Blauen laut Umfrage derzeit mit 8,1 Prozent viertstärkste Kraft

Niedersachsen-Wahl: AfD hohe Kompetenz bei Innerer Sicherheit

Von ROGER | Die AfD ist jetzt auch hinsichtlich ihrer politischen Kompetenzen im Wählerbewusstsein angekommen. In Niedersachsen trauen ihr die Bürger einen sensationell hohen Wert bei der Inneren Sicherheit zu.

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ), Spiegel Online und das Meinungsforschungsinstitut Civey hatten zum aktuellen Wahltrend gefragt: Welche Partei in Niedersachsen hat Ihrer Meinung nach die größte Kompetenz für Innere Sicherheit zu sorgen?

11,4 Prozent – und damit den bei weitem drittstärksten Wert – schrieben 170.000 online-befragte und 4570 repräsentativ bewertete Nutzer der AfD zu. Die SPD landete mit 25,3 % auf Platz 2, die CDU mit 40 % erwartungsgemäß auf Platz 1. Das AfD-Ergebnis ist auch deshalb so bedeutsam, weil die übrigen Parteien von Grüne, FDP und Linke nur äußerst magere Werte zwischen 1,9 und 3,4 % Kompetenzzuschreibung bekamen, wobei Grüne und FDP selbst ihren Landtags-Bonus nicht nutzen konnten.

Auch bei der Sonntagsfrage schnitt die AFD gut ab: sie landet mit 8,1 % noch vor der FDP (8 %) auf Platz 4 und hinter den Grünen (9,9 %). Für die CDU gibt es keinen Merkel-Rückenwind. Sie sackte ab und liegt mit 33,1 % äußerst knapp vor der SPD mit 32,8 %. Die Linken müssen mit 5,4 % um den Wiedereinzug in den niedersächsichen Landtag bangen.

Es zeigt sich, dass die CDU nach der Bundestagswahl vergeblich auf Unterstützung durch den Kanzlerin-Bonus gehofft hat. CDU-Herausforderer Bernd Althusmann und Angela Merkel hatten beim kürzlichen Wahlkampfauftakt in Hildesheim demonstrativ das Thema Flüchtlingskrise vermieden. Nun sieht es danach aus, dass Althusmann sich in der Merkel-Sackgasse festfährt, während die CDU-Ministerpräsidenten aus Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt eine deutliche Kurs-Korrektur nach der desaströsen Bundestags-Wahlschlappe fordern. Die CDU in Niedersachsen hat offensichtlich aufs falsche Pferd gesetzt.

Außer dem umstrittenen Bild, das die CDU bundesweit abgibt, schadet Althusmann derzeit auch noch das Organisationsversagen seiner Entourage. Weil man glaubte, ein Studiogespräch beim NDR sollte in Hannover aufgezeichnet werden, fuhr man erst zum Landesfunkhaus am hannoverschen Maschsee und schaffte anschließend den Termin in Hamburg nicht mehr. Die politischen Gegner werfen Althusmann nun vor, er habe auf Facebook geflunkert und quasi die Unwahrheit gesagt, dass der Baustellenverkehr die Fahrt nach Hamburg unnötig verzögert hätte. Motto: Und so einer will Ministerpräsident werden?