War sichtlich verschnupft: Jürgen Boos (l), Direktor der Frankfurter Buchmesse, musste eine herbe Niederlage gegen den Publizisten Götz Kubitschek einstecken.

Zeitenwende auf der Buchmesse

Der Geist weht nun von rechts

Von WOLFGANG HÜBNER | Die diesjährige Frankfurter Buchmesse wird in Erinnerung bleiben als Schauplatz des selbstbewussten Auftritts „neurechter“ Verlage, ebenso des Kampfes gegen diese Verlage mit Diskriminierung, hysterischem Geschrei und auch kriminellen Methoden. Dabei waren zwar die Provokationen von stadtbekannten Linkspsychopathen der pseudosatirischen „Die Partei“ wegen der damit verbundenen Turbulenzen besonders spektakulär. Doch viel mehr negative Bedeutung hatte die feige und denunziatorische Handlungsweise der Messeleitung sowie die teilweise offen verfälschende, vor Abscheu gegenüber den „Rechten“ triefende Berichterstattung der Vorkommnisse durch die meisten Medien. Dabei wurden neue Tiefpunkte bewusster Wahrheitsverdrehungen gesetzt.

In der Erklärung von Jürgen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, und Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, zu den „Vorfällen“ ist gleich der erste Satz pure Heuchelei: „Die Frankfurter Buchmesse lebt von der Vielfalt der Meinungen und ist ein Ort des freien Dialogs.“ Wäre das so, hätten sich Boos wie Skipis demonstrativ schützend vor die attackierten Verlage wie Antaios, Manuscriptum oder Junge Freiheit stellen müssen. Zumindest Skipis hat in besonders übler Weise das Gegenteil getan. In der Erklärung wird auch behauptet, es habe „gezielte Provokationen, Sachbeschädigungen und tätliche Übergriffe zwischen linken und rechten Gruppierungen“ gegeben.

Das ist noch nicht mal die halbe Wahrheit, aber eine ganze Lüge: Provoziert, geklaut, geschrien und bedroht haben ausschließlich Linksextremisten, die von Leuten wie Skipis und dem Frankfurter SPD-Oberbürgermeister Feldmann geradezu ermutigt worden waren, die „Rechten“ aufzumischen. Zwar hat es auf eine dieser Provokationen am Stand der Jungen Freiheit eine harmlose spontane körperliche Reaktion eines Besuchers gegen einen altlinken Verleger gegeben, die von diesem und einigen Medien begierig dramatisiert wurden. Doch im Vergleich mit all den Attacken und Schikanen gegen die Aussteller der Neuen Rechten war das nicht mehr als eine Lappalie.

Es ist bezeichnend, dass nun ernsthaft diskutiert wird, wie in den kommenden Jahren das Grundrecht auf Meinungsfreiheit für ungeliebte Literatur und ihre Verleger wirksamer geknebelt werden kann. Denn die Behauptung, die Buchmesse lebe „von der Vielfalt der Meinungen“ und sei „ein Ort des freien Dialogs“, ist nur eine hohle Phrase aus den Mündern derer, die Toleranz predigen, aber geradezu schon totalitäre Intoleranz praktizieren. Es kann allerdings nicht oft genug darauf hingewiesen werden: Das ist auch auf der Buchmesse eine linke Minderheit, die mit stets bereitwillig sympathisierenden Medien sowie unterstützt von erbärmlich opportunistischen Messemanagern darüber entscheiden will, was gezeigt und gelesen werden darf.

Geistige Zeitenwende, die noch gewaltige Folgen haben dürfte

Die Erklärung dafür ist ganz einfach: Die linksliberale und linke Dominanz über das deutsche Geistes- und Kulturleben geht ebenso zu Ende wie die Dominanz des davon unheilbar infizierten Parteienkartells. Derweil sich letzteres nun die Plätze in den Parlamenten mit den Vertretern einer „populistischen“ und „rassistischen“ Partei teilen muss, signalisieren die Diskussion und die antiliberalen Zensurmaßnahmen um das Werk „Finis Germania“ von Rolf Peter Sieferle sowie die turbulenten Geschehnisse auf der Frankfurter Buchmesse, dass der Geist kräftig von rechts zu wehen beginnt.

Das ist möglich, weil die bisherigen Herrscher über das Geistesleben in Deutschland ihre Deutungs- und Definitionsmacht nicht länger behaupten können. Dazu reicht ihre erschöpfte intellektuelle Kraft nicht länger. Vielmehr haben sie sich als Wegbereiter einer die nationale Identität nicht nur verachtenden, sondern auch tötenden Ideologie erwiesen, die als hypermoralisierender Globalismus beschrieben werden kann. Diese Ideologie mag zwar die absolut passende Begleitmusik für eine ökonomisch wie ökologisch in die Sackgasse treibende Entwicklung sein. Für die große Masse in den Völkern, auch im deutschen Volk, sind damit tiefe materielle und kulturelle Verunsicherungen verbunden, die Widerstände provozieren.

Die linksliberalen und linken Dompteure des Geisteslebens haben sich trotz harmloser und auch oberflächlicher Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen in denselben fettgefressen von korrumpierenden Subventionen bequem eingerichtet. Diese Kreise sehen mit Entsetzen und durchaus begründeter Furcht, wie ebenso hochgebildete wie tiefschürfende Bücher aus Verlagen wie Antaios, Manuscriptum oder Junge Freiheit immer mehr Menschen interessieren und deren Weltbild beeinflussen. Das ist auch mit dem schrillsten „Nazi“-Geschrei nicht mehr zu verhindern. Und deshalb signalisiert die Buchmesse 2017 eine geistige Zeitenwende, die noch gewaltige Folgen haben dürfte.


Wolfgang Hübner.
Hübner auf der Buchmesse 2017 in Frankfurt.
PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der 71-jährige leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.