hatten.

Einer künftigen Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen prophezeite er, Deutschland „in eine Lähmung zu führen“. Die SPD werde dem eine harte Oppositionsarbeit entgegensetzen. Die Kanzlerin schaute ziemlich pikiert und war „traurig, dass die gemeinsame Arbeit jetzt so charakterisiert wird“. FDP-Parteichef Lindner führte Schulz wie einen Schuljungen vor mit der Bemerkung: „Mehr Redezeit für Schulz, damit er sich weiter um Kopf und Kragen reden kann.“ Und er setzte nach: „Das heißt, Sie nehmen eine schlechte Regierung in Kauf. Für eine solche Haltung hätte sich Helmut Schmidt geschämt.“ Da konnte die Kanzlerin nur noch süffisant lächeln.

Wie ein roter Regiefaden zog sich durch die Sendung, der AfD Krawall und Provokation „wie bisher“ im neuen Bundestag zu unterstellen. Nahezu jede Wortmeldung der Vertreter der Systemparteien war darauf angelegt, der AfD rassistische und demokratiefeindliche Inhalte zu attestieren. Immerhin unterblieben dieses Mal Nazi-Vorwürfe.

Meuthen bleibt gelassen

Jörg Meuthen widersprach und konterte, dass die AfD ihre konstruktive Mitarbeit bereits in den Landtagen unter Beweis gestellt habe. Krawall sei für die AfD keine Kategorie. Er beklagte den bisher mangelnden Diskurs über drängende Probleme und machte klar, dass die AfD  die Rechtsbrüche der Regierung im Rahmen der Migrations- und Europapolitik nicht auf sich beruhen lassen werde: „Da werden sich die jeweiligen Regierenden warm anziehen müssen“.

Wie die künftige Regierungskoalition aussehen wird, ob es sogar eine Minderheitsregierung geben könnte, das ließen die infrage kommenden Parteien weitgehend offen. Die FDP sei nicht zum Mitregieren verdammt, sagte Lindner, schon gar nicht lasse man sich durch die SPD in eine Regierung zwingen. Man sei aber bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Die Grünen scheinen nach 12-jähriger Opposition machtbewusster zu sein, wenn man Frau Göring-Eckardt richtig interpretiert. Die grüne Basis werde für ein Jamaika-Bündnis mitziehen, war sich die Spitzenkandidatin sicher, es sei Auftrag der Wähler, die AfD im Zaum zu halten.

Herrmann: Es wird wieder nur über AfD gesprochen

Einen schlechten Tag hatte CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann erwischt. Wenn die CSU jetzt „die rechte Flanke schließen“ wolle, gäbe es dann eine Obergrenze und würden AfD-Positionen übernommen? Herrmann konnte darauf keine klare Antwort geben und verhaspelte sich mit „spezifisch bayrischen“ Positionen. Überhaupt fiel der Bayer unangenehm auf, als er der Kanzlerin zweimal unnötig verbal zur Seite sprang und Merkel mit oberschlauen Bemerkungen toppte.

Obwohl sich die Moderatoren von ARD und ZDF bemühten, es den Vertretern der Systemparteien recht zu machen, fielen sie bei Schulz und Herrmann in Ungnade. Als der ZDF-Mann bei Schulz insistierte, ob die SPD denn nun die Koalition kurzfristig beenden wolle, reagierte Schulz gereizt: „Es reicht, wenn man im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ständig irgendwelche Lektionen bekommt“, und er ging  ZDF-Chefredakteur Frey direkt an, indem er ihm vorwarf, ihn bei anderer Gelegenheit  auch nicht habe ausreden lassen. Interessant zu sehen, wenn sich Systemmedien und Systempolitiker beharken.

CSU-Herrmann setzte noch eins drauf, indem er den beiden Chefredakteuren vorwarf, zugelassen zu haben, sich die meiste Zeit mit der AfD zu beschäftigen. Womit er nicht ganz Unrecht hatte. Allerdings nutzte Meuthen geschickt die ständigen Anwürfe von Ausländerfeindlichkeit, den Spieß umzudrehen und AfD-Positionen zu erläutern. Die AfD betreibe Politik für das deutsche Volk. Dazu gehörten auch Menschen mit Migrationshintergrund, die hier arbeiteten und die Gesetze achteten. Die AfD habe im Übrigen die stärksten Zahlen unter diesen Migranten, die hier bestens integriert lebten, und die selber nicht fassen könnten, was mit diesem Land passiere. Die AfD werde keine Ausländerfeindlichkeit dulden, sie habe diese aber auch nicht.

Und dann tütete Meuthen noch ein Hauptanliegen der AfD ein: Wenn Merkel sage, es sei alles rechtens im Rahmen der Flüchtlingspolitik gewesen, dann soll sie sich im neuen Bundestag einem Untersuchungsausschuss stellen. Merkel antwortete darauf, sie scheue sich vor keinem Untersuchungsausschuss.

Man darf gespannt sein.