PR-Gag gegen Trump geht nach hinten los

BILD, Hertha BSC und „Der Kniefall von Berlin“

Von OLIVER FLESCH | Neulich geschah auf den ersten Blick Erstaunliches: Ausgerechnet BILD-Ober-Chef Julian Reichelt schrieb einen Kommentar: „Der Kniefall der Spieler“. Trainer und Funktionäre von Hertha BSC hatten sich vor dem Spiel gegen Schalke 04 pathetisch auf den Rasen gekniet und irgendwohin geglozt. Demo gegen den tumben Trump. Der linke BILD-Vorturner Reichelt nahm sich der Sache an:

Dieser Protest ist dumm und unangebracht

Fußballvereine sind Fußballvereine und keine Parteien oder politischen Organisationen, weil sie Fußball besser können als Politik. Hertha BSC hat das am Samstag wieder mal eindrucksvoll bewiesen.

Vor dem Anstoß gegen Schalke 04 knieten die Spieler auf dem Rasen des Olympiastadions nieder. Gemeint war das als Solidaritätsaktion mit Footballspielern in den USA, die derzeit dasselbe tun, statt bei der Nationalhymne die Hand aufs Herz zu legen und den Blick Richtung US-Fahne zu richten. Die US-Sportler wollen damit Protest gegen Rassismus ausdrücken – und gegen US-Präsident Trump.

Ich finde dieses Symbol schon in den USA völlig falsch, weil unter der US-Flagge unzählige Männer und Frauen für Gleichheit und Freiheit aller Menschen gekämpft haben. Hunderttausende von ihnen sind in einem Sarg heimgekehrt, eingehüllt in eben jene Fahne.

In Berlin ist diese Form des Protests nicht nur unangebracht, sondern dumm und geschichtsvergessen. Der Star SpangledBanner wehte über vier Jahrzehnte über dem freien Teil Berlins. Mit der US-Fahne auf ihren Maschinen flogen mutige Piloten während der Luftbrücke, um das eingeschlossene Berlin am Leben zu halten. Panzer mit aufgezogener US-Flagge am Checkpoint Charlie sendeten das Signal nach Moskau, dass die USA die Freiheit Berlins unter allen Umständen verteidigen würden – mit dem Leben ihrer jungen Männer.

So weit, so erstaunlich auf den ersten Blick? Nein, der linke Wolf von BILD hat mal wieder Kreide gefressen, sich sogar in den weißen Schafspelz gequetscht. Nur: Rot bleibt Rot, da helfen keine Pillen. Denn: Wo zur Hölle war der Aufschrei der BILD-Zeitung, der BERLINER Spieler, als im Dezember 2016 zwölf BERLINER Menschen auf dem BERLINER Breitscheidplatz Opfer einer tödlichen Mittelalter-Religion wurden?! Wo war BILD, als Moslem-Merkel tagelang den Massenmord verdruckste? Bis heute verschwurbelt? Wo war/ist Tante Hertha?

Ein Bekenntnis gegen Rassismus im Jahr 2017 hat in einem deutschen Stadion nichts zu suchen. Vielleicht vor 20 Jahren, als farbige Spieler noch mit Affenlauten verhöhnt und mit Bananen beschmissen wurden, aber heute? Heute??

Richtig aber ist, dass es in den letzten zwei Jahren tatsächlich unzählige Opfer gab. Manche wurden vergewaltigt, andere umgebracht, wieder andere vergewaltigt und umgebracht. Allerdings nicht von West-Rassisten. Die Verbrecher und Mörder kamen aus arabischen und afrikanischen Ländern. Von „West-Rassisten“ wurde im gleichen Zeitraum kein einziger Mensch vergewaltigt oder ermordet.

Die schwachsinnigste Rechtfertigung für den Kniefail kommt von Hertha-Innenverteidiger Sebastian Langkamp (29), der gegenüber „SKY“ sagte: „Wir leben nicht mehr im 18. Jahrhundert, sondern im 21. Jahrhundert. Es gibt aber einige Leute, die ideologisch noch nicht so weit sind. Wenn wir da etwas Nachhilfe geben können, ist das doch gut.“

W a h n s i n n i g gut, Herr Wichtig-Wichtig. Aber ja, es gibt in Deutschland Millionen Menschen die in der Vergangenheit leben. Nicht im 18. Jahrhundert, sogar im Mittelalter. Sie nennen sich: Moslems. DIE brauchen Nachhilfe, Herr Langkamp, DIE! Nicht Trump, nicht jene, die gegen diese Fanatiker kämpfen.

Der letzte Deutsche, der vor einem (ehemaligen) Feind niederkniete, war Bundeskanzler Willy Brandt. Seine Demutsgeste am Ehrenmal für die Toten des Warschauer Ghettos hatte Verstand u n d Anstand. Alles also, was den Hertha-Deppen augenscheinlich abgeht.

Und was wäre eigentlich passiert, wenn ein Spieler sein Hirn eingeschaltet, gesagt hätte: Für Vergewaltiger und Mörder gehe ICH nicht auf die Knie! Wäre er dann gefeuert worden? Mit ziemlicher Sicherheit gab es ein paar Spieler, die nur durch den Gruppenzwang auf die Knie mussten.

Fürs Karma war der Kniefail von Berlin übrigens auch nicht zuträglich: Hertha verlor ihr Heimspiel (!) gegen Schalke mit 0:2. BILD schreibt: „Ausgerechnet seine Leistungsträger schwächeln momentan, kriegen nichts auf die Reihe, sorgen sogar noch für haarsträubende Fehler.“

So ist das, wenn man sich nicht auf das konzentriert, wofür man bezahlt wird, sich in Dinge einmischt, von denen man nichts versteht. Kurz: Kicker, bleib bei Deinen Latschen …


PI-NEWS-Autor Oliver Flesch.
Oliver Flesch.
PI-NEWS-Autor Oliver Flesch (48) war Mainstreamjournalist. Aus Bestürzung über die tendenziöse „Berichterstattung“ seiner Kollegen während der großen Invasion 2015 wechselte er die Seiten. Sein bevorzugtes Ressort ist die Liebe und die Lust. Darüber bloggt der „Spiegel“-Bestsellerautor auf seiner „Wahre Männer“-Seite. Politisches schreibt er auf Facebook. Der gebürtige Hamburger lebt auf Mallorca, weil es dort viel mehr Sonne und viel weniger Kopftücher gibt.