Symbolbild.

Asylirrsinn im Alltag

Bauernmarkt – Wohin mit den diebischen Flüchtlingskindern?

Von EUGEN PRINZ | Wie wir alle wissen, wurden durch den Asyltsunami hauptsächlich junge, kräftige Männer in unser Land gespült, darunter nicht wenige gynäkologische Fachkräfte und Tranchierspezialisten. Auch von Sehnsucht nach dem Paradies erfüllte Kraftfahrer und Holzfäller, die einen Homo sapiens mit einer Blautanne gleichsetzen, wenn ihnen danach ist, waren darunter. „Ach“, ging der Stoßseufzer durch die Republik, „wenn halt mehr Kinder kämen, statt der jungen Männer“. Für einen bayerischen Weiler ging dieser Wunsch in Erfüllung. Das Dörfchen beherbergt eine syrische Familie mit sieben Kindern. Also alles gut? Mitnichten!

Journalisten sind dazu da, Missstände aufzudecken. Nicht selten kommt da ein Tipp aus der  Bevölkerung. So auch in diesem Fall. Bei dem Hinweisgeber handelt es sich um ein angesehenes, gut vernetztes Mitglied einer kleinen Gemeinde in Bayern.

Der Tipp kam per Whatsapp und sah so aus: „Der Flüchtlingsfamilie in der alten Schule … wurde gestern ein Hotel in der Kreisstadt bezahlt. Am Sonntag war Bauernmarkt  und die Bürgermeisterin hatte Angst, dass die Kinder klauen.“

Klaukinder werden evakuiert

Eine Flüchtlingsfamilie wird in ein Hotel verlegt, weil man Angst hat, dass die Kinder beim Bauernmarkt etwas mitgehen lassen?  Die müssen ja ziemlich aktiv sein, dass man zu solch drastischen Maßnahmen greift. Als bisherige Opfer der diebischen Rasselbande nannte der Hinweisgeber einen Handwerksmeister und den  örtlichen Ladenbesitzer.

Ersterer zeigte sich ebenso erbost wie auskunftsfreudig. „Die sind vogelwild, die Kinder!“, kam es wie aus der Pistole geschossen. Dann lieferte er auch gleich noch die Details: Im alten Schulhaus dieser Gemeinde wohnt im obersten Stock in einer abgeschlossenen Wohnung eine syrische Flüchtlingsfamilie: Vater, Mutter und sieben Kinder, sechs davon Jungen, das Mädchen ist die Jüngste.

Aha. Das sind knapp 1.500 Euro Kindergeld monatlich.

Der Handwerksmeister bestätigte ebenfalls die Information, dass die Familie während des Bauernmarktes verlegt worden sei. Ebenso wie der Hinweisgeber vermutete auch er ein Hotel in der Kreisstadt. Genaueres wisse die Gemeinderätin, die Vorsitzende des örtlichen Helferkreises.

Helferkreis? Das wird bestimmt ein nettes Gespräch. Lieber gleich mal den zu erwartenden Ausflüchten vorbauen und den Handwerker gründlich befragen:

Woher wissen Sie von der Verlegung?

„Ich habe mich mit der Frau M. darüber unterhalten.“

Wissen Sie, wo die Flüchtlingsfamilie während der Zeit des Bauernmarktes untergebracht war?

„Nein, aber das kann Ihnen die Frau M. sagen.“

War bei dem Gespräch ausdrücklich die Rede davon, dass die Verlegung der Familie aus dem Grund erfolgt, weil man befürchtet, dass die Kinder beim Bauernmarkt stehlen könnten?

„Ja natürlich, darum ging es ja.“

Damit war der Sack in dieser Hinsicht zu und die Luft für den „Helferkreis“ war dünner geworden, falls man sich dazu entschließen würde, mir die Story vom bunten Pferd aufzutischen.

Dann schilderte der Handwerksmeister noch seine eigenen Erfahrungen mit den „vogelwilden“ Kindern aus Syrien: Ende September führte er in dem von den Flüchtlingen bewohnten Anwesen Arbeiten durch. Er hatte seinen Kombi noch nicht einmal richtig vor dem Haus geparkt, als hinten schon die Heckklappe aufgerissen wurde und die Kinder damit begannen, das Fahrzeug auszuräumen.  Wer allerdings jetzt Hilfsbereitschaft vermutet, den muss ich enttäuschen. Vielmehr ist der Hintergrund ein noch ungeklärtes Verhältnis zu „mein“ und „dein“ seitens der Kinder.

Der Älteste machte sich flugs mit einem Akkuschrauber aus dem Staub, der Handwerker hinterher. Zeuge der ganzen Aktion war das Oberhaupt der syrischen Großfamilie. Der saß auf einem Stuhl im Garten und sah dem Vorfall mit stoischer Ruhe zu, ohne einen Finger zu rühren. Den rührte er auch nicht, als sein Ältester später in luftiger Höhe auf einem Balken balancierte.  Hoch genug für schwere Verletzungen bei einem Sturz. Über das zeigte sich der Handwerksmeister bei dem Gespräch besonders empört, denn trotz allem seien das halt Kinder.

Da stellt sich schon die Frage, woher die Passivität des Familienvaters in dieser gefährlichen Situation rührt. Weil er noch genügend andere Kinder hat, wenn sich eines das Genick bricht? Oder vielleicht: Was meinen Sohn nicht umbringt, macht ihn nur härter? Keine Ahnung…

Jedenfalls waren die Arbeiten in diesem Haus für den Handwerksmeister ziemlich stressig, zumal er ständig bei den Arbeiten seine Werkzeugtasche im Auge behalten musste.

Angst ein „Nazi“ zu sein, wenn man „was sagt“

Stressig wird es auch für die Inhaber eines Lebensmittelgeschäfts im Nachbardorf, wenn die Flüchtlingskinder zum „Einkaufen“ kommen. Da wäre man froh, wenn man am Samstag nach Geschäftsschluss seine Ruhe hätte, doch nicht mal das ist einem vergönnt. Denn jetzt ruft auch noch ein Journalist an, der sich über das Einkaufsverhalten der Flüchtlingskinder erkundigt.

Das „Oh Gott, oh Gott! Jetzt muss ich genau aufpassen, was ich sage, sonst bin ich eine Rechte und ausländerfeindlich“, war bei der Ladeninhaberin so deutlich wahrnehmbar wie der im amerikanischen Kulturkreis sprichwörtliche „elephant in the room“. Es war wahrlich kein einfaches Gespräch und die Inhaberin knöpfte mir auch das Versprechen ab, ihren Namen nicht zu nennen. Die Quintessenz ist schnell erzählt: Am Anfang nahmen die Kinder, was sie brauchten und wollten einfach aus dem Laden marschieren, ohne zu bezahlen. Inzwischen passt das Personal besonders gut auf, wenn sie kommen und man hat die Lage im Griff.

Trotz aller Vorsicht, ja nichts Ausländerfeindliches zu sagen, rutschte der Geschäftsfrau eine weitere interessante Info heraus: Die Dorfbewohner seien aufgebracht, weil die Flüchtlingskinder einfach in unversperrte Wohnhäuser eindringen würden.

Die „Flüchtlingshelferin“

Jetzt fehlt also noch die letzte und entscheidende Information, nämlich: Wo war die Flüchtlingsfamilie während des Bauernmarktes untergebracht? Da heißt es nun, die Vorsitzende des Helferkreises befragen. Erfahrungsgemäß keine vergnügungssteuerpflichtige Tätigkeit. Gesprächig müsste sie ja eigentlich sein, nachdem ihr Telefon fast eine geschlagene Stunde dauerbesetzt war. Irgendwann hatte sie sich dann doch alles vom Herzen geredet und ich kam durch. Ich stellte mich kurz vor, berichtete über den Grund meines Anrufes und stellte die entscheidende Frage:

Trifft es zu, dass die Flüchtlingsfamilie für die Dauer des Bauernmarktes verlegt worden ist?

„Die haben in der Kreisstadt den Bruder des Ehemannes besucht“, kam es wie aus der Pistole geschossen im Tonfall heiliger Empörung. Natürlich wollte ich weitere Informationen. Es war ein mühseliges Geschäft, die Dame davon zu überzeugen, dass ich nur das berichte, was mir erzählt wird und nichts hinzudichte. Vertrauen hat der Helferkreis offenbar nur in Flüchtlinge.

To make a long story short: „Damit es keine Schwierigkeiten mit den Leuten gibt und damit die Leute nicht wieder irgendwas behaupten können“ hatte man die ganze Familie mit mehreren Autos zum Bruder in die Kreisstadt gekarrt, der dort ein ganzes Haus gemietet hat (Hört hört!). Dort habe es so etwas wie eine Familienfeier gegeben und alle hätten sich gefreut. Sie betonte, dass die Aktion in allseitigem Einvernehmen erfolgt sei. Dass der ausschlaggebende Grund der Bauernmarkt war, bestritt sie nicht. Sie zäumte jedoch das Pferd von hinten auf und meinte, man habe vermeiden wollen, dass es mit den „Leuten“ (und damit war nicht die Flüchtlingsfamilie gemeint) Schwierigkeiten gibt. So kann man es natürlich auch sehen…

Interessant war auch, dass die Vorsitzende des Helferkreises einräumte, dass vom Helferkreis nicht mehr viel übrig sei. Offenbar sind durch die Konfrontation mit der harten Realität schon die meisten vom Glauben abgefallen.

Bleibt nun das Fazit: Die Unterbringung in einem Hotel auf Staatskosten waren eine Art „Stille-Post“-News aus der Bevölkerung. Dass man es für angebracht hielt, die Flüchtlingskinder samt Eltern während des Bauernmarktes zu evakuieren, ist aber Tatsache. Und was noch? Eines ist ganz sicher: Die Gemeindemitglieder schimpfen wie die Rohrspatzen auf diese „Flüchtlingskinder“ und deren Vater, der es nicht für nötig hält, seinen Prinzen Benimm beizubringen. Werden sie jedoch von einem Medienvertreter dazu befragt, haben sie plötzlich alle Kreide gefressen.

Alle haben eine Scheißangst, als Rechte und Ausländerfeinde zu gelten. Das ist nichts Neues und hat mich auch nicht überrascht, aber es ist jedes Mal wieder traurig, damit konfrontiert zu werden, wie weit es mit der angeblichen Meinungsfreiheit gekommen ist.

Und die Kinder? Es wird den Lehrern kaum möglich sein, die Erziehungsdefizite aus dem Elternhaus auszugleichen. Der Weg der Jungen ist vorgezeichnet: Das werden testosterongesteuerte Paschas, deren Lebensinhalt es ist, ihre Ehre, sprich: die Keuschheit ihrer kleinen Schwester (der armen Sau) zu verteidigen und ansonsten die Sitten und Gepflogenheiten aus dem Kulturkreis der Zugehängten bei uns zu etablieren. Auf unsere Kosten, versteht sich.

(Namen der Befragten sind PI bekannt)