ZEIT-Redakteur Tilman Steffen.

Wurde Zeit, liebe ZEIT

„Nehmt die AfD-Wähler endlich ernst!“

Von OLIVER FLESCH | ZEIT-Schreiber Tilman Steffen hat einen interessanten Kommentar geschrieben. „Nehmt diese Wähler endlich ernst!“. Gemeint sind die Wähler der „Alternative für Deutschland“.

Steffen schreibt:

Die AfD wird gewählt, trotz ihres Programms und ihrer Rhetorik. Dagegen hilft nur Aufklären. Es ist Aufgabe der anderen Parteien, Rechtspopulismus kleinzuhalten. […] Die Pathologisierung ihrer Wähler als arm und abgehängt hat nicht funktioniert. Studien zeigen: Sie sind gut gebildet und verdienen über dem Durchschnitt. Je mehr selbsterklärte Inhaber der Wahrheit den AfD-Wählern Irrationalität andichteten, je weiter ihre Gegner die Nazi-Keule schwangen, desto höher stieg der Grad ihrer Verstocktheit, und desto lauter wurde das Getöse am nationalistischen Rand der Partei.

Die AfD verbreitet keine Lügen, sie deckt sie auf. Weiter:

Die AfD ist eine rechtspopulistische Partei, die Grundrechte wie die Religionsfreiheit einschränken will.

Richtig ist: Die AfD ist eine konservative Partei, wie die CDU seit Merkel nicht mehr. Auch die Grundrechte wie die Religionsfreiheit will die AfD keineswegs einschränken … Abgesehen davon, dass der Islam keine Religion, sondern eine Ideologie ist, die dem Faschismus viel näher als dem Christentum ist, stehen nur etwa 50 Prozent der in Deutschland lebenden Muslime auf dem Boden des Grundgesetzes, ansonsten Scharia.

Ihre Spitzenvertreter würdigen Menschen wegen ihrer Herkunft herab – sie halten rassistische Reden, demonstrieren gegen Flüchtlingsheime, sie versuchen, die Soldaten der Wehrmacht zu rehabilitieren und verbreiten Lügen.

Richtig ist: Der AfD ist die Herkunft von Menschen völlig egal. Was die zahlreichen AfD-Mitglieder mit Migrationshintergrund belegen. Aber auch, dass sie sich für die Christen unter den „Flüchtlingen“ einsetzt, die in Deutschland von Muslimen drangsaliert werden.

Der Islam ist keine „Rasse“

Und: Der Islam ist keine „Rasse“. Islamkritik kann also nicht rassistisch sein. Demonstrationen gegen „Flüchtlingsheime“? Wann? Wo? Und falls doch mal, richtete sich der Protest nicht gegen „Schutzsuchende“, sondern gegen Scheinasylanten, Wirtschaftsflüchtlinge also, die einen Großteil der „Flüchtlinge“ ausmachen.

Und warum sollte die AfD versuchen, Wehrmachtssoldaten zu rehabilitieren? Wovon? Die Wehrmacht bestand aus Männern, die zwangseingezogen wurden. 100 deutsche Soldaten starben im 2. Weltkrieg – pro Stunde! Sicher gab es Wehrmachtsangehörige, die sich schlimmer Verbrechen schuldig machten, nur: Das war eine Minderheit. Oder gilt „Minderheit“ etwa nur für Muslime? Nicht für Helmut Schmidt, Franz-Josef Strauß, Loriot, Hans-Jochen Vogel, Heinz Erhardt, Bernhard Grzimek, Walter Scheel, Hans-Dietrich Genscher, Robert Lembke, Heinrich Böll, Papst Benedikt??

Und die angeblichen Lügen: Die ganz dicken Lügen kommen seit Jahren ausschließlich von Angela Merkel, ihren Nickeseln und Mainstream-Blättern wie der „Zeit“.

„AfD genießt in der Gesellschaft Rückhalt“

Das waren Steffens Lügen, hier seine Wahrheiten:

  • „AfD genießt in Teilen der Gesellschaft Rückhalt, sie hat der Union eine Million Stimmen abgezogen und Hunderttausende aus dem linken Spektrum.“
  • „Die AfD hat viele Menschen politisiert, wie zuvor die Wahl Trumps, die Flüchtlingskrise oder der Klimawandel.“
  • „An den ostsächsischen Grenzen bilden sich Bürgerwehren gegen den Diebstahl von Autos, Mountainbikes und Baugerät, weil die Polizei nicht hinterherkommt.“
  • „Die in der AfD ungeklärten Machtfragen, ein Bauverbot von Minaretten oder Gaulands Wehrmachtsfantasien bedrücken die Wähler erschreckend wenig.“
  • „Sie sorgen sich darum, wie lange es in ihrem Dorf noch eine Bushaltestelle geben wird. Sie warten seit Jahren auf Klarheit, wie hoch die Abwassergebühren für ihr Grundstück ausfallen, sie würden gern – auch ein Detail aus dem AfD-Programm – bezahlbare Wurst aus regionaler artgerechter Tierhaltung kaufen.“
  • „Sie wollen, dass Zuwanderung nach Deutschland gesteuert wird und Recht nicht gebrochen, egal ob bei der Eurorettung oder dem Dublin-Abkommen.“
  • „Sie sehen sich mit ihren Sorgen ignoriert von den anderen Parteien und den großen Medien und flüchten sich in den Kampfruf nach einer ,echten Opposition‘.“
  • „Die AfD zudem pauschal als undemokratisch und inhaltsleer zu geißeln, schlägt ebenso fehl: Die Partei hat ihr Programm in einem langwierigen Prozess erarbeitet, die Basis war daran intensiv beteiligt.“
  • „Pauschale Zuschreibungen und Etiketten wie ,Pack‘ und ,Rechtsextremisten‘ schreckten Wähler nicht ab, sondern ließen die Partei an diesem Widerstand wachsen, Prozentpunkt um Prozentpunkt.“

Der ZEIT-Onkel schreibt das alles natürlich nicht, weil er seine Liebe zur AfD entdeckt hat. Er sieht die AfD-Wähler als Stimmvieh, das in Zukunft gefälligst wieder bei den Altparteien grasen soll. Deshalb hängt er sich so rein. Auch, wenn er das alles im Schafspelz verpackt:

Vielleicht entscheiden sich die AfD-Wähler als mündige Staatsbürger bei der nächsten Wahl für eine andere Politik. Vielleicht nicht. Zum fairen Diskurs gehört, das Gegenüber ernst zu nehmen, ihm seine abweichende Meinung auch zu lassen. Was bisher auf beiden Seiten keinesfalls selbstverständlich ist.


PI-NEWS-Autor Oliver Flesch.
Oliver Flesch.
PI-NEWS-Autor Oliver Flesch (48) war Mainstreamjournalist. Aus Bestürzung über die tendenziöse „Berichterstattung“ seiner Kollegen während der großen Invasion 2015 wechselte er die Seiten. Sein bevorzugtes Ressort ist die Liebe und die Lust. Darüber bloggt der „Spiegel“-Bestsellerautor auf seiner „Wahre Männer“-Seite. Politisches schreibt er auf Facebook. Der gebürtige Hamburger lebt auf Mallorca, weil es dort viel mehr Sonne und viel weniger Kopftücher gibt.