Waqqas A. aus Pakistan: "„Ich bin rundherum zufrieden. Wenn da nur diese Rechnung nicht wäre.“

Migrationsbeauftragte Andrea Betz: "Das ist ein Hindernis für die Integration"

„Skandal“: Pakistaner muss Geld für Flüchtlingsunterkunft zahlen!

Eine herbe Enttäuschung stellt für Waqqas A. aus Pakistan die deutsche Praxis dar, für Wohnraum auch Geld bezahlen zu müssen. Jedenfalls dann, wenn der Wohnraum eine kleine Flüchtlingsunterkunft ist, in die er sich nach seiner „Flucht“ retten konnte. Und das, nachdem er sich doch so schön integriert hatte.

Eigentlich war Waqqas A. mit seinem Leben schon recht zufrieden, denn der abgelehnte Asylbewerber hatte Arbeit gefunden und auch eine Wohnung. FOCUS berichtet, wie er regelrecht schockiert war, dass ihm als Flüchtling plötzlich seine alte Unterkunft und die Verpflegung dort in Rechnung gestellt wurden, er dachte, die kostet nichts. Zumal die Unterbringung in einem ehemaligen Hotel erfolgte, das sich in der tiefsten Provinz befindet, wie der FOCUS voller Anteilnahme schreibt. Und das Zimmer für alle war, im Verhältnis zum dargebotenen Komfort, auch viel zu teuer, meint Waqqas. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte einfach nicht für den Systemadministrator:

Für Waqqas A. und seine Familie heißt das: ihr rund 20 Quadratmeter kleines Zimmer in der Flüchtlingsunterkunft in tiefster bayrischer Provinz schlägt mit kalt 569 Euro zu Buche. (278 Euro für ihn, jeweils 97 Euro für Frau und Kinder) Auf dem freien Markt würde er in dem Ort für den gleichen Preis eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 67 Quadratmetern bekommen – mit Garten. Und mit 76,36 Euro für Energie käme er dort wohl auch über die Runden.  […]

Waqqas A. hat sich aber auch nicht zurückgelehnt und war untätig. Mehrfach hat er um eine Verlegung in eine andere Unterkunft gebeten, unter anderem, da er von dem abgelegenen Bad Bayersoien drei Stunden bis zu seiner Arbeitsstelle in München brauchte. Dies wurde abgelehnt. Auch hat sich der Asylbewerber um eine Wohnung bemüht, die er selber zahlen wollte. Auch das klappte lange nicht. Denn die Prüfung des Antrags zog sich wochenlang hin, die potenziellen Vermieter sprangen ab.  […]

Waqqas A. hakte immer wieder nach, doch er kam nicht weiter. „Wenn sie mich also zwingen, hier zu wohnen, dachte ich, dass sie auch dafür zahlen“, sagt Waqqas A. Er irrte sich gewaltig.

Ja, furchtbar diese Zwänge, für die Flüchtlinge insbesondere. Als er nach Deutschland kam, gab es mehrere hunderttausend Waqqas mit ihren Familien, die alle gleichzeitig eine angemessene Unterkunft verlangten, so wie er. Und in einem irrt er: Niemand, auch er nicht, wurde gezwungen, die Notunterkünfte zu belegen. Waqqas hätte gerne den Rückzug ins sichere Österreich nehmen können oder ins sichere Kroatien oder und so weiter. Oder er hätte mit seinen kleinen Kindern und seiner Frau auch gerne vor dem Hotel unter freiem Himmel schlafen können. Eine Plane zum Schutz vor Regen wären ihm und seiner Familie sicher nicht in Rechnung gestellt worden.

Immerhin: Deutsche Gutmenschen haben das Unrecht erkannt, dass für die (schlechten) Asylunterkünfte von den „Flüchtlingen“ auch noch Geld verlangt wird. Vermutlich hat sie das Argument der „Migrationsbeauftragten“ Andrea Betz überzeugt, dass dadurch zu große Summen zusammenkommen.  Die seien „ein Hindernis für die Integration“, beklagt sie, wenn die „Flüchtlinge“ sie auch noch zurückzahlen sollen.

Und damit die „Flüchtlinge“ sich nicht mehr „nicht integriert“ fühlen, wie die Betz es ihnen erklärt hatte, starteten sie ihre „Initiative“. „Unzumutbar“: Asylhelfer empört über Bayerns Geld-Forderung an Flüchtlinge – so lautet der Titel des FOCUS-Artikels dazu.