Pfarrer Burkhard Hose, Vorsitzender der Diözesanleiterkonferenz des Katholischen Bibelwerks mit einem seiner zu "Schützenden".

„Ich pfeife auf ein Christliches Abendland“  

„Afghanen-Massenabschiebung“: Pfarrer Hose macht auf dicke Hose

Von MAX THOMA | „Weh euch Pharisäern, denn ihr sitzet gern obenan über Tisch und in den Schulen und habt es gern, dass ihr gegrüßet werdet auf dem Markt“: Der Würzburger Pfarrer Burkhard Hose, Vorsitzender der Diözesanleiterkonferenz des Katholischen Bibelwerks hat die jüngste „Massenabschiebung“ von vierzehn Afghanen nach Kabul schärfstens angeprangert.

In einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme schreibt Pfarrer Hose, 50, Träger des „Würzburger Friedenspreises 2014“ auf seiner Facebookseite:

Ich pfeife auf ein ‚christliches Abendland‘ mit Schulkreuzen an der Wand, Burkaverbot, mit all seinen christlichen Feiertagen und seiner behaupteten ‚Leitkultur‘, das Menschen bewusst in Lebensgefahr abschiebt oder zu Tausenden im Mittelmeer ertrinken lässt. Die Kreuze in den Gerichtssälen und Schulen würden von den Wänden fallen, wenn sie es könnten!

Diese Woche wurden von Leipzig aus einige wenige kriminelle, oder zumindest multi-kriminelle Afghanen grundgesetzmäßig in ihr Heimatland abgeschoben. Derzeit warten noch über 600.000 Illegale in Deutschland auf die rechtmäßige Abschiebung in ihre Herkunftsländer. Die Innenminister der Länder hatten sich im Juni darauf verständigt, dass „Gefährder, Straftäter und Ausreisepflichtige, die eine Mitwirkung bei der Feststellung der eigenen Identität verweigern, grundsätzlich auch nach Afghanistan“ abgeschoben werden könnten. Zudem habe das Auswärtige Amt erneut bestätigt, dass unter Berücksichtigung der „Umstände jedes Einzelfalls“ eine Abschiebung in bestimmte Regionen des Landes verantwortbar und möglich sei.

Dem widersprach der durch Steuergelder finanzierte linksorientierte „Bayerische Flüchtlingsrat“ jedoch energisch: Einer der Afghanen sei „kurz vor seiner (wievielten?) Hochzeit“ abgeschoben worden, ein anderer sei sogar „psychisch krank“. Ein psychiatrisches Gutachten habe schwere „Suizidgefahr“ attestiert. Pro Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt nannte die Abschiebungen am Tag der Konstituierung des Bundestages „eine verantwortungslose Verneigung vor Rechtspopulisten“.

Pfarrer Hose – das geht in die Hose für die Christenlämmer

In seinem Buch „Aufstehen für ein neues Wir“ zieht der katholische Theologe Hose eine sehr persönliche Bilanz seines Engagements in der Flüchtlingshilfe: Es sei „eine Bilanz, die Mut macht, sich auf die Menschen, die zu uns kommen, mit all ihren Stärken und Schwächen einzulassen“, denn es sei „Höchste Zeit für einen Aufstand der Anständigen“. Burkhard Hose prägten darin immer wieder Begegnungen mit geflüchteten Menschen. Er wisse um die Herausforderungen, aber auch die Chancen der Integration und worauf es ankommt, wenn es gelingen soll, ein „neues Miteinander“ zu finden. Dabei ist er sich sicher: Ein neues Wir kann es nur geben, wenn wir in einen intensiven Dialog eintreten – über alles, was uns heilig ist.

„’Aufstehen für ein neues Wir!‘ ist ein konsequentes Plädoyer für eine humane Gesellschaft mit offenen Grenzen.“ schreibt dazu das „Würzburger katholische Sonntagsblatt“.

Deutsche sterben für Afghanen, die sich „aus dem Staub“ machen

Nicht nur, dass die deutsche Bevölkerung in den letzten Jahren mit einem Übermaß an „Kraftanstrengungen“ Millionen Traumarisierter bis zur Selbst-Traumatisierung aufgenommen hat und derzeit noch vollumfänglich versorgt – die „kräftigen jungen gut Gebildeten“ fehlen auch beim Wiederaufbau ihres Heimatlandes, für das deutsche „Bürger in Uniform“ derzeit sprichwörtlich ihren Kopf hinhalten: Durch die ISAF-Friedenseinsätze der Bundeswehr in Afghanistan sind bislang 54 Soldaten (!) ums Leben gekommen.

Unsere Sicherheit muss bekanntermaßen „am Hindukusch verteidigt werden“ und die Bundesregierung beziffert die Kosten des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan in den vergangenen zehn Jahren auf 6,1 Milliarden Euro plus 1,7 Milliarden Euro für „Wiederaufbau und Entwicklung“. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) schätzt bei einem „realistischen Szenario“ die Kosten der deutschen Beteiligung auf 26–47 Milliarden Euro Steuergeld. Die weiteren „Unsicherheitsfaktoren“ seien dabei Folgekosten getöteter oder im Einsatz verletzter Soldaten, ihrer psychologischen Betreuung, die logistischen Kosten des Abzugs und im Einsatz zerstörtes oder beschädigtes Gerät, sowie Opportunitätskosten durch unterbliebene Erfolge oder Investitionen in anderen Bereichen der Bundeswehr.

Die „Diakonie Deutschland“ verhöhnt die Gefallenen

Die Presseerklärung der „Diakonie Deutschland“ ist dagegen eine schallende Ohrfeige für die getöteten Soldaten und deren Angehörige sowie die mittlerweile unzähligen Opfer von afghanischen Kriminellen in Deutschland:

Gerade auch wenn es sich bei den Abgeschobenen um Straftäter, so genannte Gefährder oder Menschen, die ihre Mitarbeit an der Identitätsfeststellung verweigern, handelte, dürfen diese Menschen nicht aus wahltaktischen Gründen einer Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt werden. Das ist auch mit unserem Verständnis eines Rechtsstaates, in dem auch Täter einen Anspruch auf Schutz haben, nicht vereinbar. Zudem werden alle in Deutschland lebenden Afghanen verunsichert. Die Angst vor Abschiebung führt zu extremer Verunsicherung und behindert massiv ihre Integration. Das ist eine integrationspolitische Achterbahnfahrt.

Die Diakonie Deutschland setzt nun wieder „Abschiebungsbeobachter*Innen bei den Massenabschiebungen“ auf deutschen Flughäfen ein, nachdem deren Finanzierung aus Steuermitteln diese Woche unbürokratisch geklärt wurde. Diese haben Zugang zu den Räumen, in denen sich Abzuschiebende aufhalten (Business Lounges, Senator Lounge, etc.). Die Abschiebungsbeobachter*Innen können „über die Inspektionsleitung intervenieren, wenn ihnen z.B. die Verhältnismäßigkeit der Mittel, welche die Behörden einsetzen, unangemessen erscheint“.

Begleitet wird die Arbeit der Abschiebungsbeobachterinnen durch das Forum Abschiebungsbeobachtung am Flughafen Frankfurt (FAFF). In dem Forum arbeiten Kirchen, Bundespolizei und Flüchtlings- und Menschenrechtsinitiativen zusammen, um die „Lage der Betroffenen zu verbessern“.

Dazu die Bibel:

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Becher und Schüsseln außen reinigt, innen aber sind sie voller Raub und Gier!

Dazu der Koran-Prophet Isa Ibn Maryam, einigen wenigen deutschen Katholiken noch in Erinnerung als „Jesus von Nazareth“:

„Denn wer sich selbst (moralisch) erhöht, der wird erniedrigt – und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht.“